Sexueller Missbrauch in Rathenow
: Ermittlungen gegen Kinderarzt gehen Jahre zurück

Ein Kinderarzt der Havelland-Kliniken in Rathenow soll Kinder während des Dienstes missbraucht haben. Er sitz in U-Haft. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft reichen Jahre zurück.
Von
dpa
Potsdam/Rathenow
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Nach dem Missbrauchsverdacht gegen einen Kinderarzt hat die Havelland-Klinikgruppe in Rathenow einen externen Experten und eine Sonderbeauftragte zur Aufarbeitung des Falls am Krankenhaus eingesetzt.

Elisa Schu/dpa
  • Kinderarzt in Rathenow wegen Missbrauchsverdachts in Untersuchungshaft – Tat im November 2025.
  • Staatsanwaltschaft ermittelt zu möglichen Fällen aus dem Zeitraum 2016 bis November 2025.
  • Externe Experten und Sonderbeauftragte untersuchen den Fall in den Havelland-Kliniken.
  • Anzeichen für weitere Verdachtsfälle – genaue Anzahl bleibt bislang unklar.
  • Verbindung der Verdachtsfälle zu den Kliniken wird noch geprüft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft bei ihren Ermittlungen wegen Missbrauchsverdachts gegen einen Kinderarzt, ob es über einen Zeitraum von rund zehn Jahren möglicherweise zu weiteren Taten kam.

Die derzeitigen Ermittlungen erstrecken sich auf die Jahre 2016 bis November 2025. Das sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstagvormittag (15. Januar 2026). Am Mittwoch (14. Januar 2026) berichteten mehrere Medien darüber.

Die Auswertung von sichergestellten Datenträgern hätten diesen Zeitraum ergeben, so die Sprecherin. „Ob dieser Zeitraum gegebenenfalls einer Erweiterung bedarf, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.“ Auf die Frage, um wie viele mögliche Fälle des Missbrauchsverdachts es geht, gibt die Ermittlungsbehörde bislang keine Auskunft.

Arzt wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft

Bekannt ist, dass ein 45 Jahre alter Mediziner als Kinderarzt der Havelland-Kliniken während des Dienstes im November 2025 im brandenburgischen Rathenow westlich von Berlin ein Kind sexuell missbraucht haben soll. Eine Mutter erstattete Strafanzeige.

Der Arzt sitzt wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Es gibt laut Staatsanwaltschaft Anzeichen dafür, dass es weitere Fälle des Missbrauchsverdachts gibt. „Ob diese in einem Zusammenhang mit den Havelland Kliniken stehen - oder überhaupt einen Bezug zur HKG haben - ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, teilte die Havelland Kliniken GmbH (HKG) am Mittwoch mit.