Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat für die nächste Woche eine Kabinettsentscheidung über einen harten Lockdown angekündigt. Das Ziel, die Kontakte zu beschränken, sei offensichtlich mit den bisherigen Maßnahmen „nicht gelungen“, sagte Woidke am Freitag im privaten BB Radio.
„Deswegen wird es ein Lockdown sein müssen, wenn wir uns dazu entscheiden (...), der sehr weitgehend sein wird.“ Die Entscheidung sei „sehr wahrscheinlich“ für die nächste Woche. Geschäfte zu schließen oder andere Dinge brächten aber nicht viel, wenn nicht alle mitmachten. „Meine eindringliche Bitte ist, dass jeder Einzelne sich in seinem Verhalten anpasst.“

Ministerpräsidenten beraten am 11.12.2020

Die Regierungschefs der Länder werden nach Angaben von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bis Sonntag gleich mehrmals über schärfere Corona-Regeln beraten. Es gebe „heute Abend nochmal eine Runde der Ministerpräsidenten, am Sonntag die Runde mit der Bundesregierung“, sagte Woidke am Freitag im privaten BB Radio.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch im Bundestag weitergehende Beschränkungen noch vor Weihnachten verlangt. Mehrere Länder kündigten bereits strengere Maßnahmen an, zuletzt Baden-Württemberg einen Lockdown und Ausgangssperren. Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland innerhalb eines Tages erreichte mit 29 875 einen Höchststand, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht.

Neuer Rekord in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen in Brandenburg erreichte mit 972 innerhalb von 24 Stunden einen weiteren Höchstwert. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Derzeit würden 718 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung in Krankenhäusern behandelt, davon 149 auf der Intensivstation. Im Hotspot von Brandenburg, dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz an der Grenze zum besonders betroffenen Sachsen, lag der Wert neuer Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche bei 465 - in der Stadt Brandenburg/Havel dagegen nur bei 76.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.