ADAC Bilanz 2023
: Diese Autobahn in Brandenburg ist Stau-Spitzenreiter

Der ADAC hat in seiner aktuellen Staubilanz das Jahr 2023 in den Blick genommen. Eine Autobahn in Brandenburg ist deutschlandweit Spitzenreiter in Sachen Stau.
Von
Nicole Züge
Berlin/Potsdam
Jetzt in der App anhören

Der ADAC hat in seiner neuen Staubilanz die Autobahnen ausgemacht, in denen man 2023 am längsten im Stau stand. Spitzenreiter ist eine Autobahn in Brandenburg. (Symbolbild)

Julian Stratenschulte/dpa

Wie lange standen Menschen in Berlin und Brandenburg im vergangenen Jahr im Stau? Der ADAC hat Bilanz gezogen. Die staureichste Strecke befindet sich in Brandenburg. Auch die Auswirkungen des Deutschlandtickets wurden untersucht.

Überblick:

  • Diese Brandenburger Autobahn ist Stau-Spitzenreiter.
  • Die Auswirkungen des Deutschlandtickets auf das Stau-Aufkommen im Land.
  • Abfahren oder nicht? Stau-Tipps

Stau-Spitzenreiter 2023 ist eine Brandenburger Autobahn

Laut der aktuellen ADAC-Studie zum Stau-Geschehen im vergangenen Jahr gab es 2023 etwa vier Prozent mehr Verkehr auf Deutschlands Straßen. Der LKW-Verkehr ist allerdings um einige Prozentpunkte gesunken. Auf den meisten Strecken sind vor allem die Baustellen der Grund für vermehrten Stau. Zwischen 800 und 1500 Baustellen waren es 2023, die zeitgleich gemeldet wurden und damit den Verkehr sehr deutlich ausgebremst haben.

Spitzenreiter war laut ADAC die Autobahn A10 zwischen dem Schönefelder Kreuz und dem Dreieck Spreeau. Platz zwei belegt die A3 zwischen Köln und Oberhausen sowie zwischen dem Grenzübergang Passau/Suben und Passau. Hier kam es vor allem wegen der Grenzkontrollen zu längeren Wartezeiten. Platz drei und vier belegen die A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe und die A4 zwischen Köln und Aachen.

Dauerbaustelle A10: Noch kein Ende in Sicht

Auch auf den anderen Abschnitten der Dauerbaustelle A10 mussten die Menschen aus Berlin und Brandenburg Umleitungen, Wartezeiten und Stau in Kauf nehmen.

Auf dem A10-Abschnitt zwischen Dreieck Havelland und Dreieck Werder wurde im letzten Jahr ebenfalls gebaut. Dazu kommt die Dauerbaustelle zwischen den Autobahndreiecken Barnim und Spreeau, die nach wie vor existiert.

Auf der A10 wird es auch in den kommenden Jahren nicht ruhiger werden. Die Fahrbahnsanierungen sind weit vorangeschritten, aber noch nicht beendet. Geplant ist voraussichtlich für 2025 die vollständige Erneuerung der mehr als 30 Jahre alten Mühlenfließbrücke auf der A10 bei Rüdersdorf. Das Bauvorhaben ist kompliziert und wird laut Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg mehrere Jahre in Anspruch nehmen und voraussichtlich 100 Millionen Euro kosten.

Ein weiteres Großprojekt befindet sich derzeit ebenfalls in Planung. Es geht um den Neubau der Anschlussstelle Freienbrink-Nord. Im Zusammenhang damit wird in den kommenden Jahren die A10 bis zur AS Erkner erweitert. Die AS Erkner und Freienbrink werden zudem umgebaut. Das Großprojekt soll auch das erhöhte Verkehrsaufkommen durch die Gigafactory von Tesla in Grünheide auffangen. Auf einer Gesamtlänge von ca. fünf Kilometern werden dazu neben den Neu- bzw. Umbauten der Anschlussstellen auch mehrere Brückenneubauten und -erweiterungen nötig sein. Veranschlagt sind dafür 183 Millionen Euro.

Alle geplanten Bauvorhaben auf Brandenburgs Autobahnen haben wir hier zusammengefasst.

Keine positiven Auswirkungen durch das Deutschlandticket

Das Deutschlandticket hat laut ADAC leider nicht dazu geführt, dass die Menschen seltener oder zumindest kürzer im Stau standen. Hinzu komme der Umstand, dass 2023 weniger Menschen im Homeoffice gearbeitet haben.

Die staureichsten Monate waren im vergangenen Jahr Juli, August und September. Die Sommermonate sind traditionell die Monate, mit dem höchsten Stauaufkommen. Staureichste Wochentage sind der Mittwoch und der Donnerstag.

Das waren die Stau-Spitzentage 2023

Auch die Stau-Spitzentage hat der ADAC ausgemacht. Vor allem vor langen Wochenenden, die Arbeitnehmende gern mit Brückenurlaubstagen schaffen, staute sich 2023 der Verkehr. Das betraf im Mai sowohl das lange Wochenende vor Christi Himmelfahrt als auch den Freitag vor dem langen Pfingstwochenende.

Weitere Stau-Spitzen gab es an den folgenden Tagen:

Einen der längsten Staus im Jahr 2023 kann ebenfalls Berlin-Brandenburg für sich verbuchen: Zwischen den Anschlussstellen Meyenburg und Kremmen kam es am 16. Juli 2023 zu einem 46 Kilometer langen Stau. Zwischen den Abschnitten Kremmen und Fehrbellin startete vor wenigen Tagen ein Probebetrieb elektronischer Schilderbrücken. Diese sollen flexibel auf das Verkehrsaufkommen reagieren und können in beiden Richtungen den Standstreifen als zusätzliche Fahrbahn freigeben.

Was tun bei Stau: Abfahren oder nicht?

Tipps zum richtigen Vorgehen bei Stau hat der ADAC auch parat: So lohne es bei kleineren Staus im Berufsverkehr selten, die nächste Abfahrt zu nehmen. Die anderen Pendelnden würden die Ausweichstrecken natürlich auch kennen, was das Stauproblem einfach nur verlagere. Anders sieht es bei Vollsperrungen aus: Da sollte man auf jeden Fall die nächste Abfahrt nehmen. Auch wer ortskundig sei, könne im Fall der Fälle eine Ausweichroute probieren.

Kein Newsletter ausgewählt
Melden Sie sich jetzt unkompliziert an und bleiben Sie automatisch informiert.