Corona-Pandemie: Saisonarbeiter sollen nach Deutschland eingeflogen werden

Julia Klöckner äußert sich zum Thema Corona-Krise und Saisonarbeiter. (Symbolbild)
Frank Rumpenhorst/dpa„Die Ernährungsbranche und die Landwirtschaft gehören zur systemrelevanten Infrastruktur dieses Landes und da sollten wir unbürokratische Lösungen finden“, sagte Klöckner.
In der Landwirtschaft waren im Jahr 2019 bundesweit etwa 286 000 Saisonarbeiter beschäftigt, viele von ihnen stammten aus Osteuropa. Mit den europaweiten Grenzschließungen sei ein Großteil nun nicht mehr in der Lage, trotz Arbeitsverträgen, die Stelle anzutreten. Die Bundesregierung sei dabei auszuloten, in welcher Zahl ein Teil dieser Arbeitskräfte nach Deutschland gebracht werden könne.
Joachim Rukwied, Präsident Deutscher Bauernverband, betonte, dass jetzt die „arbeitsintensive Zeit in der Landwirtschaft beginnt“. Von April bis Ende Oktober würden die meisten Arbeitskräfte benötigt, vor allem in Bereichen wie dem Obst-, Wein- und Gemüseanbau sowie in der Getreideaussaat und der Ernte. „Die Spargel- und Erdbeerzeit beginnt im April, da ist jede Hand nötig“, sagte Rukwied und forderte Lockerungen im Arbeitsrecht.
Das könnte neben der Bereitstellung der Arbeitnehmer aus Osteuropa, auch für die Arbeitskräfte gelten, die auf 450-Euro-Basis beschäftigt sind. Zudem würde er eine Verlängerung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit auf mehr als zehn Stunden pro Tag begrüßen. Landwirtschaft sei arbeitsintensiv, so Rukwied, die Aussaat für Weizen habe begonnen, Gemüse folge bald, und die Pflanzen müssten während der Wachstumsphase gepflegt werden, dazu brauche es Personal, bekräftigte der Bauernpräsident.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner schloss sich der Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) an, wonach es zur Sicherstellung der Lebensmittelbelieferung Sonderspuren für entsprechende Transportfahrzeuge geben sollte. „Den Vorschlag sollten wir schnell prüfen und umsetzen, es ist ein Problem, wenn Tiere oder Nahrungsmittel tagelang an Grenzübergängen stehen“, sagte Klöckner. Söder hatte mitgeteilt, Bayern werde den Bund bitten, eine zeitnahe Regelung zu finden, damit der Warenverkehr schneller über die Grenzen erfolgen könne. Infolge der Grenzkontrollen seien bereits Verzögerungen bei Warenlieferungen zu spüren.
Klöckner appellierte noch einmal an die Verbraucher, Hamsterkäufe zu unterlassen. „Ich verstehe, wenn etwas vorrätig gekauft wird“, sagte sie. „Die Lebensmittelversorgung ist gesichert“, sagte sie.