Eine Öffnung der Innenräume von Gaststätten in Brandenburg ist nach Ansicht der Landesregierung wegen der Corona-Lage noch nicht möglich. „Gastronomie im Innenbereich ist ein sehr, sehr schwieriges Thema mit hohem Ansteckungsrisiko“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Montag in einer Sondersitzung des Landtags-Gesundheitsausschusses.
Es gebe keine Möglichkeit, Masken beim Essen und Trinken zu tragen, dazu kämen die räumliche Nähe und die lange Verweildauer. „Gastronomie im Außenbereich ist anders zu betrachten.“ Bund und Länder beraten am Mittwoch über mögliche einheitliche Öffnungsperspektiven.

Friseure und Gartenmärkte öffnen

Der Ausschuss gab für die Öffnung von Gartenmärkten und Blumenläden grünes Licht. Mit Mehrheit stimmte er dafür, der neuen Corona-Verordnung nicht zu widersprechen. Die acht Vertreter der Kenia-Koalitionsfraktionen votierten dafür, die sieben Vertreter von AfD, der Linken und der Freien Wähler enthielten sich. Friseurläden dürfen ebenfalls wieder öffnen, das war zuvor schon geregelt worden.
Der Linke-Abgeordnete Ronny Kretschmer fragte, warum Blumenläden aufmachen dürften, andere Einzelhandelsgeschäfte aber nicht. Nonnemacher sagte, die Floristikbranche sei die einzige Branche, die bisher nicht öffnen durfte und verderbliche Waren anbiete.
Außerdem müsse der größere Teil der Verkaufsfläche im Freien sein, und die Produzenten von Pflanzen seien nicht von Corona-Hilfen wie der Überbrückungshilfe des Bundes III erfasst worden.

Brandenburg und Berlin öffnen nicht synchron

Gleichzeitig bedauerte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) die unterschiedlichen Regelungen für Öffnungen zwischen Berlin und Brandenburg bedauert.
„Wir synchronisieren uns mit Sachsen und mit Mecklenburg-Vorpommern, aber nicht mit Berlin“, sagte Nonnemacher am Montag in einer Sondersitzung des Landtags-Gesundheitsausschusses mit Blick auf die jüngsten Änderungen. „Das ist halt das Problem, was wir seit letztem Jahr immer und anhaltend haben.“ Das könne man im Einzelfall aber nicht immer vermeiden.
Die Grünen-Abgeordnete Carla Kniestedt hatte Nonnemacher nach der Abstimmung mit Berlin gefragt. Sie verwies darauf, dass ein länderübergreifender Einkaufstourismus drohe, weil in Berlin anders als Brandenburg Gartenmärkte nicht seit Montag wieder öffnen können. In der Hauptstadt ist nur ein Abholen nach telefonischer Bestellung möglich.

Auch Unterschiede bei Schulen

Ein Ziel zwischen dem Senat von Berlin und der Landesregierung von Brandenburg ist es, sich eng abzustimmen. Das klappt in der Corona-Krise aber nicht immer. Neben den Gartenmärkten betrifft das zum Beispiel derzeit die Schulen. Seit 22. Februar gehen Grundschüler von der ersten bis zur sechsten Klasse in Brandenburg wieder in den Wechselunterricht zwischen Schule und zuhause. In Berlin müssen die meisten Kinder ab der vierten Klasse noch zuhause lernen.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.