Coronakrise
: Auf diesen Linien fahren in Brandenburg weniger oder gar keine Züge mehr

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg schränkt angesichts der Corona-Krise sein Bahn-Angebot weiter ein.
Von
Mathias Hausding
Potsdam
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Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg schränkt angesichts der Corona-Krise sein Angebot ab dem 24.03. weiter ein.

Soeren Stache/dpa

„Einzelne Verstärkerzüge in den Hauptverkehrszeiten und Linien, für die es ausreichende Ersatzangebote gibt, werden zurückgezogen“, hieß es am Montag in einer Mitteilung. Auf diesen Linien fallen demnach Zusatzfahrten weg: RE3 (Stralsund – Berlin – Wittenberg), RE7 (Dessau – Berlin – Wünsdorf), RB27 (Berlin-Karow – Basdorf – Groß Schönebeck), RB60 (Eberswalde – Wriezen – Frankfurt (Oder), RB61 (Angermünde – Pinnow – Schwedt) und RB62 (Prenzlau – Angermünde).

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Auf drei Strecken, die laut VBB überwiegend der Taktverdichtung dienen, werden die Zugfahrten eingestellt: RB14 (Nauen – Berlin – Flughafen Schönefeld), RB43 (Cottbus - Doberlug-Kirchhain – Falkenberg) und RB49 (Cottbus - Ruhland – Falkenberg). Lediglich einzelne Frühfahrten soll es bei RB43 und RB49 noch geben. Die kurzen Linien RB23 (Michendorf – Ferch – Potsdam) und RB55 (Hennigsdorf – Velten – Kremmen) werden eingestellt und durch Busse ersetzt.

Auf den Verbindungen RB26 (Berlin-Ostkreuz - Müncheberg – Kostrzyn), RB66 (Szczecin - Tantow – Angermünde – Berlin), RB91(Frankfurt (Oder) – Zielona Góra) und RB93(Cottbus – Forst – Żagań) sei die Fahrt über die Grenze nach Polen aktuell nicht möglich. Daher könne hier auch kein Ersatzverkehr eingerichtet werden.

Auf allen anderen Linien gehe der reguläre Betrieb weiter. Eine Reduzierung im großen Stil gebe es nicht, sagte eine VBB-Sprecherin. „Ein gutes Grundangebot bleibt bestehen.“ Fahrgäste sollten sich jedoch wegen möglicher kurzfristiger Änderungen vor Fahrtantritt online über ihre Verbindung informieren. Die Sprecherin erinnerte daran, dass bereits in der vergangenen Woche mit der Erarbeitung von Notfahrplänen begonnen wurde. Warum der Takt etwa auf der Linie des RE1 zwischen Potsdam und Frankfurt (Oder) trotz gesunkener Nachfrage bislang noch nicht eingeschränkt wurde, kommentierte die Sprecherin mit den Worten: „Wir sind bislang in der Lage, das Angebot so zu fahren.“ Nach Informationen dieser Zeitung sind Verkehrsunternehmen wie DB Regio bestrebt, das bestellte Angebot möglichst nicht von sich aus zu kürzen, weil ihnen sonst wertvolle Einnahmen verloren gehen würden.

Die VBB-Sprecherin erinnerte am Montag auf Nachfrage daran, dass nach wie vor die Fahrscheinpflicht gelte. „Fahrgäste müssen sich vorab einen Fahrschein kaufen, möglichst online. Gerade jetzt sind die Verkehrsunternehmen auf Einnahmen angewiesen.“ Die Frage, inwieweit derzeit kontrolliert wird, wollte die Sprecherin nicht kommentieren.

Für mögliche Fahrpreiserstattungen gilt laut VBB derzeit, dass Personen in behördlich angeordneter Coronavirus-Quarantäne Zeitkarten etwa für einzelne Wochen zurückgeben könnten. Eine eventuelle Regelung für Abonnenten mit einem Jahresticket gebe es hingegen noch nicht. Dafür sei es noch zu früh, da unklar sei, wie sich die Situation entwickele, hieß es vom VBB.