Regierende Bürgermeisterin
: Franziska Giffey, eine Frau für Berlin und Brandenburg – ein Kommentar

Die frühere Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ist neue Regierende Bürgermeisterin von Berlin. Die 43-Jährige erhielt am Dienstag im Abgeordnetenhaus 84 von 139 Stimmen und führt nun einen rot-grün-roten Senat. Sie löst ihren Parteifreund Michael Müller ab, der nach sieben Jahren im Roten Rathaus in den Bundestag wechselte.
Von
Beate Bias
Berlin
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Gewählt: Franziska Giffey ist seit 21. Dezember 2021 neue Regierende Bürgermeisterin von Berlin. Foto: Tobias Schwarz/afp

TOBIAS SCHWARZ

Vor einem Vierteljahrhundert haben sich Brandenburg und Berlin gegen eine Länderfusion entschieden. Inzwischen sind die Nachbarn zwar enger aneinander gewachsen. Aber es gibt sie noch, diese Kluft zwischen Großstadt und ländlichem Raum. Der Vorteil von Franziska Giffey ist, sie kennt sich in beiden Lagern gut aus.

Mit Wurzeln in Brandenburg weiß sie, wie sehr ältere Menschen im Dorf auf einen Bus angewiesen sind. Auf der anderen Seite hat sie als Bezirksbürgermeisterin von Neukölln selbst erlebt, wie Menschen mit hohen Mieten aus ihren Wohnungen verdrängt wurden.

Giffeys Biografie ist ein guter Nährboden für das Zusammenwachsen beider Länder. Nützlich ist dabei wohl auch, dass bei den Nachbarn in Brandenburg die SPD in Regierungsverantwortung steht. Nun liegt es an ihrem Geschick die Verbindungen zwischen Stadt und Land weiter zu festigen.

Das gilt insbesondere für die Wirtschaft, aber auch für alle anderen Bereiche, die eine erfolgreiche Region ausmachen. Eine große Aufgabe für das Arbeiterkind, die Ostdeutsche und die erste Frau als Regierende Bürgermeisterin von Berlin.

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