Auf das Spendenkonto der Aktion „Wir helfen“ sind in den vergangenen drei Wochen knapp 800.000 Euro eingegangen. Mit dem Geld sollen Betroffene der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz unterstützt werden. Welche Projekte das sein werden, darüber haben am Donnerstag die Initiatoren der Spendenaktion beraten. Die Märkische Oderzeitung (MOZ), die Lausitzer Rundschau (LR), der Landkreis Märkisch-Oderland und die Kommunale Arbeitsgemeinschaft einigten sich auf sechs Spendenempfänger.

Spendenkonto Hochwasserhilfe

Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021
Einer von ihren ist der Lebenshilfeverein Sinzig, der von dem schweren Unwetter in der Nacht zum 15. Juli besonders schwer betroffen war. Dort kamen zwölf Menschen ums Leben. Paul Reuther ist Mitbegründer der Einrichtung. Er bedankte sich in einer E-Mail für die „großartige, mitfühlende und so effektive Initiative“. In Sinzig baut der Verein derzeit ein mobiles Team auf, das den „vielen traumatisierten Menschen in der Region“ helfen soll.

Die Hilfe kommt direkt vor Ort an

Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm bezeichnet die Spendenaktion als „konkrete Hilfe vor Ort“. „Ich freue mich, dass die Städte und Gemeinden mit dieser Aktion helfen, die schrecklichen Folgen der Hochwasserkatastrophe zu mildern.“ MOZ-Chefredakteur Claus Liesegang erklärte: „Ich finde es grandios, was die Menschen gegeben haben und bin stolz auf unsere Leserinnen und Leser.“ LR-Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer sagte über die Hilfe aus dem Osten an den Westen: „Ich finde, das ist ein großartiges Zeichen des Zusammenhalts.“ Landrat Gernot Schmidt betonte: „Es gibt kein fremdes Leid, und die Menschen stehen in diesen schweren Stunden zusammen“. Auch er meinte: „Jeder einzelne Cent kommt eins zu eins“ in der Krisenregion an.

Zwei Fußballfelder wurden weggespühlt

Davon profitiert auch der Sportverein SC Reihn-Ahr, der auf Vorschlag von Letschins Bürgermeister Michael Böttcher in die Auswahl kam. Er informierte am Freitag die Erste Vorsitzende über die Spende. „Sie war überwältigt und sprachlos“, berichtete Böttcher nach einem Telefonat. „Wir haben durch die meterhohe Wasserlawine zwei Fußballplätze, Tore, alle Zäune, das Wirtschaftsgebäude, Mannschaftskabinen, Duschen, Vereinsräume und die sanitären Anlagen verloren“, gab der Geschäftsführer des Vereins, Jürgen Saess, einen Einblick in die Verwüstungen.

Sechs Feuerwehrmänner und -frauen starben bei Einsätzen

„Ich bin stolz, dass wir in Sinzig den Sport mit all seinen Fassetten unterstützen können und so ein Stück auf dem Weg zur Normalität beitragen“, sagte Letschins Bürgermeister Böttcher. Weitere Spenden der Aktion „Wir helfen“ gehen an den Winzerverein Ahrwein, an die Hinterbliebenen der bei dem Unwetter getöteten sechs Feuerwehrfrauen und -männner und an den Jugendtreff Ehrang-Quint in Trier. Bedacht wird auch das Haus der Jugend Prüm. Der dortige Stadtbürgermeister Johannes Reusch sage am Freitag am Telefon über die Spende aus Brandenburg: „Wahnsinn, da bekomme ich richtige Gänsehaut.“ Das Haus der Jugend habe einen Totalschaden erlitten. Auch der Kleinbus der Einrichtung ist von den Fluten mitgerissen worden und komplett demoliert.
Eine symbolische Scheckübergabe wird es zum Ende der Spendenaktion am 20. August in Frankfurt (Oder) geben. Dazu werden auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und die Landesvertretungen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erwartete. Zu hören sein werden unter anderem die Weltklasse-Geigerin Viviane Hagner und das Brandenburgische Staatsorchester unter der Leitung des Generalmusikdirektors Jörg-Peter Weigle.
Benefizkonzert Brandenburgisches Staatsorchester, Messehalle 4, 20. August, Beginn 17:30 Uhr, Karten unter sekretariat@bsof.de oder unter Telefon 0335 552-7319 (Mo-Fr 10-14 Uhr).
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