Corona-Krise
: Masken aus China für Brandenburger Ärzte

Verteilung Jeder Mediziner, der bei der Kassenärztlichen Vereinigung unter Vertrag steht, wird mit Schutzausrüstungen beliefert. Sogar Ski-Brillen gehören dazu.
Von
Katharina Schmidt
Potsdam
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Eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bringt einen Karton mit Schutzartikeln aus einer Lagerhalle zu ihrem Fahrzeug. Im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) werden Vertragsärzte damit beliefert.

Soeren Stache/dpa

„Dass die Mengen nicht ausreichen, ist uns auch klar“ sagte KVBB-Sprecher Christian dieser Zeitung. Denn die tatsächlich gelieferte Anzahl an Schutzausrüstung, war „längst nicht so viel, wie erhofft“, bedauerte er.

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Die Lieferung erreichte das Logistikzentrum der KVBB schon am Donnerstag und Freitag. Am Wochenende wurden die Waren für die 3300 Praxen vorbereitet, sodass Montagfrüh mit der Auslieferung durch das DRK begonnen werden konnte. Dabei gab sich das Team größte Mühe, den konkreten Lagerort bei Potsdam möglichst geheim zu halten – aus Sorge vor Diebstählen.

Von der Ware, die vornehmlich aus Shanghai stammt, organisierte die KVBB 80 Prozent. Den Rest orderte das Bundesgesundheitsministerium. „Hätte man mir vor fünf Wochen gesagt, dass ich mich mit Warenbeschaffung aus China beschäftigen würde – ich hätte es nicht geglaubt“, erzählt Wehry. Denn eigentlich zählt die Bestellung von medizinischer Schutzausrüstung nicht zu den Aufgaben der KVBB, die sich aber angesichts der Corona-Krise den Hut dafür aufgesetzt hat.

Beim Bestellprozess sind die Mitarbeiter kreativ geworden und haben neben den medizinischen Schutzbrillen zusätzlich Sport- und Skibrillen angefordert: „Es wird häufig vergessen, dass Tröpfcheninfektionen auch über die Augen übertragen werden können“, erklärt Wehry die ungewöhnliche Ware.

Die KVBB ist zunächst in Vorkasse für die Lieferung gegangen. Abgerechnet werde nach der Krise. Der Schutz der Mediziner habe höchste Priorität, erklärte KVBB-Vorstandsmitglied Holger Rostek in  einer Pressemitteilung: „Das Wichtigste ist, dass unsere Ärzte und Psychotherapeuten ausreichend geschützt sind. Sie stehen in der ersten Reihe und behandeln nicht nur Covid-19-Patienten, sondern halten auch die ambulante Regelversorgung aufrecht.“

Wann mit der nächsten Lieferung zu rechnen sei, darauf wollte sich Christian Wehry lieber nicht festlegen. Die vielen Ausfälle der letzten Wochen haben ihn eines besseren belehrt. Es sei zwar bald eine neue Fuhre angekündigt, „ich glaube es aber erst, wenn die Kisten auch tatsächlich auf dem Hof stehen“, so der KVBB-Sprecher.

Auch das Land Brandenburg hat Zehntausende neuer Atemschutzmasken gegen eine Übertragung des Coronavirus erhalten. Insgesamt seien vom Bund rund 42 500 FFP2-Masken und 55 600 Stück Mund-Nasen-Schutz eingetroffen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Dazu kämen fast 240 000 Paar Handschuhe, rund 3000 Mal Schutzkleidung und fast 1200 Liter Desinfektionsmittel. Die Schutz-ausrüstung soll nun an die Kreise und kreisfreien Städte gehen.