Immer mehr Brandenburger beantragen Wohngeld. Zugleich steigt die Nachfrage nach Tipps zum Energiesparen deutlich an, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.
In Potsdam haben den Angaben zufolge im September rund 6500 Bürgerinnen und Bürger einen Wohngeldantrag gestellt. Im Vorjahresmonat hat die Stadt rund 4700 Wohngeldbescheide versendet, im September 2020 waren es knapp 3600.

Mehr Wohngeldanträge in großen Städten

Auch in Cottbus hat die Zahl der Wohngeldanträge deutlich zugenommen: 358 Anträge waren es im September, rund 15 Prozent mehr als im Vormonat. Im September 2021 waren es knapp 230 Anträge. Frankfurt (Oder) verzeichnet den Angaben zufolge seit April dieses Jahres etwa 55 Prozent mehr Erstanträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowie einen zunehmenden Bedarf an individueller Beratung zum Wohngeldanspruch.
Und dieser Trend wird aufgrund des steigenden Kostendrucks bei Energie und Lebensmitteln wohl weiter anhalten. „Wir rechnen mit einer Verdreifachung von wohngeldberechtigten Haushalten“, sagte eine Sprecherin der Landeshauptstadt Potsdam. Schätzungen zufolge erwarte man im kommenden Jahr gut 18 000 Antragstellungen auf Wohngeld.
Auch in Frankfurt (Oder) stellt sich die Stadt auf eine steigende Zahl von Anträgen ein. Da es derzeit noch keine gesetzliche Neuregelung gebe, sei eine individuelle Beratung zu einem möglichen Wohngeldanspruch derzeit nur bedingt möglich, hieß es. Man wirke daher auf eine spätere Antragstellung hin, so dass die Oderstadt ab November mit einem höheren Antragsaufkommen rechnet.

Mietzuschuss ab Januar

Ab Januar sollen mehr Haushalte in Deutschland einen staatlichen Mietzuschuss bekommen. Das Wohngeld soll zudem um durchschnittlich 190 Euro im Monat aufgestockt werden. Strittig war zwischen Bund und Ländern bisher aber noch, wie die Wohngeld-Ausweitung finanziert werden soll. Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur Miete für Haushalte, die zwar keine Sozialleistungen beziehen, trotzdem aber wenig Geld haben. Künftig sollen auch Menschen Wohngeld beantragen können, die Mindestlohn verdienen oder eine Rente in vergleichbarer Höhe haben.
Zugleich holen sich immer mehr Haushalte Rat und Hilfe zum Energiesparen. Bei der Verbraucherzentrale Brandenburg habe es bis August dieses Jahres rund 3100 Beratungen - gut 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum - gegeben, teilte die Organisation auf Nachfrage mit. Zudem hätten mehr als 1200 Personen - und damit fünfmal so viele wie im Vorjahr - an Vorträgen der Verbraucherzentrale zum Thema Energiesparen teilgenommen.

Energiewende

Hauptthema bei den Beratungsgesprächen ist demnach der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien. Insbesondere der Austausch von Gasheizungen und der Einbau von Wärmepumpen sowie die Installation einer Solaranlage seien stark nachgefragt. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage biete die Verbraucherzentrale mehr Termine bei der Telefon- und Videoberatung sowie mehr Online-Vorträge an, hieß es.