Das Sturmtief Ylenia hat Brandenburg und Berlin erreicht. Bereits am Mittwoch hatte der DWD vor dem Unwetter gewarnt. „Es wird sehr wechselhaft und stürmisch“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Am Mittwochvormittag wurde über die Warn-App NINA eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Sie gilt von Mittwoch, 22 Uhr, bis Donnerstag, 18 Uhr.

Haus im Schlaubetal stürzt ein

Das Sturmtief „Ylenia“ hat in der Region Eisenhüttenstadt für mehr als 80 Einsätze der Feuerwehren gesorgt. In Ragow-Merz ist ein Gebäude zusammengeklappt wie ein Kartenhaus. Regenfälle erschüttern die Standfestigkeit der Bäume.

Feuerwehrleute in der Uckermark bedrängt und beleidigt

Bei Noteinsätzen sind nach Polizeiangaben in Brandenburg Feuerwehrleute bedrängt und beleidigt worden. Ein 32-Jähriger soll Einsatzkräfte in Casekow (Landkreis Uckermark) am Donnerstagvormittag beschimpft, bedroht und ihnen vor die Füße gespuckt haben, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehrleute waren nach den Angaben vom Freitag gerade auf einer vom Sturm verwüsteten Baustelle zugange und hatten den Mann gebeten, die Umgebung zu seiner Sicherheit zu verlassen.
Bereits am Donnerstagmorgen hatte laut Polizeiangaben ein 79-Jähriger eine Absperrung der Feuerwehr in Heidesee (Landkreis Dahme-Spree) unerlaubt durchfahren, mit seinem Auto einen Feuerwehrmann weggeschoben, mehrere Leitkegel beschädigt und war anschließend davongefahren. Der Feuerwehrmann blieb nach demnach unverletzt. Gegen beide Männer wird nun ermittelt.

Bahn meldet Wiederaufnahme der meisten Strecken

UPDATE: Nach dem Sturm „Ylenia“ ist der Großteil der Strecken im Bahnverkehr wieder befahrbar. Insbesondere zwischen Berlin und Hamburg sowie zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen seien wieder Fernverkehrszüge unterwegs, teilte die Bahn am Freitagmorgen mit. Dennoch komme es weiterhin aufgrund von gesperrten Streckenabschnitten im Fernverkehr zu Einschränkungen. Auf der Strecke nördlich von Berlin Richtung Ostseeküste und nördlich von Hamburg und Münster sowie den internationalen Verbindungen von Frankfurt/Main und Berlin nach Amsterdam würden noch keine ICE und Intercity-Züge fahren. Es komme zu Zugausfällen und Verspätungen.
Im Regionalverkehr habe sich der Verkehr weitgehend wieder normalisiert. Beeinträchtigungen seien noch auf einzelnen Verbindungen in den besonders von dem Sturmtief betroffenen Gebieten, wie Teile Niedersachsens, möglich.
Ab Freitagnachmittag geht der Deutsche Wetterdienst von einer weiteren Sturmfront mit teilweise noch höheren Windgeschwindigkeiten aus. Mit erneuten Einschränkungen sei deshalb zu rechnen. Die DB bittet ihre Fahrgäste, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung auf bahn.de oder im DB Navigator zu informieren.

Zeynep ist im Anflug

UPDATE: Nachdem Ylenia überstanden ist, muss sich Brandenburg auf den nächsten Sturm einstellen. Zeynep ist auf dem Weg und wird die Region am Freitag erreichen. Alle Entwicklungen und Ereignisse zum Unwetter finden Sie hier.

Katastrophenschutz hebt Gefahrenlage auf

Am frühen Nachmittag hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die Gefahrenlage für beendet erklärt. Die Gefahr, die von Sturmtief Ylenia ausging ist somit vorüber.

