Die am Donnerstag (18. August) in der Nähe des Bahnhofs Ostkreuz in Berlin gefundene Weltkriegsbombe wurde am Freitag kurz nach Mitternacht entschärft. „Beide Zünder wurden entfernt und vor Ort gesprengt“, teilte die Polizei auf Twitter mit. Die Bombe werde nun abtransportiert. Die Sperrungen in Friedrichshain wurden aufgehoben.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bestätigte, dass die Menschen in ihre Wohnungen zurückkehren können.
Der durchgehende Zugverkehr wurde wieder aufgenommen, so die S-Bahn Berlin. Es könne aber noch zu Verspätungen und vereinzelten Zugausfällen kommen, hieß es gegen 00.30 Uhr.
Damit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am Freitagmorgen im Berufsverkehr die S-Bahnen und Regionalzüge wieder nach Plan fahren.
Stand 18. August:
Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Berlin-Friedrichshain haben Spezialisten der Polizei am Donnerstagabend mit der Entschärfung begonnen. Zuvor mussten rund 12.000 Menschen den Sperrkreis von rund 500 Metern um den Fundort herum verlassen. Die Evakuierung dauerte mehrere Stunden bis zum späten Donnerstagabend.
Mittels einer Schneideanlage mit Hochdruckwasser sollen nun die zwei Zünder an dem 500 Kilogramm schweren Sprengsatz entfernt und anschließend gesprengt werden. Die Polizei geht davon aus, dass die Entschärfung mindestens drei Stunden dauert und damit voraussichtlich mindestens bis Mitternacht.
Mit dem Beginn der Entschärfung wurde der Verkehr der S-Bahnlinien S3, S5, S7, S75 und S9 zwischen Rummelsburg/ Nöldnerplatz/Treptower Park und Ostbahnhof unterbrochen, das Gleiche gilt für die Linien S41, S42, S8 und S85 zwischen Frankfurter Allee und Treptower Park. Im Regionalverkehr sind der FEX sowie die Verbindungen RE1, RE2, RE7, RB12, RB14, RB24, RB25 und RB26 unterbrochen. Auch die Buslinien 194, 347, M43 sind von der Sperrung betroffen.
Die 500 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde bei Bauarbeiten an der Ecke Persiusstraße und Bödikerstraße entdeckt, etwa zwischen Spree und dem Bahnhof Ostkreuz. Die Bombe soll nach der Entschärfung auf den Sprengplatz der Polizei im Grunewald gebracht werden, auf dem es vor wenigen Tagen gebrannt hat.

12.000 Menschen müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen

Die Spezialisten der Polizei mussten die Bombe vor dem Abtransport entschärfen. Vorher mussten alle Menschen die Umgebung verlassen. Wie der Tagesspiegel berichtet, sind 12.000 Menschen von der Evakuierung betroffen. Die Entschärfung könnte demnach bis weit in die Nacht dauern. Anwohner sollten sich deshalb darauf einstellen, heute nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren zu können. Eine Sprecherin der Polizei äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa optimistischer: Die Evakuierung ginge zügig voran, sodass Anwohnerinnen und Anwohner wohl nicht bis tief in die Nacht in der Notunterkunft in der Mercedes-Benz-Arena ausharren müssten.
Laut Polizei befinden sich an dem Blindgänger zwei Zünder, die vor Ort entfernt werden sollen. Anschließend soll die Bombe zum Sprenggelände in den Grunewald gebracht werden, wo vor zwei Wochen ein Feuer ausgebrochen war.
Nach Angaben der Sprecherin ist die Polizei am Donnerstagnachmittag mit zwei Lautsprecherwagen unterwegs gewesen. 250 Polizisten kümmerten sich um die Straßensperrungen und gingen von Haustür zu Haustür.
In dem 500 Meter großen Sperrgebiet befinden sich drei Kitas und eine Schule. In Berlin sind zurzeit noch Sommerferien. Die Kindertagesstätten seien bereits geräumt worden, hieß es. Auch ein Teil der Spree und der Bahnhof Ostkreuz liegen in dem Bereich, weshalb neben dem S-Bahnverkehr auch der Schiffsverkehr eingestellt werden soll, sobald die Bombe entschärft wird.
Inzwischen gibt es seit 15:12 Uhr auch eine offizielle Gefahrenmeldung über die Warnapp Nina. Demnach beträgt der Sperrkreis 500 Meter um die Fundstelle. „Wer sich innerhalb des Sperrkreises aufhält, begibt sich in Lebensgefahr“, heißt es weiter. Das betroffene Gebiet soll gemieden bzw. sofort verlassen oder weiträumig umfahren werden.
Die Bombe soll noch am Donnerstag vor Ort entschärft werden, heißt es weiter.
Weitere Informationen folgen, sobald sie vorliegen.