Der mutmaßliche Erpresser des Paketdienstleisters DHL ist tot. Der 36-Jährige sei am 9. April gestorben, bestätigte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Sebastian Thiele, am Mittwoch auf Anfrage. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung (online) darüber berichtet. Nach der bereits im September vergangenen Jahres erhobenen Anklage der Staatsanwaltschaft soll der Mann zwischen September 2017 und Januar 2018 in Brandenburg und Berlin drei Paketbomben mit Drohschreiben und in fünf weiteren Fällen Erpresserschreiben verschickt haben.
Der Mann hatte sich Ende Mai 2021 bei der Staatsanwaltschaft selbst gestellt. Der daraufhin erlassene Haftbefehl sei aber unter strengen Auflagen, an die sich der Beschuldigte gehalten habe, außer Vollzug gesetzt worden, berichtete Thiele. Das Todesermittlungsverfahren werde nun von der Staatsanwaltschaft Berlin geführt.
Am 1. Dezember 2017 war in einer Apotheke am Rande des Potsdamer Weihnachtsmarkts eine Paketbombe entdeckt worden, in der sich eine Sprengvorrichtung und Nägel sowie ein Schreiben befanden. Darin wurde von DHL eine Millionensumme in Bitcoins gefordert. Verletzt wurde niemand.
Bereits am 6. November 2017 war eine explosive Sendung im Postzentrum Frankfurt (Oder) eingegangen. Das Paket, das an eine Elektronikfirma adressiert war, ging in Flammen auf und mit ihm das Bekennerschreiben. Doch von diesem Vorfall kam vorerst nichts an die Öffentlichkeit. Erst die Paketbombe nahe des Weihnachtsmarkts in Potsdam machte die Sache publik.
Am 12. Januar 2018 schließlich eine dritte Bombe. Diesmal tauchte ein Brief mit Spreng- und Brandvorrichtung in einer Commerzbank in Berlin Steglitz auf. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte es sich dabei um eine Attrappe.

Potsdam


Die vierte Bombe landete am 29. März 2018 bei der Handwerkskammer Berlin-Kreuzberg.

Polizei fahndet mit Foto und setzt Belohnung aus

Im April 2021 veröffentlichte die Polizei Brandenburg ein Foto des mutmaßlichen DHL-Erpressers. Das Bild stammte aus einer Überwachungskamera in Berlin-Friedrichshain.
Mit diesem Foto aus einer Überwachungskamera in Berlin-Friedrichshain fahndete die Polizei ab 2021 nach dem mutmaßlichen DHL-Erpresser.
Mit diesem Foto aus einer Überwachungskamera in Berlin-Friedrichshain fahndete die Polizei ab 2021 nach dem mutmaßlichen DHL-Erpresser.
© Foto: Polizei Brandenburg
Für Tipps, die zur Ergreifung des Täters führen, hatte die Polizei sogar eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.
Nachdem sich der Mann 2021 selbst gestellt hatte, wurde gegen ihn Anklage wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung in drei Fällen, jeweils in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung und versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, sowie versuchter räuberischer Erpressung in sechs weiteren Fällen vorgeworfen.
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