Flughafen: So soll der BER-Start in Schönefeld ablaufen

An seinem 64. Geburtstag wird der BER eröffnet: Airportchef Engelbert Lütke-Daldrup auf dem Taxiway Golf des Schönefelder Großflughafens, der den Regierungsterminal mit den Startbahnen verbindet.
JOHN MACDOUGALLIn kleiner Runde hat der Flughafenchef in dieser Woche auch erstmals Details über die Umzugs-Chronologie verraten. Demnach soll die erste planmäßige S-Bahn zum neuen Flughafenbahnhof unter dem Terminal 1 bereits am 25. Oktober fahren. Ab dem Nachmittag des 31. Oktober werden dann am BER auf beiden Bahnen die ersten landenden Flugzeuge von Lufthansa und Easyjet begrüßt. Eine Party soll es wegen Corona nicht geben.
Easyjet macht beim Umzug der Airlines von Tegel nach Schönefeld den Anfang. Einer Maschine der britischen Fluggesellschaft ist laut Lütke Daldrup auch der erste Start vom neu eröffneten Airport vorbehalten – und zwar am 1. November gegen 6 Uhr.
In der zweiten von drei Umzugswellen wechseln am 3. und 4. November viele kleinere und mittelgroße Airlines von Tegel zum BER. Damit werde dann auch auf der südlichen Bahn des neuen Großflughafens gestartet. Den Abschluss der Umzugswoche bilden am 7. November die Flugzeuge der Lufthansa und ihrer Töchter-Airlines. Am 8. November werde es im Rahmen der Verabschiedung vom Airport Tegel dort noch einen letzten Flug geben.
Die Umzugslogistik bereitet dem BER-Chef nach eigenen Angaben wenig Kopfzerbrechen. Anders als bei der dann geplatzten Eröffnung 2012 habe man früh entschieden, nicht an einem Tag umzuziehen, sondern innerhalb einer Woche. Hinzu kommt, dass coronabedingt weniger Flugverkehr als üblich zu erwarten ist.
Transport von Treppe und Trolley
Eine ebenfalls 2012 erwogene Autobahnsperrung für den Technik-Umzug sei nicht erforderlich, betont Lütke Daldrup. Nachts seien die Straßen weitgehend frei. Die Busse des Tegeler Flughafens werden über die Autobahn nach Schönefeld gelenkt, Flugzeugtreppen und Reisetrolleys müssten hingegen verladen werden. Hinzu komme der Umzug von rund 400 Mitarbeitern der Flughafengesellschaft samt ihrer Spinde sowie der Wechsel von Werkstätten und Airline-Büros.
Gleichwohl ist der Flughafen sofort im Krisenmodus. Lütke Daldrup kündigt an, dass die Betreibergesellschaft wegen des Einbruchs beim Luftverkehr ihren Sparkurs verschärft. „Wir werden in den nächsten Jahren etwa 400 Arbeitsplätze abbauen“, sagt er. Sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen. Das Unternehmen werde danach noch 1700 bis 1800 Stellen haben. Schon in diesem Jahr habe man 50 Millionen gespart und daher nur 250 der 300 Millionen Euro an Corona-Hilfen gebraucht, die von den öffentlichen Geldgebern bereitgestellt worden sind.