Neue Unwetterwarnungen für Nachmittag und Freitag

Am Mittag des 18. Februar gab es weitere Unwetterwarnungen. Vor allem sei im Landkreis Barnim mit Orkanartigen Böen zu rechnen. Die Windgeschwindigkeiten werden auf bis zu 120 Km/h prognostiziert. Der Wind kommt aus westlicher Richtung.
Derweil haben im Barnim erste Aufräumarbeiten begonnen. auch hier hat der Sturm teilweise schlimme Schäden verursacht. Mehrere Dächer wurden abgedeckt und Bäume umgeknickt oder entwurzelt. Auch in Eberswalde gab es Schäden mit weitreichenden Folgen.
Weiterhin berichtet der Deutsche Wetterdienst, dass für Berlin und Brandenburg am Freitagabend ein weiteres Orkantief erwartet werde. Bereits am späten Freitagnachmittag ist mit ersten Sturmböen zu rechnen, wie der DWD am Donnerstag in Potsdam mitteilte. Am Abend und zu Beginn der Nacht zum Samstag seien Böen zwischen 90 und 110 Stundenkilometern möglich, stellenweise auch Orkanböen um 120 Stundenkilometer. In der zweiten Nachthälfte, lasse der Wind deutlich nach. Nach DWD-Angaben ist von „einer Wetterlage mit hohem Unwetterpotenzial“ auszugehen. Er rät dazu, die weiteren Wettervorhersagen aufmerksam zu verfolgen.

Sturm beschädigt Charité-Gebäude in Berlin

Der Sturm hat das Gebäude der Berliner Charité beschädigt. An der Zahnklinik habe sich ein Teil des Vordachs gelöst, sagte Kliniksprecher Markus Heggen. Menschen seien nicht verletzt worden. Der Betrieb in dem Gebäude in der Aßmannshauser Straße in Wilmersdorf ist demnach nicht beeinträchtigt. Am Campus Benjamin Franklin in Steglitz löste sich an der Nordrampe ein Teil des Dachs. Auch dort kamen laut Heggen keine Menschen zu Schaden.

Mann stirbt in der polnischen Nachbarschaft von Frankfurt (Oder)

Sturm Ylenia hat auch in und um Frankfurt (Oder) gewütet. In der polnischen Nachbarschaft kam ein 64-Jähriger ums Leben.

Zwei Verletzte bei Wittstock

Bei Verkehrsunfällen nahe wittstock im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wurden zwei Menschen verletzt. Die Feuerwehren aus Neuruppin und der Umgebung mussten zudem wegen umgestürzter Bäume mehrfach ausrücken. In einigen Orten viel zudem der Strom aus.

Autobahn A12 gesperrt, umgestürzte Bäume auf A11

Der Sturm hat auch den Verkehr auf der Autobahn 12 ausgebremst. Zwischen Fürstenwalde und Dreieck Spreeau war ein Baum auf die Fahrbahn gekracht. Die A12 musste teilweise gesperrt werden.
Auch auf der A11 kam es in der Nacht zu mehreren Einsätzen aufgrund umgestürzter Bäume, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Besonders stark betroffen waren die Bereiche um Finowfurt und Joachimsthal.
Weiterhin waren in einer Baustelle auf der A10, Höhe Mühlenfließbrücke, umgefallene Warnbaken entdeckt worden, die jedoch zügig wieder aufgestellt wurden. Unfälle gab es nicht.

B96 bei Gransee nach Sturmschäden gesperrt

Auch in der Region Gransee gibt es erste Auswirkungen des Sturmes. So musste die Bundesstraße 96 gesperrt werden. Der nicht nachlassende Wind behindert die Feuerwehr bei ihrer Arbeit erheblich. wie lange es noch dauert, bis die Straße wieder freigegeben werden kann ist ungewiss. Zudem sind Rinder auf die Straße gelaufen.

Schäden an Raffinerie und Evakuierung von Schule in Schwedt.

In Schwedt hat es teilweise erheblich Schäden gegeben. So musste eine Schule evakuiert werden. Auch an der Raffinerie von PCK gab es Schäden. Eine Produktleitung wurde beschädigt und es lief Salzsäure aus. Die Gefahrenstoffeinheit der Schwedter Feuerwehr rückte aus, um zu untersuchen, ob Schadstoffe in die Luft gelangten und sich ausbreiten konnten.

Bäume stürzen auf Schulgelände in Seelow um

Großes Glück hatten Grundschüler in Seelow. Dort stürzten gleich zwei Bäume auf dem Schulgelände um. Wie durch ein Wunder sei dabei niemand verletzt worden, berichtete der Hausmeister der Schule.

