Sturmtief Ylenia und Zeyne“ haben teilweise starke Schäden hinterlassen. Wie steht es bei Antonia?
Nach den schweren Winterstürmen hat das große Aufräumen im Barnim begonnen. Die Straßenmeisterei Biesenthal ist im Dauereinsatz. Leiter Marek Breternitz warnt Autofahrer aber weiter zur Vorsicht.
Unterdessen wird in vielen Orten Bilanz gezogen. In Klosterfelde im Barnim wurde ein Feuerwehrauto von einem Baum getroffen - die Feuerwehrmänner brauchen Schutzengel.
In Frankfurt (Oder) gibt es massive Schäden im Stadtwald und am Helenesee. Der Hauptfriedhof von Frankfurt bleibt geschlossen.
Die Folgen des Orkantiefs Zeynep sorgen am Montag für viel Arbeit in Ostprignitz-Ruppin. Das Betreten der Wälder ist weiter lebensgefährlich.

In Ostbrandenburg blieb die Nacht relativ ruhig

In Ostbrandenburg habe es in der vergangenen Nacht und bis zum Montagmorgen vergleichsweise nur sehr wenig sturmbedingte Einsätze gegeben, berichtete der Lagedienstdienstführer der Regionalleitstelle Oderland in Frankfurt (Oder) am Montagmorgen. Derzeit gingen nur noch vereinzelt Meldungen über Schäden ein, die jetzt erst entdeckt oder die noch nicht abgearbeitet wurden. Gleiches meldete die Regionalleitstelle Nordost in Eberswalde. „Die Lage ist sehr übersichtlich. Hier und da wird uns immer noch mal ein größerer Ast gemeldet, der von den Bäumen gefallen ist, aber das Einsatzaufkommen ist normal“, so der Lagedienstführer.

Stürme über Berlin - Feuerwehr war an manchen Stellen überlastet

Die Berliner Feuerwehr war durch die Stürme der vergangenen Tage zeitweise überlastet. Das habe für den Bereich der sogenannten technischen Gefahrenabwehr gegolten, sagte Feuerwehrchef Karsten Homrighausen am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Dabei geht es etwa um die Sicherung und Entfernung umgestürzter Bäume und weiterer Gefahren. Homrighausen sprach von einer „Mammutaufgabe“ und Böen mit bis zu 120 Stundenkilometern. Die Leistungsgrenze sei erreicht worden. „Wir waren also hier ausgelastet, wir waren zeitweise auch vollständig und an manchen Stellen auch etwas überlastet.“
Sturmtief Orkan Oberhavel Tierpark Liebenthal schwer getroffen

Birkenwerder/Lehnitz/Oranienburg

Die Feuerwehr sei wegen der Stürme seit Donnerstag zu 4000 Einsätzen ausgerückt. 15 000 Notrufe seien in 88 Stunden eingegangen, was einen Rekordwert bedeute. Sonst seien es 2500 Notrufe in 24 Stunden. Zeitgleich habe man in der Spitze 1000 Feuerwehrleute im Einsatz gehabt, darunter viele Helfer der Freiwilligen Feuerwehren. Knapp 150 Feuerwehrfahrzeuge seien besetzt gewesen. Das Ausmaß habe „alles bisher Dagewesene überschritten“.
Homrighausen sagte mit Blick auf eine Veränderung des Wetters: „Wir beobachten, dass sich die Einsatzszenarien deutlich verändern.“ In der Vergangenheit habe man diese Art von Stürmen alle zwei oder drei Jahre erlebt. Nun nehme die Häufigkeit und Stärke zu. Zuletzt habe es erst im Januar einen heftigen Sturm gegeben.

Keine größeren Schäden durch Sturmtief „Antonia“ in Berlin

Nach den beiden heftigen Stürmen der vergangenen Tage und Nächte hat das dritte Sturmtief „Antonia“ bis Montagmorgen auch in Berlin keine größeren Schäden verursacht. Bei der Feuerwehr gab es laut einem Sprecher bis zum frühen Morgen keine größeren wetterbedingten Einsätze. Die Sturmtiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ hatten für rund 4000 wetterbedingte Feuerwehreinsätze gesorgt – ein Höchstwert.
Mancherorts gibt es auch weiter Einschränkungen. So sind laut Verkehrsinformationszentrale die Veitstraße und die Berliner Straße in Tegel weiterhin gesperrt. Auch bei der Bahn gibt es noch immer wetterbedingte Ausfälle. Laut der Deutschen Bahn fahren aktuell zum Beispiel keine Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Rostock/Stralsund.

Sturm mit kurzen Gewittern am Montagmorgen

Die Woche beginnt in Berlin und Brandenburg einmal mehr, nach Sturmtief „Ylenia“ und „Zeynep“, mit teils schweren Sturmböen und kurzen Gewittern. Nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden am Montag Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 70 und 85 Kilometern pro Stunde erwartet, in Schauer- und Gewitternähe sind besonders am Morgen lokal auch schwere Sturmböen bis zu 100 Stundenkilometer möglich.
Der Tag ist neben dem Wind von vielen Wolken, örtlich Regen- und Graupelschauern und morgens auch von kurzen Gewittern geprägt. Die Temperaturen liegen zwischen sieben und neun Grad.
Der Dienstag startet zunächst wolkig bis heiter und meist trocken. Am Nachmittag nehmen die Wolken zu und gegen Abend breitet sich von Westen nach Osten Regen aus bei Temperaturen zwischen sieben und neun Grad. Gelegentlich gibt es noch Windböen. Am Mittwoch werden neben Wolken auch sonnige Abschnitte erwartet, am Abend wird es laut den DWD-Prognosen klar. Der Tag bleibt trocken bei Höchstwerten um die neun Grad.

Wie lange dauert die Sturmphase in Deutschland an?

Das Orkantief zog am Samstag über das Baltikum nach Russland weiter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Vorübergehend soll es ruhiger werden, bis am Sonntag vor allem im Süden und in der Mitte nochmal stärkere Böen erwartet werden - verbreitet mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde, auf höheren Bergen auch teils schwere Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde. Es soll also mindestens bis Montag, 21.02.2022, stürmisch bleiben, wie es vom DWD heißt.

Weitere Einschränkungen im Bahnverkehr

Aufgrund von Unwetterschäden ist der Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg weiterhin beeinträchtigt. Zwischen Berlin und Rostock/Stralsund fahren keine Fernverkehrszüge, wie die Bahn mitteilt. Im Regionalverkehr verkehren keine Züge zwischen Potsdam und Michendorf (RB23) und Prenzlau und Angermünde (RE3). Auf der Linie RE3 ist ein Notverkehr mit Bussen eingerichtet worden. Fahrgäste der Linie RB23 sollten auf die Buslinie 643 des Stadtverkehrs ausweichen. Bei der S-Bahn gibt es keine witterungsbedingten Einschränkungen, so ein Sprecher.
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