Campingplatz in Prerow: Regenbogen AG will Minister verklagen

Das Regenbogencamp in Prerow (Darß) ist einer der schönsten Campingplätze an der Ostsee. Seit Monaten gibt es einen Streit um die Pachtverträge. Nun prüft die Regenbogen AG rechtliche Schritte gegen Minister Till Backhaus.
Jens Büttner/dpaDer Ferienanlagenbetreiber Regenbogen AG will im erbittert geführten Streit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern über den Dünen-Campingplatz in Prerow rechtlich gegen Äußerungen von Umweltminister Till Backhaus (SPD) vorgehen.
„Wir nehmen nicht hin, als Mietnomaden denunziert zu werden. Wir nehmen auch den Vorwurf nicht hin, Erpresser genannt zu werden“, begründete Regenbogen-Vorstand Patrick Voßhall am Mittwoch den Schritt. Deshalb habe man die Kanzlei des Medienrechtlers Matthias Prinz mandatiert, rechtliche Schritte gegen den Minister vorzubereiten.
Der Konflikt um das Regenbogencamp im Überblick
Hintergrund des Konflikts sind Kündigungen von zwei unterschiedlichen Pachtverträgen für das Campinggelände direkt an der Ostsee und laufende Rechtsstreitigkeiten vor Gericht zwischen dem Land und der staatlichen Stiftung für Umwelt- und Naturschutz als Eigentümer einerseits und der Regenbogen AG andererseits, die den Platz seit 1991 betreibt. Den ursprünglichen Konflikt haben wir hier zusammengefasst. Die Regenbogen AG hat ihren Firmensitz in Schönkirchen (Schleswig-Holstein) und in Deutschland 19 Anlagen in Betrieb, darunter sechs in MV.
Backhaus Interview ist Auslöser für erneute Eskalation des Konflikts
Voßhall bezog sich auf ein Interview des Ministers, das er Anfang der Woche dem NDR gab. Darin hatte er die Regenbogen AG als „schlechten Verlierer“ bezeichnet, der „mit der Angst der Dauercamper“ und „fadenscheinigen“ Argumenten arbeite, um die Flächen auf dem „schönsten Campingplatz Deutschlands“ nicht aufgeben zu müssen. Dabei hatte Backhaus gesagt, er sei nicht erpressbar. Zuvor hatte er das Verhalten der Regenbogen AG mit dem von Mietnomaden in Verbindung gebracht.
