Bei großer Trockenheit und bis zu 36 Grad Hitze sind am Donnerstag in Brandenburg erneut Waldbrände ausgebrochen. Zunächst sei kurz vor Mittag bei Wittenberge (Prignitz) ein Feuer gesichtet worden, sagte der stellvertretende Brandenburger Waldbrandschutzbeauftragte, Philipp Haase, am Donnerstag auf Anfrage. Nachmittag habe es zwei weitere Waldbrände bei Hermsdorf im Landkreis Dahme-Spreewald und bei Heiligengrabe im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gegeben.

Waldbrand bei Wittenberge

Bei Wittenberge seien zehn Hektar Elbvorland mit Grün- und Waldflächen in Brand geraten, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordwest. Das Feuer bei Wittenberge gelte seit kurz nach Mitternacht offiziell als gelöscht, sagte ein Feuerwehr-Sprecher am Freitagmorgen. Nach Angaben des Sprechers ist noch eine Brandwache vor Ort, um die Wärmeentwicklung im Auge zu behalten. Bei Heiligengrabe habe eine Strohpresse Feuer gefangen und die Flammen seien dann in einen Wald geschlagen. Dort löschte die Feuerwehr einen Brand auf etwa zwei Hektar. Die Löscharbeiten konnten am Abend beendet werden.
In Hermsdorf kam es zu einem Brand auf 6000 Quadratmetern Waldfläche. Die Einsatzkräfte konnten die Flammen zunächst unter Kontrolle bringen und dann am Nachmittag löschen, wie ein Sprecher der Polizei Lausitz mitteilte. Verletzte gab es dabei nicht.

Brände im Havelland und im Barnim

Bereits am Vormittag habe es zwei kleinere Waldbrände gegeben: Bei Schönwalde-Glien im Havelland mussten auf einer Fläche von 150 Quadratmetern und bei Werneuchen (Barnim) auf rund 100 Quadratmetern Feuer gelöscht werden, wie Haase berichtete. Damit seien in dieser Saison bereits 426 Brände auf einer Gesamtfläche von mehr als 1400 Hektar registriert worden.

Brand in Stendal

Im Landkreis Stendal nahe der Grenze zu Brandenburg ist am Donnerstag ein Waldbrand ausgebrochen. Nach Angaben der Integrierten Leitstelle Altmark am Abend stehen bei Schönhausen etwa 50 Hektar in Flammen. „Der Brand ist bisher nicht unter Kontrolle“, sagte ein Sprecher. Nachdem sich der Wind gedreht hat, breite sich das Feuer nun in Richtung Hohengöhren aus. Die Lage habe sich verschärft, aber es bestehe derzeit keine Gefahr für das Dorf. „Bis zu den ersten Stallungen sind es noch 300 Meter.“
Fehlendes Wasser vor Ort erschwere die Löscharbeiten, sagte der Sprecher. Es wurden mehrere Tanklöschfahrzeuge angefordert - und Verpflegung für etwa 250 Feuerwehrleute. Sie sind mit inzwischen mehr als 30 Fahrzeugen im Einsatz gegen die Flammen. Im Landkreis Stendal gilt aktuell die höchste Waldbrandgefahrenstufe fünf.