Die Bilder aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine und die zunehmende Zahl der Flüchtlinge, die auch Brandenburg erreichen, wecken in vielen Menschen das Bedürfnis zu helfen. Gemeinsam mit der Caritas Berlin-Brandenburg hat unser Medienhaus die Spendenaktion „Brandenburg hilft“ ins Leben gerufen, mit der wir direkt und ohne Umwege Flüchtlingen helfen wollen. „Ihre Leserinnen und Leser sind toll“, erklärte Regine Eichler, die bei der Caritas die Hilfsaktionen koordiniert. Am Freitag waren auf dem Spendenkonto 60.900 Euro eingegangen.

Hilfstransport mit medizinischem Bedarf für ein ukrainisches Krankenhaus

Das Geld wird für zahlreiche Projekte benötigt. So sollte am Freitagnachmittag ein Hilfstransport mit medizinischem Bedarf ein ukrainisches Krankenhaus erreichen, das 30 Kilometer von der rumänischen Grenze entfernt ist. Er brachte Seife, Spritzen, Fäden, Infusionen, Kochsalzlösung, Rollstühle, Antiseptika, Jod, Desinfektionsmittel und Sachspenden wie Gaskocher, Taschenlampen, Hygiene Artikel wie Tampons, Binden, Windel für Erwachsene und Babys, Isomatten, Luftmatratzen, Decken, Schlafsäcke Fleisch und Fischkonserven, Instant Suppen sowie Thermoskannen.
Zur Lieferung nutzten sie den Übergang in Czernowitz, da dort die Straßen noch intakt sind. Der Transport war am Mittwoch in Fürstenwalde (Oder-Spree) losgefahren. Ein weiterer Spendentransport ist für Mitte kommender Woche geplant, teilte Caritas-Sprecherin Christina Kölpin am Freitag mit.

Hilfe auch für Familien, die in Brandenburg ankommen

Die Caritas-Klinik St. Marien in Brandenburg a.d.H. hat sich an einem Hilfsprojekt des Klinikverbundes Caritas Gesundheit Berlin beteiligt. Ein Hilfskonvoi fuhr zum katholischen Sheptytsky-Krankenhaus im westukrainischen Lemberg. Transportiert wurden medizinische Geräte, Medikamente, Verbandsmaterial und Feuerlöscher.
Spenden gehen auch an das Familienzentrum in der Gemeinde Michendorf (Potsdam-Mittelmark), das sich um ankommende Familien mit Kindern kümmert. Das Angebot erstreckt sich von der Schwangerschaftsberatung, über Erziehungshilfen bis hin zur Arbeit mit Geflüchteten.

Caritas stellt Unterkünfte zur Verfügung

Das Familienzentrum Michendorf befindet sich in Räumlichkeiten der Gemeinde St. Georg. Aktuell sind im Haus St. Georg acht Frauen und drei Kinder untergebracht, die aus der Ukraine geflohen sind. Die Kommune hat der Familie die Wohnortanmeldung sehr unkompliziert möglich gemacht und damit erste Steine im Behördenwirrwarr und auf dem Weg zu Sozialleistungen ausgeräumt.
In einem ehemaligen Pflegeheim der Caritas in Berlin-Prenzlauer Berg wurde am Mittwoch eine Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet. Bis Freitag waren nach Auskunft von Christina Kölpin über 100 Gäste mit Kindern und Haustieren eingezogen. Es wurde erwartet, dass bis zum Wochenende alle 180 Plätze belegt sind.

Mindestens rund 110.000 Menschen nach Deutschland gekommen

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor rund zwei Wochen sind nach Angaben der Bundespolizei mindestens rund 110.000 Menschen von dort nach Deutschland gekommen. Bis zum Donnerstag seien 109.183 Menschen mit einem Bezug zur Ukraine eingereist, teilte die Behörde am Freitag in Potsdam mit. Darunter seien 99.091 Ukrainerinnen und Ukrainer. Am Donnerstag waren nach Zahlen der Bundespolizei seit dem Kriegsbeginn 95.913 Flüchtlinge aus der Ukraine festgestellt worden.
Die Bundespolizei geht davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen höher sind. Ukrainer mit biometrischem Reisepass dürfen sich ohne Visum 90 Tage lang frei in der EU bewegen. Die EU-Staaten haben sich zudem darauf geeinigt, die Geflüchteten schnell und unkompliziert aufzunehmen. Die Bundespolizei teilte mit, ihr Ziel sei es, den Flüchtlingen einerseits einen raschen Schutz in Deutschland zu ermöglichen und andererseits grundlegende Sicherheitsbedürfnisse zu wahren.
Alle aktuellen Entwicklungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine gibt es in einem Liveticker.
Eine Übersicht zu Hilfsaktionen finden Sie hier und auf einer Themenseite.

Spendenaktion „Brandenburg hilft Flüchtlingen aus der Ukraine“

Das Spendenkonto lautet:
Caritasverband Berlin
IBAN: DE31 1002 0500 0003 2135 00
BIC: BFSWDE33BER
Stichwort: „Ukraine – Brandenburg hilft“
Ehrenamtliche, die in Berlin oder Brandenburg tätig werden möchten, können sich an die Freiwilligenzentren in Brandenburg wenden:
www.caritas-brandenburg.de/spenden-helfen/freiwilligenzentren/freiwilligenzentren.
Weitere Informationen:
www.caritas-brandenburg.de/spenden-helfen/caritas-in-brandenburg-ukraine-hilfe