Demonstration: Müller nach Krawall am Reichstag - Werden Polizei-Konzept auswerten

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat nach dem Vordringen von Demonstranten vor das Reichstagsgebäude angekündigt, das Einsatzkonzept der Polizei auszuwerten. (Archivbild)
dpa/Paul ZinkenAuf die Frage, ob es möglicherweise eine gezielt geplante Aktion gewesen sei, sagte Müller in der rbb-Abendschau: „Ich befürchte, dass es da schon gute Vernetzungen gibt zwischen den sogenannten Corona-Leugnern, zwischen Rechtsextremisten, Rechtspopulisten, zwischen Leuten mit ganz unterschiedlichen Zielen, die aber die Situation nutzen wollen.“ Und weiter: „Es wurde ja im Internet auch aufgerufen, es wurde aufgerufen zum Sturm auf Berlin, zum Sturm auf den Reichstag, Morddrohungen gegen die Kanzlerin, gegen den Innensenator, gegen mich. Alles das ist kein Zufall, was dann da passiert ist.“
Der Berliner Regierungschef dankte den Polizistinnen und Polizisten, „die den Bundestag vor der Menge geschützt haben, die zum Sturm auf den Reichstag aufgerufen hat“. Jedem müsse spätestens jetzt bewusst sein, dass ein Mitlaufen bei diesen Demonstrationen nicht nur eine Gefahr für die Gesundheit vieler Menschen darstelle, sondern „dass man sich auch mit Rechtsextremen und Rechtspopulisten gemein macht, die ganz andere Ziele verfolgen“. Müller betonte auf Twitter: „Wir alle sind jetzt aufgefordert, uns diesen Umtrieben mit aller Klarheit entgegenzustellen.“
Aggressive Demonstranten gegen die Corona-Politik hatten am Samstagabend Absperrgitter am Reichstagsgebäude in Berlin überwunden. Sie stürmten die Treppe hoch - dabei waren die von den sogenannten Reichsbürgern verwendeten schwarz-weiß-roten Reichsflaggen zu sehen, aber auch andere Fahnen. Anfangs standen nur drei Polizisten der grölenden Menge entgegen. Nach einer Weile kam Verstärkung, die Polizei drängte die Menschen auch mit Hilfe von Pfefferspray zurück.