U-Bahn in Berlin
: BVG-Verkehr bleibt eingeschränkt – Kritik an „Salami-Taktik“

Der Mangel an Personal und Fahrzeugen sorgt täglich für Einschränkungen auf der U-Bahn-Linie U1 in Berlin. Der Fahrgastverband moniert die Informationsstrategie der BVG.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg ist in der Abenddämmerung zu sehen. Die U1 sowie die U3 sind sind derzeit zwischen Warschauer Straße und Kottbusser Tor gesperrt. Pendler müssen dort bis vorrausichtlich 5. März 2023 in Busse umsteigen.

Das Kottbusser Tor ist in der Abenddämmerung zu sehen. Nach dem Osterwochenende wird der U-Bahn-Verkehr der Linien U1 und U3 zwischen Kottbusser Tor und Warschauer Straße unterbrochen. +++ dpa-Bildfunk +++

Das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg ist in der Abenddämmerung zu sehen. Die U-Bahn der Linie U1 fährt die Station derzeit nicht an. Die Kritik an den BVG wird lauter.

Christoph Soeder/dpa
  • U-Bahn-Linie U1 in Berlin bleibt zwischen Wittenbergplatz und Warschauer Straße eingeschränkt.
  • Grund: Personal- und Fahrzeugmangel, u. a. wegen Schulungen für neue U-Bahnen.
  • Fahrgäste sollen auf die U3 ausweichen, die im 5-Minuten-Takt fährt.
  • Kritik an BVG: Unklare Infos zur Störung und „Salami-Taktik“ bei Updates.
  • Fahrgastverband fordert verlässlichen Ferienfahrplan und bessere Kommunikation.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Bahnverkehr auf der U-Bahn-Linie 1 zwischen Warschauer Straße und Uhlandstraße in Berlin ist weiterhin eingeschränkt. „Die Linie fährt aufgrund einer Betriebsstörung nicht zwischen Wittenbergplatz und Warschauer Straße“, heißt es seit Wochen auf der Internetseite der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Wie lange die „Störung“ anhält, ist aber dort nicht ersichtlich und kann auch von der BVG nicht beantwortet werden. „Die Fahrzeugflotte ist alt und entsprechend anfällig. Die Personalsituation insgesamt ist angespannt“, hieß es schon am 18. Juli in einer Mitteilung als Reaktion auf erste Berichte.

Grund für die Engpässe sind Mitarbeiterschulungen

„Die Fachleute der U-Bahn prüfen laufend die verfügbaren Ressourcen von Fahrzeugen und Personal und treffen dann die im Sinne der Fahrgäste beste Entscheidung“, so die BVG. Sofern es, wie augenblicklich, nötig ist, die U1 bis Wittenbergplatz zurückzuziehen, diene das der Stabilisierung der parallel fahrenden U3. Grund für die Engpässe seien unter anderem die Schulungen einiger Mitarbeiter bei Testfahrten auf der U2 in den neuen U-Bahnen, die nach den Sommerferien erstmals die Flotte verstärken sollen.

Die BVG rät Fahrgästen der U1, auf die U3 umzusteigen. Diese würde die Bahnhöfe zwischen Warschauer Straße und Wittenbergplatz tagsüber im Fünf-Minuten-Takt anfahren. Die U1 fährt momentan nur alle 15 Minuten zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße.

Wie lange das noch so geht, müssen Pendler täglich neu auf der BVG-Internetseite erfragen. Denn dort wird die „Störung“ immer nur bis zum Folgetag, 1.30 Uhr, angezeigt. „Das suggeriert, dass es die Einschränkungen nur heute gibt, was gar nicht der Fall ist“, ärgert sich Christian Linow vom Fahrgastverband IGEB. Diese „Salami-Taktik“ auf der BVG-Störungsseite sei absolut kontraproduktiv, kritisiert er. „Wir erwarten, dass die BVG endlich einen verlässlichen Ferienfahrplan kommuniziert, den sie auch wirklich einhalten kann.“

Fehlende Fahrgastinformation der BVG in Berlin ein Dauerthema

Dabei hatte sich der neue BVG-Chef Henry Falk gerade die Fahrgastinformation auf die Fahnen geschrieben. „Die Fahrgäste werden schon kurzfristig von Verbesserungen im Bereich der Fahrgastinformation profitieren“, hieß es bei der Vorstellung des neuen „Stabilitätskonzeptes“ der BVG Ende 2024.

Seit Dezember 2024 sorgen laut BVG zusätzliche Mitarbeiter in den Leitstellen für eine transparente Information in den Fahrgastinformationskanälen, wenn es zu Ausfällen kommt.„Es wird viel gepredigt, aber es wird Zeit, auch endlich mal was umzusetzen“, findet Linow. Die fehlende Fahrgastinformation sei in Berlin ein Dauerthema, das den Pendlern in vielen Bereichen immer wieder negativ aufstoße.

„Wir erwarten von der BVG als größtes Verkehrsunternehmen Europas, aus den verfügbaren Mitteln das Maximum herauszuholen“, betont Linow. „Zur Not muss man an den U-Bahnhöfen eben wieder Kreidetafeln aufstellen.“

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