Frankfurt (Oder) verschiebt Versammlung der Stadtverordneten

Wegen des Sturms ist in Frankfurt (Oder) die für Donnerstag angesetzte Stadtverordnetenversammlung verschoben worden. Grund der kurzfristigen Terminänderung sei eine Bewertung der vorliegenden Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes, wie die Stadt mitteilte. „Im Rahmen der gebotenen Vorsicht sollte nichts stattfinden, was nicht unbedingt stattfinden muss und Risiken für Leib und Leben der Bevölkerung und somit auch für die Stadtverordneten darstellt“, so der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Wolfgang Neumann.

Bad Freienwalde

Ein neuer Termin ist noch nicht bekannt. Oberbürgermeister René Wilke (Linke) bat alle Bürgerinnen und Bürger um „besondere Vorsicht und Umsicht sowie um Beachtung aktueller Warnhinweise“.

Unwetter hinterlässt Spuren in der Region Eisenhüttenstadt

Rund um Eisenhüttenstadt hat Sturm Ylenia einige Schäden hinterlassen. Die Feuerwehr fuhr zahlreiche Einsätze und ein Ende des Unwetters ist noch nicht in Sicht.

Antennenmast stürzt auf Ringbahn in Berlin

Ein 15 Meter hoher Antennenmast ist am Donnerstag in Berlin im Sturm auf die Ringbahn gestützt. Die Feuerwehr rückte mit einem Kran aus, um die Strecke freizuräumen, wie ein Sprecher sagte. Auf der Ringbahn wurde der S-Bahn-Verkehr zwischen Hermannstraße und Südkreuz unterbrochen.
Auch der Tempelhofer Damm wurde gesperrt, ebenso die Anschlussstelle der Stadtautobahn A100. Betroffen war auch die Buslinien 140 und 184 der Berliner Verkehrsbetriebe. Auf dem Tempelhofer Damm bildete sich ein Stau.

Straßenbahnen und Fähren in Potsdam ausgefallen

In Potsdam hat der Sturm zu streckenweisen Ausfällen beim Fähr- und Tramverkehrs geführt. Wegen zweier umgestürzter Bäume in den Wendeschleifen Marie-Juchacz-Straße und Gaußstraße ist der Tramverkehr der Linien 92 und 96 derzeit nur bis/ab Bisamkiez möglich, teilte der Verkehrsbetrieb Potsdam am Donnerstagvormittag mit.
Zwischen Waldstraße/Horstweg und Marie-Juchacz-Straße wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. „An der Beseitigung der Bäume wird gearbeitet, anschließend muss noch die Fahrleitung überprüft werden“, hieß es weiter.
Auch der Fährverkehr der Linie F1 zwischen Auf dem Kiewitt und Hermannswerder wurde am Vormittag eingestellt. Fahrgäste können die Buslinie 694 von/bis S-Hauptbahnhof und aus Potsdam-West bis/von S-Hauptbahnhof die Tram 91 und die Busse der Linien 605, 606 und 631 nutzen.

Stromausfälle wegen beschädigter Oberleitungen

In Westmecklenburg und Nordbrandenburg waren in der Nacht zu Donnerstag etwa 19.000 Haushalte ohne Strom. Wie der regionale Stromversorger Wemag (Schwerin) mitteilte, kam es im gesamten Netzgebiet zu Störungen an Leitungen. Die Reparaturarbeiten hätten schon in der Nacht begonnen. Am Morgen seien noch etwa 2000 Kunden von den Störungen betroffen gewesen.
Der größte Teil der Schäden sei durch herabfallende Äste oder entwurzelte Bäume verursacht worden.
Besonders betroffen gewesen seien die Regionen um Bützow, Gadebusch, Hagenow, Neustadt-Glewe und Perleberg, hieß es. Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben davon aus, dass sich die Störungen bis in den Abend hinein fortsetzen können.
Das anhaltend stürmische Wetter mit starken Windböen erschwere die Behebung der Schäden, die schrittweise beseitigt würden. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, hieß es.
Auch im Süden Brandenburgs gab es viele Stromausfälle. Am frühen Donnerstagmorgen waren um das Umland von Cottbus rund 5000 Haushalte ohne Strom, wie der Netzbetreiber Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mitteilte. Am Vormittag reduzierte sich die Zahl auf rund 700 Haushalte. Betroffen waren noch die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.

