Einkaufen in Spandau
: Historische Halle wird Einkaufs- und Kulturzentrum

Auf der Insel Gartenfeld entsteht ein autoarmes Wohnquartier für 10.000 Menschen. Mittendrin steht die Belgienhalle – ein zentraler Ort für Kultur und Gewerbe.
Von
Jessica Neumayer
Spandau
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Zentral in der Mitte liegt das Herzstück des neuen Quartiers im Nordwesten Berlins: die Belgienhalle. Im Quartier „Neues Gartenfeld“ soll das denkmalgeschützte Gebäude zum geselligen Treffpunkt werden.

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Zentral auf der Insel Gartenfeld steht ein großes rotes Backsteingebäude – die Belgienhalle. Große Fensterfronten erhellen das Innere des Gebäudes. Einst hat es als Kabelwerk gedient. Künftig soll die denkmalgeschützte Halle im Ortsteil Siemensstadt ein zentraler Treffpunkt für alle sein, der mehr ist als nur ein Einkaufszentrum.

Die Insel Gartenfeld war lange Zeit eine Industriebrache. Die Firma Siemens stellte hier Kabel, Rohre und Drähte her. Zukünftig soll die Insel ein naturnahes Wohngebiet werden. 10.000 Menschen sollen auf der 31 Hektar großen Insel wohnen und arbeiten.

Insel Gartenfeld – ein Zentrum für Kultur und Einkauf

3700 Wohnungen – zum großen Teil sozial gefördert – sind derzeit auf der Insel geplant. Dazu Cafés, Kultureinrichtungen, eine Schule und drei Kitas. Dort wo gelebt und gearbeitet wird, sollte es auch möglich sein, sich zu versorgen.

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10.000 Menschen sollen künftig auf der Insel Gartenfeld wohnen und arbeiten. Dafür werden  3700 Wohnungen, eine Schule, Kitas und Räume für unter anderem Geschäfte, Cafés und Restaurants geschaffen.

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In dem autoarm geplanten Quartier wird es neben der sozialen Infrastruktur auch Einkaufsmöglichkeiten geben. Die Belgienhalle bietet viel Platz dafür. Mehr als zwei Fußballfelder passen auf die 16.500 Quadratmeter des zukünftigen Indoor-Markplatzes.

Messen, Raves und Theaterstücke in der Belgienhalle

Besonders ist dabei der industrielle Charme des denkmalgeschützten Gebäudes. Eisengestänge und Stahlkonstruktionen zieren den Innenraum des Industriegebäudes mit durchgängigem Oberlicht. Aktuell dient die Halle als Veranstaltungsort. In der Vergangenheit konnte dort schon die Modemesse „Bread and Butter“ oder die „Start-Up-Messe: Tech in Construction“ besucht werden.

Die Theaterproduktion „Die letzten Tage der Menschheit“ gastierte ebenfalls in den historischen Gemäuern. Genug Platz für große Konzerte, wie den Rave „Broiler Room Festival“, bot die Halle ebenfalls.

Auch als Teil des neuen Quartiers soll die Fläche dazu dienen, Bewohnerinnen und Bewohner zusammenzuführen. Eine Mischung aus Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden sollen zukünftig den Charakter der Halle prägen.

„Die Belgienhalle wird nicht nur Herzstück und urbane Mitte für das sich entwickelnde Gartenfeld, sondern für den gesamten neuen Entwicklungsraum Berlin-Nordwest“, sagt Thomas Bestgen, Geschäftsführer der UTB Projektmanagement GmbH.

Laut Projektwebseite sind „kleine Manufakturen, eine Craftbeer-Brauerei, Workspaces, Büros, eine Markthalle, einladende Restaurants und Cafés oder Einrichtungen für Sport, Freizeit und Kultur“ denkbar für die Nutzung der Fläche.

Geschichte der Belgienhalle als Kriegsbeute

Ihren Namen hat die Halle fälschlicherweise erhalten. Gebaut wurde sie eigentlich im Ort Valenciennes im Norden Frankreichs. Dieser liegt lediglich nahe der belgischen Grenze.

Der Mangel an Eisen während des Ersten Weltkrieges führte dazu, dass die Halle 1917 von der deutschen Heeresleitung in den besetzten Gebieten demontiert und auf der Insel Gartenfeld wieder aufgebaut wurde.

Fortan gehörte sie zum Metallwerk für die Kabelproduktion von Siemens. Weitere Seitenschiffe und ein 34 Meter hoher Druckwasser-Akkumulatorturm wurden in den folgenden Jahren dazu gebaut. Seit 2002 ist das Kabelwerk stillgelegt.