Tesla Grünheide
: Neuer Bahnhof Fangschleuse steht nicht auf der Kippe

Der Bahnhof Fangschleuse in der Gemeinde Grünheide soll bis 2026 verlegt werden. Jüngst gab es Zweifel an der Umsetzung des Projektes nahe Tesla. Die wurden nun ausgeräumt.
Von
Cornelius Pape
Grünheide
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So könnte der neue Bahnhof Fangschleuse unweit der Gigafactory von Tesla aussehen.

DB Engineering & Consulting GmbH

Der neue Bahnhof Fangschleuse unweit des Tesla–Werks in Grünheide soll wie geplant gebaut und im Jahr 2026 eröffnet werden. Das geht aus einer Antwort des Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) gegenüber MOZ.de hervor. Vor wenigen Tagen hatte ein Bericht des „Spiegel“ Gegenteiliges nahegelegt und für Aufsehen gesorgt.

Demnach sei die Umsetzung des Bauvorhabens nahe der Gigafactory unsicher. Grund dafür seien Sparmaßnahmen des bundeseigenen Deutsche–Bahn–Konzerns, der aufgrund des Chaos um den Bundeshaushalt deutlich weniger Geld als vorgesehen erhält. Deshalb habe man sich bei der Deutschen Bahn (DB) dazu entschieden, vornehmlich die Sanierung des bestehenden Netzes anzugehen. Zahlreiche Modernisierungen seien hingegen in der Priorität zurückgestellt worden. Auch das Bahnhofsprojekt Fangschleuse gehöre dazu.

Neuer Bahnhof Fangschleuse — Bahn dementiert Berichte

In seinem Bericht bezieht sich der „Spiegel“ auf ein Schreiben der Infrastruktur–Gesellschaft der DB. Die wiederum bemüht sich wegen der Berichterstattung um eine Klarstellung: „Die Deutsche Bahn (DB) hält unverändert an ihren Aus– und Neubauvorhaben fest. Eine Streichung einzelner Projekte ist nicht vorgesehen“, so der Konzern in einer Pressemitteilung.

Es sei jedoch Fakt, dass es aufgrund der schwierigen Haushaltslage Ende vergangenen Jahres kurzfristig erforderlich war, die zeitliche Abfolge der Vorhaben zu überprüfen. Projekte, die bereits im Bau sind, wolle man unverändert fortführen, so die DB weiter. Bei allen anderen Projekten setze man die Planungen fort, um Verzögerungen zu vermeiden, bis die Finanzierung vollständig geklärt ist.

Brandenburger Ministerium: Fangschleuse nicht betroffen

Laut MIL in Brandenburg scheint die geplante Verlegung des Bahnhofs Fangschleuse außerdem gar nicht von dieser Diskussion betroffen zu sein: „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass es sich bei dem im Spiegelartikel erwähnten Bahnhof um den Übergabebahnhof Schienengüterverkehr handelt, den der Bund in eigener Zuständigkeit plant und baut“, so das Ministerium auf Nachfrage. Zur Finanzierung für diesen Güterbahnhof gebe es seit Ende 2023 eine von Bund und DB AG unterschriebene Finanzierungsvereinbarung.

Die Finanzierung der Station Fangschleuse erfolge dagegen über das Land Brandenburg, das dafür einen Förderantrag beim Bund aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz stellen werde, so das MIL. Beide Bahnhofsprojekte in Grünheide seien terminlich im Zeitplan und sollen nach derzeitigem Stand 2026 eröffnet werden. Der Grünheider Bürgermeister Arne Christiani (parteilos) bestätigte die Informationen des Infrastrukturministeriums auf Nachfrage. Das Bundesverkehrsministerium äußerte sich hingegen bis dato nicht zu dem Sachverhalt.

Bahnhof in Grünheide soll um 1,5 Kilometer verlegt werden

Wie berichtet soll der Bahnhof Fangschleuse nach dem Willen der Landesregierung und Deutschen Bahn nach Westen um 1,5 Kilometer verlegt und neu gebaut werden. So könnten zukünftig zehntausende Tesla–Mitarbeiter in Grünheide zu Fuß zur Arbeit in die Gigafactory gehen und einem höheren Reiseaufkommen könnte Rechnung getragen werden. Zudem sollen mehrere Gleise für den Güterverkehr errichtet werden, um den künftigen Werkbahnhof Teslas und das GVZ Berlin Ost Freienbrink anzuschließen.

Das Land rechnet für den Bau des Personenbahnhofs Fangschleuse mit Investitionen von knapp 60 Millionen Euro, wie das MIL im vergangenen Jahr mitteilte. Geplant sei, diese Kosten zu einem wesentlichen Teil über Bundesmittel zu refinanzieren. Der Bereich Güterverkehr werde nicht über das Land finanziert. Die Bahn sprach hier einst von Gesamtkosten von 200 Millionen Euro.

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