Bahn-Brücken in Berlin-Brandenburg
: Ist die nächste Sperrung schon absehbar?

Viele Eisenbahnbrücken in Berlin und Brandenburg sind über 100 Jahre alt. Doch für Sanierung und Neubau fehlt auch Personal. Dabei gibt es allein in Brandenburg 811 Eisenbahnbrücken.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sieht sich 2023 in einem Hubkorb die Baustelle nach dem Einbau der Teltowkanalbrücke für Ausbau der Dresdner Bahn an.

Alexander Kaczmarek (Mitte), Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, sieht sich in einem Hubkorb die Baustelle nach dem Einbau der Teltowkanalbrücke für den Ausbau der Dresdner Bahn an.

dpa/Britta Pedersen
  • Viele Eisenbahnbrücken in Berlin und Brandenburg sind über 100 Jahre alt und sanierungsbedürftig.
  • Von 811 Brücken in Brandenburg brauchen 76 dringend Sanierung, in Berlin gibt es 908 Brücken.
  • Sperrungen wegen Brückensanierungen, z. B. bei der Stettiner Bahn, sorgen für Einschränkungen.
  • Fachkräftemangel und begrenzte Ressourcen erschweren Sanierung und Neubau.
  • Schnellere Planungen helfen, doch Überraschungen wie an der A100 bleiben möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viele Eisenbahnbrücken in Berlin und Brandenburg sind sanierungsbedürftig. Rund die Hälfte wurde vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs gebaut. „Man geht von einer durchschnittlichen Lebenszeit von 122 Jahren aus“, erklärt Alexander Kaczmarek, Bahn-Konzernbevollmächtigter für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, auf der Podiumsdiskussion „Brücken in Not?“, zu der der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) Ende Juni nach Berlin eingeladen hatte.

Von den deutschlandweit rund 25.000 Bahnbrücken seien etwa 11.000 über 100 Jahre alt. „Das erzeugt enormen Handlungsbedarf“, so Kaczmarek.

Brücken über den S-Bahn-Ring machen Sorge

In Brandenburg gibt es 811 Eisenbahnbrücken, von denen 76 dringend sanierungsbedürftig sind. Das geht aber nicht ohne Sperrungen. „Bei der Stettiner Bahn bei Buch und Bernau haben das die Fahrgäste schon schmerzlich erlebt: Da wechseln wir alle Brücken aus der Kaiserzeit aus“, berichtet der Bahn-Vorstand.

Was Berlin angeht, so hat die Bahn 908 Brücken in ihrer Obhut. „Da macht uns alles Sorge, was über den S-Bahn-Ring geht“, betont Kaczmarek. Mit der Ringbahnbrücke in Charlottenburg-Wilmersdorf habe man noch Glück im Unglück gehabt.

Denn dort sei der Abschnitt der S-Bahn-Linie, der wegen des Abrisses der A100-Brücke im Frühjahr wochenlang gesperrt werden musste, vergleichsweise schwach ausgelastet. „Doch wenn uns so etwas zum Beispiel an der Greifswalder Straße passiert, dann gute Nacht, Marie.“

Aus der Ausnahmesituation an der Stadtautobahn 100 habe man auch gelernt, was schnelle Planung und gute Absprachen mit allen Beteiligten angeht. „Doch dass es nie wieder Überraschungen geben wird, kann niemand versprechen.“

Es wäre auch illusorisch zu glauben, dass schnelleres Planen und innovative Technik alle Infrastrukturprobleme in der Hauptstadtregion lösen könne: „Bauen ist körperlich anstrengend und geschieht bei Wind und Wetter. Kann ja sein, dass wir tolle Planungen haben, aber wir haben keine Bauarbeiter“, betonte Kaczmarek. „Doch selbst, wenn wir alles Geld und alle Ingenieure dieser Welt hätten, man kann ja nicht alles sperren“, so der Bahn-Vorstand.