Kandidatenkür
: Abgeordneter von der Marwitz (CDU) - „Ich hätte es gerne nochmal gemacht“

Hans-Georg von der Marwitz gibt sich gelassen nach der knappen Abstimmungsniederlage gegen Sabine Buder um CDU-Direktmandat im Wahlkreis 59.
Von
Claus Liesegang
Bernau
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Bald kein Abgeordneter mehr: Hans v. d. Marwitz.

privat

das zu verarbeiten, braucht man einen Moment“, sagt Frank Schütz, Vorsitzender der Kreistagsfraktion der CDU Märkisch Oderland. Schütz ist Hans-Georg von der Marwitz politisch und privat verbunden und daher getroffen vom Abstimmungsergebnis vom 15. August in Bernau. 110 CDU-Mitglieder hatten für die Biesenthaler Tierärztin Dr. Sabine Buder gestimmt, fünf weniger für den Abgeordneten, der 2013 und 2017 das Direktmandat für die CDU holte und nun 2021 nach zwölf Jahren aus dem Bundestag ausscheidet.

Dass es zu diesem Wahlergebnis kommen konnte, bedurfte vor allem einer besonderen Mobilisierung der Mitglieder. Von der Marwitz erkennt hier Sabine Buders großes Engagement an, mit dem diese sich in allen Ortsverbänden eingebracht habe. Er selbst habe von Anfang an klargemacht, dass er wegen der Vielzahl seiner Aufgaben, vor allem aber als Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer, nicht „auf jedem Gartenfest“ anwesend sein könne. „Wenn man mich ruft, bin ich da“, sagte er, "aber ich war nicht so vor Ort wie einer, der nichts anderes hat, als sein Mandat“.

MOL-CDU gespalten

Ein zweiter Grund für das Ergebnis war für den Barnimer CDU-Kreisvorsitzenden Danko Jur, dass von der Marwitz lange „unschlüssig“ war, ob er noch einmal kandidieren soll. Der Friedersdorfer Landwirt nennt als Grund für sein Zögern, den Schicksalsschlag, der die Familie im Herbst 2019 traf. Eine Tochter starb bei einem Autounfall. „Hier hat die Coronazeit geholfen, das in der Familie zu verarbeiten und dann zu entscheiden“, berichtet von der Marwitz und sagt: „Ich hätte es gerne nochmal gemacht.“

Dass daraus nun nichts wird, hat noch einen dritten Grund: Frank Schütz, der Vorsitzende der CDUKreistagsfraktion und Kristy Augustin, die Kreisvorsitzende, sind sich nicht gerade grün. Beide haben ihre Anhänger hinter sich versammelt, sodass die CDU aus Märkisch-Oderland nicht geschlossen abstimmte – und die Kandidatin der Barnimer CDU um eine Nasenlänge siegte. Augustin dementiert zwar: „Nein, die Abstimmung war kein Stellvertreter-Krieg.“ Aber Schütz bestätigt: „Ja!“ Der Disput habe seine Wirkung gezeigt. Und von der Marwitz bedauert, im Gegensatz zum Kreisverband habe sich Frau Augustin nicht eindeutig hinter ihn gestellt.

Doch das ist nun Geschichte. Danko Jur bringt es auf den Punkt: „Jetzt wieder Geschlossenheit zu erreichen und dann das Direktmandat zu gewinnen, sind die Aufgaben der Zukunft.“