Neuer Campus für Spandau: Wie das Areal rund um die Zitadelle belebt werden soll

Havel Labs Berlin bauen die Fläche der alten Pulverfabrik rund um die Zitadelle in Spandau um. Das Gelände soll zukünftig für alle zugänglich sein und aussehen wie in dieser Visualisierung. Unter anderem wird auch der Uferweg durchgängig gestaltet.
bloomimagesZwischen Zitadelle und BMW-Werk gab es bisher nicht viel zu erleben. Ein Großteil der Fläche am Ufer der Havel lag schon seit Jahren brach. Doch nun soll das Areal belebt werden. Ein Mikrocampus soll Platz für innovative Entwicklungen bieten. Mit Möglichkeiten zur passenden Freizeitgestaltung für alle.
Zukünftig rollen so einige Baufahrzeuge mehr durch den Zitadellenweg im Spandauer Ortsteil Haselhorst. Neben dem Ausbau der Motorworld, wo bis voraussichtlich 2026 ein Hotel aus 77 Seecontainern entstehen soll, wird auch eine weitere Fläche modernisiert und bebaut.
Havel Labs Berlin entwickelt neue Nutzungskonzepte
Mit den Havel Labs entsteht ein sogenanntes „Innovation Hub“, teilweise in den alten Mauern der ehemaligen Pulverfabrik, die einst zur Zitadelle Spandau gehörte. 20 Jahre lagen die Gebäude nun schon brach, berichtet Bausenator Thorsten Schatz auf einer Baustellentour Ende Juni 2024.

Die ehemalige Kantine wird unter Bedingungen des Denkmalschutzes saniert. Der später hinzugekommene Terrasse wird wieder abgebaut. Die Fläche neben der Kantine ist für einen Neubau mit Bürogebäuden und Laboren eingeplant.
Jessica NeumayerDerzeit entwickelt „Havel Labs Berlin“ der Berlin Zitadellenweg GmbH Visionen zur Nutzung der ehemaligen Industrie- und Gewerbefläche. Anfang 2025 geht der Bau los. Insgesamt entstehen zwei neue Gebäude für Forschung, Entwicklung, Prototyping sowie digitale und analoge Manufakturen.
Ein weiteres sogenanntes Lab wird als zusätzliche Etage auf ein vorhandenes denkmalgeschütztes Gebäude gebaut. „Wir arbeiten sehr eng mit der Denkmal- und Naturschutzbehörde zusammen und sind im ständigen Austausch“, sagt Alexander Kollo, Projektleiter der Havel Labs Berlin.
Freizeitgestaltung in denkmalgeschützten Gebäuden
Die denkmalgeschützten Bestandsgebäude auf dem Areal können unter anderem auch für die Freizeitgestaltung umgebaut werden. Dazu zählen die alte Kantine, die Werkshalle und das ehemalige Feuerhaus. „Der Platz bietet sich an, für Gastronomie, vielleicht auch eine Brauerei oder ähnliches“, sagt Kollo.

In der ehemaligen Werkshalle soll sich zukünftig ein gastronomisches Angebot einfinden. Auch andere Freizeitangebote wären in dem denkmalgeschützten Gebäude möglich.
Jessica Neumayer„Die Planung ist noch sehr offen“, berichtet der Projektleiter. Interessierte Gastronomen können sich gerne bei ihm melden. „Schön wäre es auch, wenn es Interessenten gibt, die sich schon jetzt mit einem Pop-Up-Konzept mit in die Planung des Areals einbringen wollen.“
Geplanter Wasserzugang und Uferwegausbau
Geplant ist auch ein eigener Wasserzugang direkt vom Areal aus. Gespräche mit einem Stand-up-Paddle Betreiber laufen laut Kollo bereits. Im Zuge des Entwicklungsvorhabens wird auch der Uferweg ausgebaut. So wird der Rad- und Wanderweg direkt am Ufer zwischen Zitadelle und Badestrand am Krienicke See komplettiert.
„Unser Ziel ist es, dass das Gelände wieder für die Gesellschaft nutzbar wird“, sagt Kollo. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Privatgelände stets abgesperrt gewesen. Das soll sich jedoch ändern. „Wir wollen einen Ort schaffen, der Leute einlädt.“
Entwicklung eines Boardinghouses für Unternehmen
Neben Labs, Büros und Gastronomie, wird es auch ein sogenanntes Boardinghouse auf dem Campus geben. Hierfür wird das ehemalige Manufakturhaus ausgebaut. Bisher waren dort Gewerbe, zum Beispiel eine Eventlocation für Hochzeiten, ansässig. Die Mietverträge laufen jedoch zum Ende des Jahres aus.
Danach beginnt die Entwicklung des Campus an der Havel. Das ehemalige Manufakturhaus werde entkernt und zu einem Hotel mit 120 Zimmern für längere Aufenthalte umgebaut. Insbesondere sollen damit Unternehmen angesprochen werden, die für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Unterkünfte für mehrere Monate suchen.
„Wir wollen Räume für Unternehmen bieten, deren Anforderungen über eine herkömmliche Büronutzung hinaus gehen“, sagt Kollo. Die Höhe der Räume betrage vier Meter und die Decke könne dank Stahlkonstruktionen besonders belastet werden. Schwere Maschinen, die sonst nur im Erdgeschoss Platz finden, können so in allen Etagen unterkommen. Vor allem Tech-Firmen oder Firmen der Automobilbranche soll damit angesprochen werden.
Spandau sei als Wirtschaftsstandort wegen der Vielseitigkeit interessant, laut Kollo. Auf dem Areal könne die Arbeit und die Nähe zur Natur gut vereint werden. Auch die Anbindung an den Nah- und Fernverkehr spreche für sich.

