Stau auf A100 in Berlin
: Riss in Autobahn-Brücke – jetzt droht die Vollsperrung

Nachdem ein Riss auf der Ringbahnbrücke der Autobahn A100 in Berlin entdeckt wurde, staut sich täglich der Verkehr. Nun droht eine Vollsperrung.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Morgendlicher Berufsverkehr herrscht auf der Stadtautobahn A100 kurz hinter dem Dreieck Funkturm. Der bundesweit am stärksten belastete Verknüpfungspunkt und die Auffahrten sind seit über 55 Jahren in Betrieb.

Morgendlicher Berufsverkehr herrscht auf der Autobahn A100 kurz hinter dem Dreieck Funkturm. Mit einem Verkehrsaufkommen von rund 230.000 Fahrzeuge pro Tag ist es eines der am meisten befahrenen Autobahnknotenpunkte in Deutschland.

dpa/Soeren Stache
  • Riss in der Ringbahnbrücke A100 Berlin, Vollsperrung droht.
  • Verkehr täglich gestört, nur eine Spur Richtung Norden.
  • Brücke wird zwei Wochen untersucht, mögliche Vollsperrung.
  • 230.000 Fahrzeuge pro Tag, Knotenpunkt Funkturm betroffen.
  • Sanierung und Neubau der Brücke Ende des Jahres geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch am Montag (10.3.) bildeten sich wieder lange Staus auf der Autobahn A100 in Berlin. Denn Richtung Norden gibt es am Dreieck Funkturm nur eine Spur, anstatt drei Fahrbahnen. Grund für die Sperrung ist ein Riss in der Ringbahnbrücke in Charlottenburg-Wilmersdorf, der schon seit vergangenem Donnerstag für Aufsehen sorgt.

Doch auch am späten Montagnachmittag konnte die Autobahn GmbH des Bundes keine Entwarnung geben. Im Gegenteil: Die Brücke müsse weitere zwei Wochen genauer untersucht werden, teilte Ronald Normann, Direktor der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH des Bundes, mit. „Wir müssen prüfen, woran sie krankt“.

A100 – Vollsperrung oder jahrelange Einschränkungen

Der Verkehr werde so lange Richtung Wedding weiter einspurig über eine Stelle auf der Brücke geleitet, die weniger belastet sei, um die Sicherheit der Autofahrer zu gewährleisten. Sollte sich der Riss weiter verschlimmern, droht eine Vollsperrung. Im besten Fall könnte der Verkehr so wie jetzt eingeschränkt weitergeführt werden, erklärte Normann.

Die sogenannte Ringbahnbrücke gehört zum Autobahndreieck Funkturm, das in den kommenden Jahren sowieso umfassend saniert und umgebaut werden soll. Dabei soll der in die Jahre gekommene Knotenpunkt zwischen Stadtring (A100) und Avus (A115) bei laufendem Verkehr komplett neu gebaut werden.

Autobahn A100 passieren 230.000 Fahrzeuge pro Tag

Betroffen sind 1,9 Kilometer Autobahn und 25 Brücken. Das Planfeststellungsverfahren dazu läuft derzeit, hieß es am Montag. Man gehe aber von einem Baustart frühestens Ende des Jahres aus. Die 1963 eröffnete Spannbeton-Brücke über den Berliner S-Bahn-Ring in Höhe des Internationalen Congress Centrums (ICC) soll dabei ebenfalls neu errichtet werden, weshalb man von einer sofortigen Sanierung im Anschluss an die derzeitigen Untersuchungen absieht.

Dass die Ringbahnbrücke ihrem Lebensende zugeht, habe man schon 2015 bei einem Brückencheck festgestellt, hieß es am Montag von der Autobahn GmbH. Deshalb habe man an der Überführung Sonderprüfungen vorgenommen, bei denen nun der Riss entdeckt worden sei.

Mit einem Verkehrsaufkommen von rund 230.000 Fahrzeugen pro Tag, darunter 12.000 Lkw, ist das Dreieck Funkturm eines der am meisten befahrenen Autobahndreiecke in Deutschland. Laut der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) erwarten die Statistiker, dass sich das Aufkommen bis zum Jahre 2030 auf rund 250 000 Fahrzeuge am Tag steigern wird.

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