Sperrung für Tesla-Bahnhof
: RE1 fällt mehrfach zwischen Erkner und Fürstenwalde aus

Der RE1 fällt 2025 wegen Bauarbeiten am Bahnhof Fangschleuse bei Tesla mehrfach zwischen Erkner und Fürstenwalde aus. Auch der Straßenverkehr ist betroffen. Wann und wie der SEV geregelt ist.
Von
Christian Heinig
Fangschleuse
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Nach Bombenfund am Tesla-Werk Grünheide: 24.07.2024, Brandenburg, Grünheide: Ein Regionalzug der Linie RE1 der Eisenbahngesellschaft ODEG fährt aus dem nahe der Tesla Gigafactory gelegenen Bahnhof Fangschleuse aus. In der Nähe des Werkes ist erneut eine Weltkriegsbombe gefunden worden, die nach Angaben der Gemeinde nicht abtransportiert, sondern vor Ort gesprengt werden muss. Einige Straßen rund um die Autofabrik befinden sich im Sperrkreis, der wegen der geplanten Sprengung eingerichtet werden musste. Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bauarbeiten der Bahn: Ein Regio der Linie RE1 fährt aus dem nahe der Tesla Gigafactory Grünheide gelegenen Bahnhof Fangschleuse aus. Auf der Strecke kommt es 2025 mehrfach zu Sperrungen

Soeren Stache/dpa
  • 2025 wird der RE1 wegen Bauarbeiten am Tesla-Bahnhof Fangschleuse mehrfach gesperrt.
  • Acht Sperrungen sind geplant, sieben davon am Wochenende; eine dreitägige Sperrung im Juli.
  • Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet; auch der Tesla-Shuttle ist betroffen.
  • Bauarbeiten führen auch zu Straßensperrungen bei der L23 und A10.
  • Projekt umfasst Verlegung des Bahnhofs, Kosten von 250 Millionen Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Erst Häuserschluchten, dann nur noch Wald, Felder, Wiesen und wieder Wald. Das ist es, was man in der Regel zu sehen bekommt, wenn man mit dem RE1 von Berlin nach Frankfurt (Oder) unterwegs ist und aus dem Fenster schaut. Mit einer Ausnahme allerdings, dem Abschnitt zwischen Erkner und Fürstenwalde. Denn hier geht es vorbei an der Gigafactory von Tesla in Grünheide. Und dort sieht man aktuell nicht nur das riesige Autowerk vorbeiziehen, sondern auch jede Menge Bagger und Baufahrzeuge, die direkt an der Bahnstrecke herumwuseln.

Der Grund dafür ist vielen Pendlern natürlich längst bekannt. Hier ist seit Jahresbeginn ein riesiges Bauvorhaben im Gange: die Verlegung des Bahnhofes Fangschleuse. Bis Ende 2026 soll er um 1500 Meter nach Westen wandern, direkt vor die Tür der Tesla-Fabrik.

RE1: Acht Sperrungen für neuen Tesla-Bahnhof

Das Gigaprojekt, das auch den Bau eines Güterbahnhofes umfasst, kommt dabei – wenig verwunderlich – nicht ohne Sperrungen aus. Betroffen davon sind auch Fahrgäste des RE1, die Kummer auf der Strecke ja fast schon gewohnt sind. Erinnert sei nur an die aktuellen Turbulenzen durch den Kabelbrand in Wuhlheide, hinter dem offenbar ein gezielter Anschlag gegen Tesla und die Bahn zum Projekt in Fangschleuse steckt. Die Folge sind massive Einschränkungen.

Davon abgesehen sind wegen der Fangschleuse-Baustelle beim RE1 allein 2025 insgesamt acht Streckensperrungen geplant. Die einzig gute Nachricht: Sieben davon sind „nur“ übers Wochenende. Hinzu kommt eine dreiwöchige Vollsperrung im Sommer. „Das Ziel der DB ist, die Reisenden während der Bauarbeiten so wenig wie möglich einzuschränken“, sagt ein Bahn-Sprecher. Daher werde die meiste Zeit „unter dem rollenden Rad“ gearbeitet.

Ausfall beim RE1 ab Erkner: Erste Sperrung noch im Februar

Auf den ersten RE1-Ausfall wegen der Bauarbeiten rund um den Bahnhof Fangschleuse müssen sich Fahrgäste vom 21. bis 24. Februar einstellen. Die weiteren Termine lauten: 11. bis 14. April, 18. bis 21. April, 2. bis 5. Mai, 16. bis 19. Mai, 20. bis 23. Juni und 27. bis 30. Juni. Gesperrt wird die Strecke in dieser Zeit nach Angaben der Bahn jeweils von Freitag, 22.45 Uhr, bis Montag, 4 Uhr.

