Ferien
: So gelingt der Urlaub unter Corona-Bedingungen

Die Ferien werden dieses Jahr viele in Deutschland verbringen. Was man zu Buchung, Stornierung und Einschränkungen wissen sollte.
Von
Simone Dürmuth
Frankfurt (Oder)
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Noch ist es recht leer am Ostseestrand in Warnemünde. Doch bald können die ersten Urlauber anreisen.

Bernd Wüstneck/dpa

Bekomme ich jetzt überhaupt noch ein Zimmer in einer schönen Region?

„Die Küste, also Nord- und Ostsee und der Süden mit Allgäu und Bodensee sind sehr beliebt, da kann es zu Engpässen kommen“, erklärt Martin Katz, beim Reiseanbieter FTI für Deutschlandreisen zuständig. Dazu kommt, dass in einigen Bundesländern beschlossen wurde, dass Hotels nicht voll ausgelastet werden dürfen: In Mecklenburg-Vorpommern dürfen 60 Prozent der Zimmer vermietet werden, in Niedersachsen nur 50 Prozent. Dadurch wird das Angebot noch knapper.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.

Wie kann ich meine Chancen erhöhen?

Katz empfiehlt, sich auch in anderen Regionen umzuschauen, zum Beispiel im Harz oder Sauerland. Wer zeitlich flexibel ist, sollte außerhalb der Schulferien verreisen. „Wenn Nordrhein-Westfalen Sommerferien hat, dann ist die Ostsee voll“, so Katz. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa), klingt jedoch optimistisch: „In Deutschland freuen sich 32 000 Hotels, Hotel garnis, Gasthöfe und Pensionen mit insgesamt einer Million Zimmer auf Gäste. Dazu kommen noch einmal gut 15 000 andere Ferienunterkünfte.“ Man sei zuversichtlich, für jeden einen Platz zu finden.

Wird der Urlaub in diesem Jahr dann teurer?

Martin Katz kann sich vorstellen, dass Hoteliers ihre Preise anheben, da sie jetzt lange geschlossen hatten und einige ihre Kapazitäten nicht voll nutzen können werden. Wer aber bereits gebucht hat, auf den kommen keine Nachforderungen zu. Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kann sich eine andere Entwicklung vorstellen: „Die Verbraucher sind verunsichert, viele wollen gar nicht wegfahren, auch wenn es möglich ist.“ Dann könnte es sein, dass Hoteliers die Preise senken, um Urlauber anzulocken.

Wenn ich schon gebucht habe, findet mein Urlaub dann auf jeden Fall statt?

Nein. Denn ein paar Fallstricke gibt es: Da einige Hotels nicht voll belegt werden dürfen, kann es sogar sein, dass von Seiten des Veranstalters noch storniert wird, wenn das Kontingent bereits überschritten wurde. „Bei so unsicheren Verhältnissen gilt die sogenannte Unsicherheitseinrede. Das bedeutet, ich kann dem Hotelier sagen, dass ich die Kosten für die Unterkunft erst kurz vor Reiseantritt oder sogar erst vor Ort bezahle“, erklärt Verbraucherschützer Buttler. Das erspart unter Umständen, dass man umständlich Geld zurückfordern muss. „Sollte das vorkommen, werden wir immer versuchen, dem Urlauber Ersatz anzubieten“, versichert Katz vom Reiseveranstalter FTI.

Mir ist das alles zu unsicher. Kann ich meinen Urlaub einfach stornieren?

Das kommt auf die Stornobedingungen an. Wer einfach nicht fahren will, weil ihm alles zu unsicher ist, muss mit Gebühren rechnen. Außerdem empfiehlt Oliver Buttler eine Reiserücktrittsversicherung. Zum Beispiel für den Fall, dass man an Covid-19 erkrankt und darum nicht in den Urlaub fahren darf. Allerdings lohnt sich hier ein genauerer Blick in die Bedingungen: Manche Versicherung ist dazu übergegangen, eine Covid-19-Erkrankung von der Versicherung auszunehmen.

Aber das Hotel bietet die Leistungen, wegen denen ich gebucht habe, gar nicht mehr an. Man hat bereits im Winter pauschal einen Wellness-Urlaub gebucht, aber der Spa-Bereich ist geschlossen?

„Dann kann man den Preis mindern oder ganz von der Reise zurücktreten“, erklärt Buttler. Wer allerdings jetzt erst bucht, müsse damit rechnen, das nicht alle Leistungen angeboten werden können. Am besten informiert man sich vor der Buchung, wie es im jeweiligen Hotel aussieht.

Was passiert, wenn es in meiner Urlaubsregion zu einem regionalen Lockdown kommt? 

„Dann handelt es sich um höhere Gewalt“, erklärt Buttler. Wer deshalb nicht anreisen kann, muss auch nicht bezahlen. Und auch, wenn der Lockdown während des Urlaubs beginnt und der Urlauber abreist, kann er den Reisepreis anteilsmäßig kürzen. Dass Urlauber bei einem Lockdown nicht mehr abreisen können, hält Martin Katz für sehr unwahrscheinlich.

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Frühzeitig um Zeltplatz kümmern

Der Campingverband rechnet angesichts der Lockerungen für Reisen in Deutschland mit starker Nachfrage insbesondere für die Sommermonate Juli und August. "Wir empfehlen den Campern, wenn möglich auf andere Zeiten auszuweichen und Reisen im voraus, möglichst frühzeitig zu buchen", sagte Christian Günther, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland. Preiserhöhungen wegen Kosten für Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise seien nicht auszuschließen.