Festival of Lights Berlin 2026
: Diese Geschichte steckt hinter der Lichtkunst

Das Festival of Lights präsentiert in Berlin auch im Jahr 2026 große Effekte. Ein Künstler aus Cottbus in Brandenburg berichtet über die Arbeit und Ideen hinter den Kunstwerken.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Visualisierung

Diese Visualisierung zeigt das House of Cards im Center am Potsdamer Platz: eines von rund 80 Kunstwerken, die an 40 Orten in Berlin zu sehen sind.

Festival of Lights
  • Festival of Lights in Berlin: Vom 9. bis 18. Oktober 2026 leuchten rund 80 Orte.
  • Schwerpunkt Potsdamer Platz – Installationen und illuminierte Hochhäuser von 19 bis 23 Uhr.
  • Künstler Gaston Zahr zeigt „House of Cards“ aus 126 Karten, synchron zur Musik.
  • „Angels of Freedom“ steht im Nikolaiviertel, Besucher können Teil der Installation werden.
  • Neu dabei ist das Olympiastadion mit eigener Licht- und Musikshow, Stadtraum kostenlos.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Festival of Lights in Berlin bringt die Hauptstadt zum Leuchten. Ein zentraler Anlaufpunkt ist dabei der Potsdamer Platz. Dort werden vom 9. bis 18. Oktober 2026 nicht nur die Hochhäuser illuminiert, sondern auch temporäre Installationen von Lichtkünstlern gezeigt.

Unter dem berühmten Glasdach des ehemaligen Sony Centers haben Gaston Zahr und seine Helfer ein fast fünf Meter hohes und zehn Mal sieben Meter breites leuchtendes Haus aus 126 Spielkarten aufgebaut. „Über 40 internationale Street-Art-Künstler haben an der Gestaltung der Kartenmotive mitgewirkt“, berichtet der 51-Jährige.

Er selbst ist in Cottbus geboren. Nach Sonnenuntergang steht er mit einer Stirnlampe um den Kopf vor einer Art Trafo-Kasten und fummelt an Kabeln und blinkenden Schaltern herum. Auch im digitalen Zeitalter ist seine Kunst immer noch viel Handarbeit. „Wir müssen dafür sorgen, dass jede Karte auch mit dem richtigen Controller verbunden ist“, erklärt Zahr.

Denn die Karten sollen im Takt zu Musikstücken aufleuchten. Welche Songs er ausgewählt hat, davon sollen sich die Besucher vor Ort überraschen lassen. „Die Musik wird auf jeden Fall verschiedene Stimmungen erzeugen, von Romantik bis Dance“, verrät der Künstler nur.

Festival of Lights zieht Millionen von Fans nach Berlin

Zahr hat Architektur in Cottbus und Stuttgart studiert und arbeitete anschließend für internationale Architekturbüros. 2013 bewarb er sich erstmals für einen Lichtkunst-Auftrag. „Es ging um riesige leuchtende Roboter-Blumen und Öko-Strom. Für mich war das ein Sprung ins kalte Wasser.“

Heute ist er Profi. Gemeinsam mit seiner Partnerin betreibt er das Studio OGE Group und tingelt seit Jahren mit Installationen durch die ganze Welt. Mit seinem „House of Cards“ war er schon auf Lichtkunst-Festivals in Cincinnati und Mailand zu sehen.

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Gaston Zahr beim Aufbau seiner Installation „House of Cards“ im Center am Potsdamer Platz in Berlin, ehemals Sony-Center. Der gebürtige Cottbuser gestaltet Lichtkunst in der ganzen Welt.

Maria Neuendorff

Das Festival of Lights in Berlin, das jährlich mehr als drei Millionen Menschen anzieht, ist für ihn ein Heimspiel und zudem eine Gelegenheit, seine Eltern zu treffen. Sein Vater und sein Sohn helfen bei den aufwändigen Aufbauarbeiten am Potsdamer Platz mit.

Für Berlin hat der Künstler aus der Lausitz zusätzlich ein paar neue Spielkarten von hiesigen Street-Art-Malern gestalten lassen. Auf dem Piek As ist nun die Siegessäule zu sehen, die wiederum selbst wie ein Kunstwerk angestrahlt wird.

„Jeder kann Teil des Kunstwerkes werden.“
Gaston Zahr
Lichtkünster beim Festival of Lights

„Das Besondere am Festival of Lights ist, dass über die Stadt verteilt eine Mischung aus Illuminationen auf Gebäuden und einzelnen Installationen im öffentlichen Raum zu sehen ist“, erklärt Zahr. Auch dass private Firmen das Event alleine ohne staatliche Fördergelder sponsern, unterscheide sich von den meisten anderen internationalen Veranstaltungen. „Sie geben damit der Stadt und den Menschen etwas zurück.“

Lichtprobe für das Festival of Lights am Potsdamer Platz 2026.

Lichtprobe für das Festival of Lights 2026 am Potsdamer Platz.

Maria Neuendorff

Er selbst will mit seinem „House of Cards“ vor allem Kindheitserinnerungen wecken. „Fast alle von uns haben vermutlich einmal versucht, aus Spielkarten ein Kartenhaus zu bauen, ganz vorsichtig eine Karte an die nächste zu lehnen, immer höher und höher." An dieses vertraute Bild will er anknüpfen – aber vor allem auch an den Mut, der dazugehört, wenn man etwas Unsicheres versucht.

Festival in Berlin führt Menschen zusammen

Seine lebensgroßen Karten bilden zusammen ein großes Ganzes und werden zu einem stabilen Haus. „Wir alle sind eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Interessen. Aber eine sichere, lebenswerte und kreative Zukunft können wir nur gemeinsam aufbauen und tragen“, findet Zahr.

Mit seinem Kunststil, den er als „Social Light Art“ bezeichnet, will er Orte der Begegnung schaffen. Am schönsten sei es, wenn die Menschen verweilen, reden oder sogar tanzen, sagt Zahr. „Das ist doch besser, als sich die ganze Zeit anzuschreien - und heute wichtiger denn je.“

Bekannt wurde der Künstler aus der Lausitz vor allem durch die interaktive Lichtkunst-Installation „Angels of Freedom“ (Engel der Freiheit). Zwei der Installationen aus riesigen leuchtenden Engelsflügeln und einem Heiligenschein werden während des Festivals of Lights im Nikolaiviertel in Mitte zu sehen sein.

Diese laden Passanten dazu ein, sich unter den Heiligenschein zu stellen. „Hinterher bekomme ich immer wieder Fotos zugeschickt“, berichtet Zahr. Ob verliebte Paare, Kinder, alte Leute oder Rollstuhlfahrer - jeder könne Teil des Kunstwerks werden, freut sich Zahr. „An ihren Reaktionen sehe ich, dass es eigentlich gar nicht so viel braucht, um Menschen glücklich zu machen.“

Umsonst und draußen

Das Festival of Lights in Berlin findet vom 9. bis 18. Oktober 2026 unter dem Motto „Colours of Love“ statt. An zehn Abenden erstrahlen rund 80 Berliner Wahrzeichen, Gebäude und Plätze von 19 bis 23 Uhr in bunten Farben und werden mit 3D-Projektionen bespielt. Erstmals nimmt das Olympiastadion mit einer eigenen Licht- und Musikshow teil.

Im Berliner Dom finden vom 13. bis 17. Oktober zudem die immersiven audiovisuellen Shows von „Festival of Lights in Concert“ statt. Der Eintritt zu den Illuminationen im Stadtraum ist frei. Für die Konzerte werden kostenpflichtige Tickets benötigt.