Streik am Flughafen BER
: Warnstreik hat begonnen – Starts und viele Landungen gestrichen

UPDATE 9 Uhr: Am BER werden keine Passagierflüge starten. Neben dem Streik im ÖPNV hat die Gewerkschaft Verdi zu einem Warnstreik am Flughafen aufgerufen, der nun angelaufen ist.
Von
dpa
Berlin
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  • Auf einer Anzeigetafel am Flughafen Berlin-Brandenburg BER sind alle Flüge gestrichen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Belegschaften der privaten Sicherheitsunternehmen an elf Flughäfen in Deutschland zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

    Auf einer Anzeigetafel am Flughafen Berlin-Brandenburg BER sind alle Flüge gestrichen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Belegschaften der privaten Sicherheitsunternehmen an elf Flughäfen in Deutschland zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

    Christophe Gateau / dpa
  • Am Flughafen Berlin-Brandenburg BER sind die Sicherheitskontrollen geschlossen. Zum Arbeitskampf aufgerufen sind die Beschäftigten, die in der Fluggastkontrolle, in der Personen- und Warenkontrolle, der Frachtkontrolle und in Servicebereichen tätig sind.

    Am Flughafen Berlin-Brandenburg BER sind die Sicherheitskontrollen geschlossen. Zum Arbeitskampf aufgerufen sind die Beschäftigten, die in der Fluggastkontrolle, in der Personen- und Warenkontrolle, der Frachtkontrolle und in Servicebereichen tätig sind.

    Christophe Gateau / dpa
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Am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) ist am frühen Donnerstagmorgen (1. Februar) der Warnstreik des Luftsicherheitspersonals angelaufen. Alle rund 170 Starts seien gestrichen, bestätigte eine Flughafensprecherin. Der Streik laufe wie angekündigt. Zudem sei etwa jede vierte Ankunft gestrichen. Das Terminal war weitgehend menschenleer. Nur wenige Passagiere suchten Orientierung. Der Flughafen erwartete für Donnerstag ursprünglich knapp 50.000 Passagiere.

Der Warnstreik betrifft auch andere Flughäfen in Deutschland. Zudem können einmal gelandete Maschinen am Donnerstag vom BER aus nicht wieder abheben. „Die ersten Streikenden haben sich bereits versammelt“, sagte ein Verdi-Sprecher am Morgen. Für 9 Uhr ist demnach eine Kundgebung mit etwa 400 Teilnehmern geplant.

Warnstreik am BER soll um 23.59 Uhr enden

Zum Arbeitskampf aufgerufen sind die Beschäftigten, die in der Fluggastkontrolle, in der Personen- und Warenkontrolle, der Frachtkontrolle und in Servicebereichen tätig sind. Verdi zufolge soll der Warnstreik am BER um 23.59 Uhr enden.

Ebenfalls zum Arbeitskampf aufgerufen sind die Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich an den Flughäfen Hamburg, Bremen, Hannover, Köln/Bonn, Düsseldorf, Leipzig/Halle, Dresden, Erfurt, Frankfurt und Stuttgart. Die rund 25.000 Beschäftigten privater Sicherheitsdienste sind an den Kontrollen für Passagiere, Gepäck und Personal zumeist im Auftrag der Bundespolizei tätig. Ohne sie ist kein Zugang und damit auch kein Betrieb der Sicherheitsbereiche möglich.

Pauschale Erhöhung des Stundenlohns und schnellere Zuschläge

Verdi fordert in dem Tarifkonflikt bei einer Laufzeit von einem Jahr eine pauschale Erhöhung des Stundenlohns um 2,80 Euro und schnellere Zuschläge. Derzeit verdienen die Luftsicherheitsassistenten in der obersten Entgeltgruppe 20,60 Euro in der Stunde, was sich bei 160 Monatsarbeitsstunden auf ein Bruttogehalt von knapp 3300 Euro addiert. Dazu kommen Zuschläge für Nachtarbeit, Sonn- und Feiertage sowie Mehrarbeit. Die Forderung berücksichtige den Kaufkraftverlust durch die Inflation und beinhalte einen Lohnzuwachs, erklärte Verdi.

Neben dem ÖPNV ruft Verdi auch am Flughafen BER zum Streik auf.

Julian Stratenschulte/dpa

Zuletzt war es im März 2023 zu Warnstreiks bei der Luftsicherheit gekommen. Damals ging es um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, die in den vergangenen Jahren deutliche Lohnsteigerungen durchgesetzt hatten. Am BER fielen bei diesem Warnstreik sämtliche Starts und etwa ein Drittel der geplanten Landungen aus.

Die Arbeitgeber vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) haben nach eigenen Angaben für dieses Jahr 4 Prozent und für das kommende Jahr 3 Prozent mehr Geld angeboten. Zudem sollen Mehrarbeitszuschläge zu einem früheren Zeitpunkt gezahlt werden als bislang. Die Forderungen von Verdi summierten sich auf 250 Millionen Euro zusätzliche Kosten allein in diesem Jahr, beklagt der BDLS. Anders als von der Gewerkschaft behauptet, sei nicht jede Lohnerhöhung über die Luftsicherheitsgebühren refinanzierbar.

Für die weiteren Verhandlungen sind zwei weitere Runden für den 6. und 7. sowie 21. und 22. Februar 2024 vereinbart.