Baustelle A115 in Berlin: Wieso die Autobahn-Bauarbeiten deutlich länger dauern

Fahrzeugen rollen in Berlin auf der Avus (A115) durch eine Baustellenzone. Derzeit steht den Verkehrsteilnehmern stadteinwärts wegen der Bauarbeiten nur eine Fahrspur zur Verfügung.
Michael Kappeler/ dpa- Sanierung der A115 verzögert sich bis mindestens zweites Quartal 2027.
- Ursache: viele Funde von Weltkriegsmunition und unbekannte Wasserleitungen.
- Zusätzliche Schutzmaßnahmen in Wasserschutzzone nötig; kosten Zeit und Personal.
- Seit Frühjahr 2025 stadteinwärts nur eine Spur; regelmäßige Staus und Umfahrungen.
- Exakter Freigabetermin offen; neue Terminplanung wird noch abgestimmt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit fast einem Jahr ist die A115 zwischen von Berlin nach Brandenburg eine Großbaustelle, und das wird auch noch eine Weile so bleiben. „Die grundhafte Sanierung der Autobahn A115 zwischen der Anschlussstelle Spanische Allee und der Landesgrenze Berlin/Brandenburg wird sich aufgrund von Problemen, die während der Bauarbeiten auftraten, voraussichtlich um rund neun Monate verzögern“, teilt die Autobahn GmbH des Bundes mit.
Man rechne mit dem Abschluss der Baumaßnahmen nun nicht mehr im Sommer 2026, sondern im zweiten Quartal 2027.
Schuld hat ausnahmsweise mal nicht das Wetter, sondern der übermäßige Fund von Weltkriegsmunition. Bei den Bauarbeiten seien auf mehreren Verdachtsflächen die Kampfmittel-Detektoren überproportional angesprungen.
Baustelle offenbart: Kriegsmunition an der Avus
„Der tatsächliche Umfang der gefundenen Materialien übertrifft die ursprünglichen Annahmen deutlich und war in dieser Größenordnung nicht vorhersehbar“, heißt es von der Autobahn-Gesellschaft.
Unvorhersehbar für die Planer waren zudem scheinbar auch die „bislang nicht bekannte Wasserleitungen“, die neben den Kampfmitteln im angrenzenden Naturschutzgebiet entdeckt wurden. „Diese zusätzliche Infrastruktur muss im weiteren Bauablauf berücksichtigt und umverlegt werden.“
Da sich die Leitungen zudem in einer ausgewiesenen Wasserschutzzone befinden, seien umfangreiche zusätzliche Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, heißt es von den Autobahn-Sanierern.
Das kostet Geld, Personal und Zeit. Die Pendler zwischen Berlin und Brandenburg interessieren sich größtenteils für letzteres. Denn seit Frühjahr 2025 ist die A115 vor allem stadteinwärts ein Nadelöhr. Seitdem wird der Verkehr komplett über die Fahrbahn Richtung Berlin abgewickelt. Richtung Innenstadt gibt es nur eine Fahrspur.
A115 Berlin: Regelmäßige Staus auf der Avus
So kommt es regelmäßig zu Staus. Viele Autofahrer versuchen deshalb, die Autobahnbaustelle mit Fahrten durch Brandenburger Gemeinden wie Kleinmachnow zu umfahren. Beim dritten Bauabschnitt, der demnächst beginnen sollte, wird dann Autofahrern Richtung Brandenburg nur noch eine Fahrbahn, statt derzeit zwei Spuren zur Verfügung stehen.
Die A115 zwischen Stadtgrenze und Funkturm hat eine lange Geschichte. Die AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) wurde 1921 eröffnet. Der Abschnitt rund um das Autobahnkreuz Zehlendorf und die Zulaufstrecken wurde überwiegend in den frühen 1960er Jahren geplant und gebaut.
„Nach Jahrzehnten intensiver Nutzung – deutlich über der ursprünglichen Auslegung – sind Fahrbahnen und Bauwerke nun dringend grundhaft sanierungsbedürftig“, erklärt die Autobahn GmbH. Bei der derzeitigen Maßnahme handele es sich um die erste grundhafte Sanierung dieses Abschnitts, bei der die gesamte Autobahn auf rund 82.000 Quadratmetern erneuert wird, inklusive sechs Brücken und Lärmschutzwand.
„Die jetzt ausgemachten Kampfmittelverdachtsflächen liegen im Wesentlichen neben der Fahrbahn“, erklärt Ralph Brodel, Autobahn-Sprecher der Niederlassung Nordost. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass durch die Bautätigkeit, zum Beispiel Verdichtungsarbeiten, mit Vibrationen auf der Fahrbahn auch Auswirkungen auf angrenzende Flächen bestünden. Mit dem nahen Munitonssprengplatz im Grunewald hätten die Funde dagegen nichts zu.
Genaue Fertigstellung der Avus unbestimmt
Einen genauen Freigabe-Termin will die Autobahn GmbH nach den Verzögerungen lieber nicht nennen. „Derzeit laufen intensive Abstimmungen zwischen den beteiligten Auftraggebern und den beauftragten Unternehmen, um den weiteren Bauablauf sowie die neue Terminplanung festzulegen“, heißt es. Sobald belastbare und final abgestimmte Zeitpläne vorliegen, wolle man die Öffentlichkeit informieren.