Noch vor Beginn der Sommerferien soll dann die dreiwöchige Sperrpause folgen. Sie ist vom 7. bis 25. Juli terminiert. Während der Sperrung soll auf der Strecke am neuen Bahnhof Fangschleuse der Fußgängertunnel eingehoben werden, heißt es bei der Bahn.

Odeg setzt Busse ein – auch Tesla-Shuttle fällt aus

Betrieben wird der RE1 durch die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH, kurz Odeg. Dort ist man nach eigenen Angaben bereits von der DB InfraGo über die ersten fünf Sperrungen bis Mai informiert worden. „Während dieser Zeiträume wird der Abschnitt Erkner bis Fürstenwalde nicht mit Zügen bedient“, teilt die stellvertretende Odeg-Sprecherin Swantje Mielke mit. Der Ersatzverkehr erfolge wie gewohnt mit Bussen.

Bezüglich der Vollsperrung im Juli sowie weiterer angekündigter Wochenendsperrungen habe die Odeg nach eigener Aussage noch keine offizielle Mitteilung erhalten. „Sobald uns hierzu genauere Informationen vorliegen, teilen wir diese selbstverständlich mit“, heißt es.

Auswirkungen haben die Streckensperrungen neben dem RE1 auch auf den Fernverkehr und damit den Eurocity zwischen Berlin und Warschau. Zudem kommt es mehrfach zu Ausfällen des Tesla-Shuttle, das zwischen Erkner und dem Werksbahnhof „Tesla Süd“ pendelt.

Im Januar 2024 werden nahe der Gigafactory von Tesla in Grünheide erste, teils temporäre, Baustraßen und -brücken gebaut. Sie dienen nicht nur dem möglichen Ausbau der Fabrik, sondern auch dem Bau des neuen Bahnhofes Fangschleuse und seines Vorplatzes.

Großprojekt bei Tesla: Seit Januar 2025 laufen an der Rückseite der Gigafactory die Arbeiten für die Verlegung des Bahnhofes Fangschleuse und den Bau eines Güterbahnhofes.

Redaktion

Sperrung am Bahnübergang in Fangschschleuse und an der A10

Aber nicht nur im Bahnverkehr gibt es durch die Bauarbeiten in Fangschleuse Einschränkungen. Sie haben auch Folgen für den Autoverkehr. So wird der Bahnübergang an der L23 vom 3. bis 5. März gesperrt. Eine weitere Sperrung betrifft die Autobahn A10 in der Nacht vom 18. und auf den 19. März zwischen Erkner und der Tesla-Anschlussstelle Freienbrink.

Für die Verlegung des Bahnhofes Fangschleuse fanden nach Angaben der Bahn bereits im vergangenen Jahr vorbereitende Maßnahmen statt. Zum Beispiel im Bereich Naturschutz. „Zauneidechsen, Schlingnattern und Fledermäuse wurden in Ersatzhabitate umgesiedelt“, so der Bahn-Sprecher. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenverkehr sei auch eine Baustraße errichtet worden. Im Januar 2025 sind die Hauptbauleistungen gestartet. Geplant sind für 2025 Erdarbeiten, Oberbau, Gründungsarbeiten für Oberleitungen und Signale, Kabelarbeiten sowie Arbeiten am Fußgängertunnel am neuen Bahnhof. Die Kosten für das Gesamtprojekt – Güterbahnhof und Personenbahn – belaufen sich auf rund 250 Millionen. Hinzu kommen Kosten für Straßen und Bahnhofsvorplatz. Im August 2026 soll der neue Bahnhof bei Tesla fertig sein.

RE1: Zweite Baustelle in Berlin-Köpenick

Die Bauarbeiten in Fangschleuse, die auch im kommenden Jahr zu Ausfällen führen werden, sind im Übrigen nicht die einzigen entlang der RE1-Strecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Parallel dazu läuft der Umbau des Bahnhofes Köpenick zum Regionalbahnhof. Nach Angaben des Bahn-Sprechers sind hier für 2025 bislang keine Sperrungen der RE1 Strecke geplant. Bei mehreren Bauprojekten auf der Strecke stimme man sich stets ab, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, heißt es. Dafür gibt es aber mehrere Streckensperrungen bei der S3 zwischen Erkner und Berlin, die nächste folgt Anfang März.

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