Parken in Spandau: Chaos um Parkplätze in Staaken – Anwohner verzweifelt

Mike Kuley (l.) und Jennifer Klein nutzen das Auto nur noch, wenn es unbedingt sein muss. Seit die Parkplätze vor ihrem Haus in Berlin-Spandau umgebaut werden, herrscht auch in den umliegenden Straßen Chaos.
Jessica Neumayer- In der Maulbeerallee in Berlin-Spandau sind vier Parkplätze gesperrt, was erhebliche Parkprobleme verursacht.
- Die bisherigen kostenlosen Parkplätze sollen zukünftig kostenpflichtig werden.
- Anwohner wie Jessica Neumayer und Mike Kuley sind frustriert über die chaotischen Zustände.
- Bauarbeiten und Umwandlungen in Mietparkplätze sollen bis Ende 2024 abgeschlossen sein.
- Die Kosten für Mietparkplätze könnten zwischen 30 und 55 Euro pro Monat liegen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Parkplatzproblem rund um die Maulbeerallee in Staaken hat sich verschärft. Vier Parkplätze sind derzeit gesperrt. Knapp 350 Auto-Stellplätze fehlen gerade an der Hochhaussiedlung in der Bezirksregion Heerstraße Nord in Berlin-Spandau. Anwohner können nur die Köpfe schütteln. So war das nicht angekündigt.
Zwei der vier gesperrten Parkplätze sollten, laut einem Schreiben an die Anwohner, schon seit Ende Oktober 2024 bebaut werden. Vor Ort sind ein paar Steine ausgehoben. Vereinzelt schauen ein paar Rohre aus dem Boden. Ein Bauzaun steht drumherum, Absperrband flattert im Wind.
Parkchaos durch gesperrte Parkplätze in Staaken
Die zwei weiteren Parkplätze – Höhe der Hausnummer 23 sowie 25 bis 33 - sind seit dem 4. November 2024 gesperrt. Auf den Hinweisschildern steht als Grund die Sanierung der Plätze.
Aus einem Schreiben der Gewobag an die Mieterinnen und Mieter vom September 2024 geht ein anderer Grund hervor: „Wir haben zunehmend festgestellt, dass unsere Parkplätze auch durch Firmen und Autohändler genutzt werden. Zudem werden vielerorts abgemeldete Fahrzeuge über längere Zeiträume dort abgestellt.“

Sperrung der Parkplätze in der Maulbeerallee: Auf dem Schild werden Sanierungsarbeiten genannt. Es könnte sich bei den Arbeiten aber auch um den Umbau der bisher kostenfreie Parkplätze zu Miet-Stellplätzen handeln.
Jessica NeumayerDies verursache Kosten, beeinträchtige das Erscheinungsbild und erschwere die Parkplatzsuche für Anwohnerinnen und Anwohner. Abhilfe soll der Umbau der Parkflächen zu privaten Stellplätzen schaffen. „Dafür statten wir jeden Stellplatz mit einem Parkbügel aus oder versehen komplette Parkplätze auf unseren Grundstücken gegebenenfalls mit Ein- und Ausfahrtschranken.“
Umbau zu Mietplätzen in Spandau – Anwohner trotzen Parkverbot
Auffällig ist, dass vereinzelt Autos dem aktuellen Parkverbot trotzen. Doch wer sich die Straßen rund um die Maulbeerallee anschaut, kann sich denken, warum. Es gibt kaum andere Möglichkeiten, das Auto abzustellen. Sämtliche angrenzenden Querstraßen sind zugeparkt, Autos stehen auf dem Bürgersteig.
Gerade hat ein Mieter sein Auto an der Ecke Schwebelweg abgestellt. So schnell wird er den Parkplatz nicht aufgeben, berichtet er, während er abschließt. Die letzten Tage musste er von seinem Parkplatz immer ein bis zwei Kilometer nach Hause laufen. Heute hat er Glück. Er habe aber auch darauf gelauert.
Lange Suche nach Parkplätzen und weite Wege in Spandau
Auch Jennifer Klein kennt die ewige Suche nach einem Parkplatz. Sie ist auf dem Weg zu ihrem Auto. Ihr Ziel: der angrenzende Baluschekweg. „Wir machen jetzt gerade alles, was geht, mit dem Bus oder zu Fuß.“ Doch heute zwinge sie ein wichtiger Termin, ihren Parkplatz aufzugeben.

In der Maulbeerallee sind derzeit vier Parkplätze gesperrt. Knapp 350 Parkplätze fallen dadurch in Spandau weg. Aus Mangel an Alternativen parken Autos auch an Straßenecken und auf Gehwegen.
Jessica Neumayer„Die Arbeiten sollten zeitlich versetzt stattfinden“, sagt Klein. „Jetzt ist alles gleichzeitig gesperrt.“ Auch sie fand die Autowracks auf den kostenfreien Parkplätzen, in denen teilweise Ratten hausten, unzumutbar. Doch wie die Arbeiten und die Mieterinformation nun abläuft, kann sie nicht verstehen.
Die Mutter eines schwerbehinderten Kindes sei auf einen nahen Parkplatz angewiesen. Auf ihre letzte Anfrage bei der Gewobag, ab wann ein Stellplatz gemietet werden könne, habe sie eine allgemeine Antwort bekommen, dass es zeitnah passende Angebote auf der Webseite gebe. Eine Warteliste sei nicht geplant.
Während des Gesprächs grüßt sie einen Nachbarn, der gerade mit seinem Kind Richtung Cosmarweg läuft. „Der muss auch jeden Tag weit laufen und lange suchen.“ Nach Norden bis zur Lutoner Straße und nach Süden bis zum New Staaken Center sei der Wegfall der Parkplätze in der Maulbeerallee spürbar.
So teuer könnten die Parkplätze in Spandau werden
„Die langen Wege sind vor allem schwierig, wenn man schwere Einkäufe zu tragen hat“, sagt Mike Kuley. Er wohnt ebenfalls in der Maulbeerallee. Der Mieter bezweifelt, dass sich die Parksituation zukünftig bessern wird. Er befürchtet, dass es bei den vielen Mieterinnen und Mietern einen regen Kampf um die kostenpflichtigen Parkplätze geben wird.
Bisher wurden die vorhandenen Stellplätze Mieterinnen und Mietern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Laut Ausschreibungen anderer Stellplätze der Gewobag in der Umgebung könnte sich die Miete zwischen 30 Euro bis 55 Euro pro Monat bewegen.
Eigentlich sollen die Bauarbeiten rund vier Wochen pro Parkplatz dauern, steht im Schreiben der Gewobag. „Wir rechnen mit einer Fertigstellung aller Baumaßnahmen bis zum Ende des Jahres 2024.“
Klein und Kuley schauen beide auf die Baustelle vor ihrer Haustür und schütteln mit den Köpfen. Das Abschleppunternehmen, das unberechtigt parkende Fahrzeuge mitnimmt, haben sie schon häufiger gesehen. Wann die angekündigten Parkbügel oder Schranken gebaut werden, davon lassen sie sich überraschen.


