FKK in Brandenburg
: Verbote für Nacktbader am See? So sieht es in der Mark aus

Wer in Brandenburg beim sommerlichen Baden im See auf Badehose oder Bikini verzichten will, kann das grundsätzlich tun. Dennoch sollte man die Gegebenheiten vor Ort kennen.
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Von Wilhelm Pischke, dpa
Potsdam
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FKK hat Tradition (hier am Campingplatz Bugsinsee bei Jochimsthal).

FKK CAmpingplatz Bugsinsee bei  Jochimsthal am  03.09.2020 .

FKK hat Tradition, wie hier am Campingplatz Bugsinsee bei Jochimsthal

Thomas Burckhardt
  • FKK in Brandenburg bleibt grundsätzlich erlaubt, lokale Verbote existieren jedoch punktuell.
  • Am Großen Krebssee in Hohenwutzen gibt es derzeit kein Nacktbadeverbot, so die Verwaltung.
  • In Potsdam ist Nacktbaden erlaubt, besonders an traditionellen FKK-Bereichen wie dem Heiligen See.
  • FKK-Verbände fordern entspannteren Umgang und mehr Freiheit für Naturismus in Deutschland.
  • Offizielle FKK-Zonen existieren an Küsten und Seen, Vereine bieten zusätzliche Angebote.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit der sommerlichen Hitze zieht es auch in Brandenburg die Freunde der Freikörperkultur (FKK) an die Badeseen. Das sorgt nicht immer für Freude bei den übrigen Badegästen in Textil. Doch es gilt: „Grundsätzlich ist FKK in Deutschland nicht strafbar“, sagte der Chef des Deutschen Verbands für Freikörperkultur, Alfred Sigloch. Nacktbaden sei in Deutschland erlaubt, solange niemand belästigt werde und keine lokalen Verbote bestünden.

Immer wieder gibt es jedoch Berichte, wonach das Nacktbaden an bestimmten Seen verboten sei - auch in Brandenburg. Zuletzt hieß es in der „BZ“, dass in der Gemeinde Hohenwutzen das Nacktbaden am Großen Krebssee verboten sei. Dem widersprach die zuständige Kommunalverwaltung in Bad Freienwalde (Landkreis Märkisch-Oderland). Derzeit bestehe „kein Nacktbadeverbot am Großen Krebssee“, betonte eine Sprecherin.

In Lychen (Landkreis Uckermark) hatte vor etwa fünf Jahren ein Nacktbadeverbot an den städtischen Badestellen für Aufsehen gesorgt. Mittlerweile wurde das Verbot gekippt. „Das gibt es in dieser Form nicht mehr“, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Badeordnung sei mittlerweile so geordnet worden, „dass man Nacktbaden gehen kann und sich danach wieder Sachen anzieht“. Man habe in der Praxis gemerkt, dass das Verbot zu restriktiv sei. „Das war eine kurze Episode.“

In Potsdam gibt es kein Verbot

In der Landeshauptstadt Potsdam geht man mit dem Thema gelassener um. „In der Potsdamer Stadtordnung gibt es kein Nacktbadeverbot“, sagte eine Sprecherin der Stadt. An den viel besuchten Badestellen an der Havel und am Heiligen See gibt es viele Nacktbadende. Meist halten sie sich in Bereichen auf, die schon lange von FKKlern genutzt werden oder als FKK-Bereiche ausgewiesen sind.

Es gebe aber auch in Brandenburg Badestellen, an denen das Nacktbaden nicht so gern gesehen sei, hieß es aus Brandenburger FKK-Kreisen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, solle offizielle FKK-Bereiche oder die Angebote der FKK-Vereine nutzen, so FKK-Verbandschef Sigloch. 

FKK-Verband wünscht sich entspannteren Umgang

Generell wünsche man sich einen entspannteren Umgang mit dem Thema, betonte Christian Utecht, Präsident des Landesverbandes Freikörperkultur Berlin-Brandenburg. „Mehr Freiheit ist immer gut.“ Das könne gelingen, indem „auch die Behörden vielleicht lockerer mit dem Thema Naturismus umgehen sollten“. Immerhin: Anfeindungen oder Angriffe gegen Nacktbadende habe er bisher nicht erlebt.

In vielen Regionen Deutschlands, insbesondere an den Küsten von Nord- und Ostsee sowie an zahlreichen Badeseen, gibt es offizielle FKK-Bereiche. Zu den bekanntesten FKK-Stränden zählen laut Sigloch „die Buhne 16“ auf Sylt, der FKK-Strand in Ahlbeck auf Usedom oder die Schaabe auf Rügen. Auch im Binnenland sind FKK-Zonen an vielen Seen ausgewiesen.

Wer in die Welt der Freikörperkultur tiefer eintauchen will, findet in Deutschland einige FKK-Vereine. „Diese Vereine bieten nicht nur sichere und gepflegte Möglichkeiten zum textilfreien Baden, sondern auch ein aktives sportliches Vereinsleben und zahlreiche Freizeitangebote“, erklärte Sigloch.