Regionalleitstelle Oderland in Ausnahmelage

Wie die Warn-Apps NINA und KATWARN melden, befindet sich die Regionalleitstelle Oderland in einer Ausnahmelage. Betroffen davon sind Frankfurt (Oder) sowie die Landkreis Märkisch-Oderland und Oder-Spree. Für die Menschen vor Ort bedeutet dies, dass der Notruf nur in Notfällen betätigt werden soll.

Erneut Ausnahmezustand bei der Feuerwehr in Berlin

Wegen des Sturms hat die Berliner Feuerwehr am Donnerstagvormittag zum zweiten Mal den Ausnahmezustand ausgerufen. Ausnahmezustand bedeutet, dass so viele Alarmrufe eingehen, dass sie nicht mehr wie sonst üblich nacheinander abgearbeitet werden können, sondern andere Prioritäten gesetzt werden. Das kommt häufiger vor.

Umgestürzte Bäume halten Feuerwehr in Strausberg auf Trab

Auch östlich von Berlin sind die Feuerwehren seit der Nacht im Dauereinsatz. In Strausberg und Umgebung hält Sturmtief Ylenia die Feuerwehr seit etwa drei Uhr morgens auf Trab. Immer wieder müssen umgestürzte Bäume zersägt und von den Straßen geräumt werden.

Flugzeugabfertigung am BER unterbrochen

Wegen des Sturmtiefs „Ylenia“ hat der Flughafen Berlin-Brandenburg BER am Donnerstagmorgen die sogenannte Flugzeugabfertigung unterbrochen. Das bedeutet, dass wegen der starken Sturmböen keine Maschinen beladen beziehungsweise entladen werden und zunächst auch keine Passagiere in die Flugzeuge einsteigen können, wie ein Sprecher des BER sagte. Bereits abgefertigte Maschinen können jedoch noch starten und Landungen finden auch noch statt. Details zur Zahl abgesagter Flüge blieben zunächst unklar.
Die Lufthansa hatte in der Nacht Flüge nach Frankfurt annulliert. Ein Sprecher der Betreibergesellschaft sagte. „Wir versuchen, die Abfertigung so schnell wie möglich wieder hochzufahren.“ Weil der Sturm wieder stärker wurde, durften die Ausleger der Fluggastbrücken des Terminals nicht an die Maschinen herangefahren werden. Teilweise wurde auf mobile Brücken ausgewichen. Wegen starker Böen durften zeitweise auch keine Gepäckklappen geöffnet werden.

Weihnachtsbaum von Union Berlin Opfer von Ylenia

Auch beim 1. FC Union Berlin hat der Sturm Schaden angerichtet. Eine mehr als 20 Meter hohe Tanne direkt vor der Geschäftsstelle der Eisernen in Köpenick knickte am Donnerstagvormittag bei einer heftigen Sturmböe um.
„Der Baum ist hin. Wir sind alle sehr traurig“, sagte Kommunikationschef Christian Arbeit bei der Pressekonferenz der Eisernen vor dem Bundesliga-Spiel bei Arminia Bielefeld. Weiterer Schaden sei aber nicht verursacht worden. Vor Weihnachten wurde der imposante Baum immer festlich mit roten Kugeln geschmückt. In den sozialen Netzwerken betrauerten viele Fans den Vorfall.
Ob der 1. FC Union noch weitere Hindernisse wegen der stürmischen Wetterlage hinnehmen muss, war am Donnerstag noch unklar. Geplant ist am Freitag die Anreise mit der Bahn nach Bielefeld. „Wenn keine Bäume auf den Gleisen liegen“, sagte Arbeit.

