E-Bikes in Spandau: Rückzug von Nextbike? Das sind die Reaktionen und Folgen

Der Bike-Sharing-Anbieter Nextbike könnte sich bald aus Berlin-Spandau zurückziehen.
Carsten Koall/dpa- Nextbike könnte sich aus Spandau zurückziehen; Vertrag mit Berliner Senat ungeklärt.
- Nextbike würde sich auf das Stadtzentrum konzentrieren; dort wirtschaftlicher.
- Spandau erst seit 2023 angebunden; Förderung unzureichend.
- Bolt und dott könnten profitieren; mehrere Anbieter aktiv in Spandau.
- Nachfrage nach Nextbike-Rädern in Berlin gestiegen; Vertrag verlängert bis 2024.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Spandau werden möglicherweise die Leihräder des Anbieters Nextbike vom Markt verschwinden. Grund: Der Vertrag mit dem Berliner Senat zur Finanzierung des Angebots auch in den Außenbezirken wird nicht verlängert. Ohne Vertrag wird Nextbike den Service wegen fehlender Wirtschaftlichkeit unter anderem in Spandau voraussichtlich einstellen müssen.
Nach Angaben von Nextbike-Sprecherin Mareike Rauchhaus wird das Unternehmen dennoch weiter in der Hauptstadt vertreten sein. Allerdings konzentrierten sich die Geschäfte dann ohne finanzielle Hilfen auf das Stadtzentrum, hieß es. Dort sei die Wirtschaftlichkeit gegeben: kurze Wege für die Distribution und hohe Verleiheinnahmen pro Rad.
Verlässlicher Service für Nextbike nur mit Förderung möglich
Für Spandau wäre dies bedauerlich, hieß es. Denn der Bezirk ist den Angaben zufolge nach einer Aufstockung der Flotte erst seit 2023 angebunden. Nextbike sieht in Spandau zudem viel Potenzial.
Die Sprecherin wies darauf hin, dass die öffentliche Förderung schon jetzt nicht ausreiche. Deshalb sei Sponsor Edeka mit an Bord geholt sowie viele weitere Kooperationen geschlossen worden, um die Finanzierung zu sichern. „Aber ein verlässlicher Service ist nur mit öffentlicher Förderung möglich“, sagte Rauchhaus.
Ganz ohne Zuschüsse müssen hingegen Anbieter wie Bolt auskommen. Campaign Director Patrizia Fauster wies darauf hin, dass Bolt einen eigenwirtschaftlichen Betrieb betreibt und keine Förderung bekommt. Im Gegenteil: Als Unternehmen sei man verpflichtet, Sondernutzungsgebühren an das Land zu entrichten.
Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um eine Summe von 1,5 Millionen Euro jährlich, die alle Anbieter zusammen entrichteten, so Fauster. Sie sprach sich dafür aus, das Geld in die Verbesserung der Infrastruktur zu stecken.
Bike-Sharing in Spandau – Konkurrenten stehen bereit
Auch wenn die Förderung für Nextbike künftig wegbricht, müssen sich Spandauerinnen und Spandauer keine Sorgen machen. So gibt es gleich mehrere Anbieter, die in Spandau aktiv sind. Nutzerinnen und Nutzer von E-Bikes können zum einen auf Bolt zurückgreifen. Die Flotte des Anbieters umfasst rund 1250 Pedelecs. Die Bikes können in den in der App markierten Bereichen angemietet oder auch abgestellt werden.
In Spandau stellt zum anderen der Anbieter dott – ehemals Tier – seine Fahrräder bereit. Der Umkreis, in dem diese angemietet oder abgestellt werden können, ist jedoch begrenzt. Auf Nachfrage teilte Sprecherin Luisa Lindenthal mit, dass dott auch angesichts der aktuellen Aufregung um Nextbike „keine Änderungen an seinem Angebot“ plane.
Daneben sind Vertreter wie Call-a-Bike von der Deutschen Bahn und Lime auf dem Berliner Markt unterwegs.
Nachfrage nach Nextbike-Rädern in Berlin gestiegen
Die Nachfrage nach Leihrädern von Nextbike ist in Berlin 2024 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Bis Mitte November waren nach Unternehmensangaben vier Millionen Fahrten registriert worden. Der Vertrag mit dem Berliner Senat war bereits Mitte 2024 ausgelaufen. Danach wurde er ohne Ausschreibung um ein weiteres halbes Jahr verlängert.
Der Berliner Senat hat sich inzwischen auf ein umfassendes Sparprogramm verständigt. Danach sollen die Mittel für Nextbike komplett gestrichen werden.

