Einkaufen in Spandau: Musicland mit neuen Besitzern – Ideen und Pläne

Uwe Abel (links) und Tobias Lettow sind zwei der vier neuen Inhaber des Plattenladens Musicland in Spandau. Was die neuen Besitzer alles planen.
Jessica NeumayerMusicland schließt – lang lebe das Musicland. Den Plattenladen in der Klosterstraße gibt es schon seit fast 50 Jahren. Generationen sind mit Musiktipps vom ehemaligen Inhaber Ralf Rachner aufgewachsen. Als es hieß „Jetzt ist Schluss!“, konnten das viele Musikfans kaum fassen. Mit 73 Jahren geht Rachner in den Ruhestand und macht Platz für „die Neuen“. Und die haben viel vor.
Fest steht: Der Name bleibt. Der ist schon Spandauer Musikgeschichte und weitreichend bekannt, sagt Uwe Abel, einer der neuen Inhaber. Von innen soll der Laden jedoch nach einer zweiwöchigen Renovierungsphase im neuen Glanz erstrahlen. Die Neueröffnung wird am Samstag (1. Juni) ab 12 Uhr gebührend gefeiert.
Vision wird Realität – Musikfans erfüllen in Spandau ihren Traum
„Eigentlich ist die Idee aus einer Bierlaune entstanden“, sagt Uwe Abel. Er und drei weitere Musikfans wollten schon immer einen Plattenladen eröffnen. Mit im Bunde sind Tobias Lettow, Philipp Pagel und Christian Bohm. Schnell wurde es mit der Idee ernst, als sie hörten, dass Rachner aufhören möchte.

Der Laden Musicland soll zukünftig nicht nur ein Shop, zum Platten kaufen sein, sondern auch ein Ort, an dem Musikfans zusammenkommen und über ihre Leidenschaft reden. Couch und Kaffeemaschine stehen für die Gäste schon bereit.
Jessica Neumayer„Wir sind alle musikbekloppt“, erzählt der 60-Jährige, der sich neben seiner Selbstständigkeit in der Digitalbranche ein weiteres Standbein aufbauen möchte, das ihn mehr erfüllt. Er ist der Älteste im Bunde. „Die anderen sind eher so in ihren Zwanzigern.“ Trotz Altersunterschied hat die Liebe zur Musik die Vier zusammengeführt – und die gemeinsamen Wurzeln in Falkensee. „Wir treffen uns gerne und reden über Musik oder gehen zum Musikquiz.“
Plattenladen in Spandau als Treffpunkt für Generationen
Jetzt schaffen sie sich ihren musikalischen Treffpunkt in ihrem eigenen Geschäft. „Ich war 15 Jahre alt, als ich meine ersten Platten im Musicland gekauft habe“, erinnert sich Abel. Damals hat er Blondie und Nina Hagen gehört. Heute fühlt es sich im Hardcore, Metal oder Punk zu Hause. Manchmal lege er sich aber auch eine Soul-Platte auf. Volksmusik und Techno sind nicht sein Fall. „Das wird es bei uns im Laden auch eher nicht zu kaufen geben“, sagt Abel. Damit kenne sich keiner der Vier gut genug aus.

Wer Tobias Lettow (links) und Uwe Abel (rechts) nach ihrer Lieblingsplatte fragt, sollte etwas Zeit mitbringen. Stundenland können sie über Musik philosophieren. Die Regale in der Mitte des Ladens werden zukünftig auf Rollen stehen, um Platz für kleine Unplugged-Konzerte zu schaffen.
Jessica NeumayerWie das Sortiment des Ladens bestückt wird, sehen die vier Geschäftsführer mit der Zeit. „Wir müssen auch erstmal testen, was beim Publikum ankommt.“ Abel möchte eine gute Mischung aus Musik der jüngeren Generation und den Klassikern. „Es wäre ein Traum, wenn ein Biker und ein Hipster bei uns einen Kaffee trinken und sich über Musik austauschen.“
Die schwarze Ledercouch steht dafür schon bereit, Kaffeemaschine und Milchaufschäumer ebenso. Es wird „Solibrause“ geben. Der Laden soll nicht nur ein Geschäft sein, sondern ein Ort der Begegnung für Musikfans. „Wir werden auch Künstler einladen“, für kleine Unplugged-Konzerte mit Privatparty-Charakter oder musikalische Lesungen – ein- bis zweimal im Monat. Dafür werden die Regale in der Ladenmitte auf Rollen stehen, um schneller Platz schaffen zu können.
Vielleicht gibt es neben der Café-Ecke auch einen regelmäßigen Musiktalk, einen Konzertkartenverkauf ohne überhöhte Gebühren oder sogar einen kleinen Außenbereich mit Tischen und Stühlen, sprudeln die Ideen aus Abel heraus. Was dann wann und wie umgesetzt wird, zeigt die Zeit.
Gedämmt gegen Lautstärke sei der Laden ausreichend, und mit den Mietern haben sie ebenfalls schon geredet. Sowohl Mieter als auch Vermieter sind gleichermaßen froh, dass das Geschäft bestehen bleibt, berichtet Abel. Mitbieter um den Laden habe es zur Genüge gegeben. Abel und Co. konnten sich unter anderem gegen Dönerläden, Nagelstudios und ein Glücksspielgeschäft durchsetzen.

Seit fast 50 Jahren ist der Plattenladen Musicland ein Teil der Klosterstraße in Berlin-Spandau. Von außen wird sich das Geschäft noch etwas verändern. Der Name bleibt aber gleich.
Jessica NeumayerNeben dem Plattenladen werden alle vier Inhaber in ihren anderen Jobs weiterarbeiten. „Zwei von uns arbeiten frei und können ihre Zeit flexibel einteilen“, sagt Abel. Die anderen sind im medizinischen und sozialen Bereich angestellt. Wenn sie nicht im 24-Stunden-Dienst sind, haben sie lange genug frei, um auch im Laden sein zu können.
Öffnungszeiten vom Musicland in Spandau
Vorläufig: Montag geschlossen, Dienstag bis Freitag 12 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr
Adresse: Klosterstraße 12, 13581 Berlin
Nächstes Event: Fête de la Musique am 21. Juni