Feuerwehr und Polizei in Brandenburg im Dauereinsatz

Als „mehr oder weniger entspannt“, hat Torsten Wendt, Sprecher der Polizeidirektion Süd, am Morgen die Lage bezeichnet. Seit 3 Uhr morgens habe es zwölf Einsätze gegeben. In den meisten Fällen seien Äste abgeknickt oder Bauzäune umgeworfen worden. „Es ist bisher nicht ersichtlich, dass jemand zu Schaden gekommen ist“, sagte er gegen 7 Uhr. Ähnlich wird die Lage in den Polizeidirektionen Ost und Nord bewertet, wie die Sprecher Roland Kamenz und Dörte Röhrs mitteilte. Die B5 ist aktuell gesperrt, nachdem zwischen Mechow und Demerthin ein Baum auf die Straße gestürzt ist, so Röhrs. Der Einsatz der Feuerwehr läuft aktuell noch. Die ist derzeit überall im Einsatz wegen der Sturmauswirkungen.
In den Landkreisen Cottbus, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald und Elbe-Elster sei es demnach in der Nacht zu Donnerstag zwischen 1.00 Uhr und 5.30 Uhr zu insgesamt etwa 150 Einsätzen wegen umgefallener Bäumen gekommen, sagte der Sprecher. Besonders in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz seien viele Bäume auf die Fahrbahn gefallen, hieß es. Zudem hat der Sturm zu zahlreichen Stromausfällen geführt, insbesondere in den Landkreisen Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.
Auch in Frankfurt (Oder) sowie den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch Oderland habe es seit etwa 2.00 Uhr viele witterungsbedingte Einsätze gegeben – insgesamt etwa 80, wie ein anderer Sprecher am Donnerstagmorgen mitteilte. Auch dabei handelte es sich um umgefallene Bäume.
Die Leitstelle in Potsdam meldete mit Stand von 6.35 Uhr 17 Einsätze im Havelland, 14 in der Prignitz sowie 28 weitere in Ostprignitz-Ruppin. Auch dort handelte es sich zumeist um umgestürzte Bäume, die immer wieder Fahrbahnen blockiert haben.

Auswirkungen des Sturms auf Öffis in Berlin

Die Auswirkungen des Sturmtiefs „Ylenia“ auf U-Bahn, Straßenbahn und Busse in Berlin waren „kleiner als erwartet“. Das teilte ein Sprecher der Berliner Verkehrsbetriebe BVG am Donnerstagmorgen mit. Wegen umgestürzter Bäume und großer Äste oder Gegenstände auf der Fahrbahn mussten die Buslinien M41, M45, 154, 259, 398 sowie die Nachtlinien N20 und N24 umgeleitet werden. Bei der Straßenbahn sei es nur ganz vereinzelt zu Störungen gekommen.
Als Vorsichtsmaßnahme fahren die Straßenbahnen und U-Bahnen auf den Außenstrecken zudem langsamer, hieß es. In der Nacht sei es zu kurzzeitigen Verspätungen bei den Nachtbuslinien gekommen. Insgesamt sei die Lage aber sehr ruhig, sagte der Sprecher.

Bahn stellt Fernverkehr in acht Bundesländern ein

Wegen des Sturmtiefs „Ylenia“ hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr in Berlin und Brandenburg eingestellt. Die Einschränkungen dauern voraussichtlich bis zum Mittag an, wie ein Sprecher der Bahn am Donnerstagmorgen mitteilte. Das aktuelle Sturmtief beeinträchtige den Zugverkehr in den zwei Ländern stark, sagte der Sprecher. „Bäume sind auf Gleise und Oberleitungen gefallen, wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Störungen zu beseitigen“.
Nicht nur in Berlin und Brandenburg, sondern auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verkehren keine Züge des Fernverkehrs, teilte das Unternehmen am Donnerstagmorgen auf Twitter mit. Auch im Regionalverkehr komme es in diesen Regionen zu Zugausfällen und Verspätungen, hieß es in einer Pressemitteilung. Auswirkungen gebe es auch in den anderen Bundesländern.

