Nach dem Einsatz von speziellen Suchhunden zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest vermisst der Landesjagdverband nach wie vor Anfragen von Land und Kommunen zur Unterstützung.
„Leider gibt es bislang trotz unserer Angebote keine konkreten Anfragen. Brauchbare Hunde sollten bei den Jägern vor Ort ausreichend vorhanden sein“, sagte Präsident Dirk-Henner Wellershoff der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Suche in Kreis-Spree-Neiße und Oder-Spree-Kreis

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest suchen Hundestaffeln aus Schleswig-Holstein und Rheinland Pfalz in den Gefährdungsgebieten nach Wildschweinkadavern. Zehn Hunde und ihre Hundeführer aus Schleswig-Holstein sind im Kreis-Spree-Neiße unterwegs, im Oder-Spree-Kreis suchen spezielle Hunde aus Rheinland Pfalz nach totem Wild. Wellershoff bezweifelte, dass die Staffeln für die Suche reichten. „Was sollen so wenige Hunde auf einer Fläche so groß wie das Saarland ausrichten“, so der Präsident des Landesjagdverbandes.
Mittlerweile sind in Brandenburg 20 Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen amtlich bestätigt worden. Wildschweine können sich mit dem Virus anstecken, wenn sie mit toten Artgenossen in Berührung kommen. Der Erreger ist für Menschen ungefährlich, für Haus- und Wildschweine aber meist tödlich.

Zentraler Krisenstab gefordert

Jäger und Landwirte in Brandenburg fordern einen gemeinsamen und zentralen Krisenstab, der mit Kompetenzen ausgestattet sein muss. Nach wie vor bemängeln sie auch die aus ihrer Sicht „dilettantisch in die Landschaft“ gestellten Zäune, die für Wildschweine leicht zu überwinden seien.
Das Bundesagrarministerium sagte inzwischen Brandenburg weitere Unterstützung zu. Staatssekretärin Beate Kasch sollte am Dienstag den zentralen Krisenstab für Tierseuchenbekämpfung in Potsdam leiten, der tagt.

Bundesagrarministerium fordert Koordination

Das Bundesagrarministerium hat von Brandenburg ein koordiniertes Vorgehen im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest gefordert. Staatssekretärin Beate Kasch teilte zu einer Sitzung des Zentralen Krisenstabs Tierseuchen in Potsdam mit, es brauche „eine große Kraftanstrengung und ein geschlossenes Auftreten“ an Ort und Stelle. „Wir haben die Erwartung an Brandenburg, dafür Sorge zu tragen, dass die zuständigen Vor-Ort-Behörden abgestimmt und einheitlich vorgehen“, sagte sie. „Es ist Aufgabe des Landeskrisenzentrums Brandenburg, hier zu koordinieren und zu steuern.“ Dafür gebe es „umfassende Checklisten, Verfahrensanweisungen und Maßnahmenpläne“.

Brandenburg will festen Zaun bauen

Brandenburg hat nach zunehmenden Forderungen den Bau eines festen Zauns gegen die Afrikanische Schweinepest im Südosten an der Grenze zu Polen angekündigt. „Wir werden das jetzt bauen“, sagte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag in Potsdam. Es geht zunächst um einen festen Zaun im Kreis Spree-Neiße. Ihr Ressort stelle Mittel bereit, um den Landkreis zu unterstützen. Darüber hinaus seien auch Landesmittel geplant, um „feste Zäune auch weiter in Richtung Norden zu bauen“. Bisherige Verhandlungen mit Polen über einen festen Zaun seien gescheitert. An der Grenze vom Süden bis Frankfurt (Oder) steht derzeit ein mobiler Elektrozaun mit einer Länge von 120 Kilometern.
Die Ministerin kündigte auch die Einrichtung einer neuen technischen Einsatzleitung an, um die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Polizei, Veterinären und Verbänden zu verbessern. Der Deutsche Bauernverband hatte das Krisenmanagement kritisiert.
Seit Dienstag sei ein Team von Tierärzten, die die EU-Kommission geschickt habe, in Brandenburg und lasse sich die Schutzmaßnahmen erläutern, sagte Nonnemacher. Im Krisenstab in Potsdam war zudem die Staatssekretärin im Bundesagrarministerium, Beate Kasch, zu Gast.