Schüler können Donnerstag zu Hause bleiben

Am Donnerstag, 17. Februar, wird aufgrund der Sturmwarnung die Präsenzpflicht an Schulen in Brandenburg ausgesetzt. Das teilte das Bildungsministerium am Mittwochnachmittag mit. „Bei extremen Witterungsverhältnissen entscheiden grundsätzlich die Erziehungsberechtigten am Morgen, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist. Volljährige Schülerinnen und Schüler entscheiden dies selbst. Im Fall des Fernbleibens muss die Schule benachrichtigt werden“, so das Ministerium. Die Präsenzpflicht wird demnach für Donnerstag ausgesetzt. Das Fernbleiben gilt als entschuldigt. „Die Sicherheit geht immer vor.“

Erste Einsätze der Feuerwehr in Frankfurt (Oder)

Die Feuerwehr in Frankfurt (Oder) bereitet sich seit Mittwoch auf den Sturm vor. In der Nacht zu Donnerstag gab es dann auch einige Einsätze. Äste brachen ab und Bäume stürzten um. Die Stadtverordneten vertagten ihre Sitzung. Möglicherweise muss auch der Wildpark der Gronenfelder Werkstätten am Donnerstag schließen.

Kurzzeitig Ausnahmezustand bei Feuerwehr in Berlin

Wegen des Sturms hat die Feuerwehr Berlin am frühen Donnerstagmorgen vorübergehend den Ausnahmezustand ausgerufen, wie ein Sprecher der Berufsfeuerwehr Berlin sagte. Rund zwei Stunden später, um 4.30 Uhr, wurde er wieder beendet. Der Feuerwehr zufolge war die Lage am frühen Morgen entspannter, man kümmere sich nun vor allem um Folgeeinsätze.
Ab 2.00 Uhr war den Angaben zufolge zunächst ein starker Anstieg an wetterbedingten Einsätzen zu verzeichnen. Gegen 2.30 Uhr habe man sich entschieden, den Ausnahmezustand auszurufen. Mehrere Freiwillige Feuerwehren wurden in den Dienst gerufen, um die Berufsfeuerwehr zu unterstützen.
Die Feuerwehr musste zu Dutzenden Einsätzen ausrücken. Dabei handelte es sich ihren Angaben nach überwiegend um umgestürzte Bäume und lose Dachziegel oder ähnliche Gebäudeschäden. In Lichterfelde waren etwa drei Bäume auf parkende Autos gefallen, auch ein Lichtmast wurde mitgerissen. Meldungen von Verletzten lagen aus Berlin zunächst nicht vor.
Die Berliner Feuerwehr warnt weiterhin davor, das Haus zu verlassen, wenn das nicht unbedingt nötig sei. Es sei damit zu rechnen, dass der Sturm im Laufe des Vormittags noch einmal an Stärke zunehme, warnte der Feuerwehrsprecher. Wälder und Parkanlagen in Berlin sollten besser nicht betreten werden, etwa weil durch den Sturm Äste von den Bäumen fallen könnten.

Vorhersage und Unwetterwarnung

Am Mittwoch treten einzelne Windböen bis 60 Stundenkilometer auf. Teilweise gibt es auch Sturmböen mit bis zu 70 Stundenkilometern. In der Nacht zum Donnerstag nimmt der Wind zu. Es gibt Sturmböen oder schwere Sturmböen bis zu 100 Stundenkilometer, kurzzeitig auch einzelne orkanartige Böen mit 110 Stundenkilometern. Es kommt zu einzelnen, teils schweren Gewittern mit Graupel und einzelnen Orkanböen bis 120 Stundenkilometern.
In der Nacht zum Donnerstag verdichten sich die Wolken. Im Verlauf der Nacht soll es kräftig, teils schauerartig regnen. Die Tiefstwerte liegen zwischen zehn und sieben Grad.
In der NINA-Unwetterwarnung wird den Menschen in Berlin und Brandenburg empfohlen, möglichst nicht ins Freie zu gehen. Es können Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Fenster und Türen sollen geschlossen bleiben, Gegenstände im Freien gesichert werden. „Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen“, heißt es weiter in der Warnung.
Die Feuerwehr empfiehlt, bei einem heftigen Sturm grundsätzlich vorsichtig zu sein. „Am sichersten ist man in den eigenen vier Wänden. Man sollte prüfen: Muss ich das Haus verlassen?“, sagte ein Sprecher. Wer unbedingt raus müsse, sollte Parks und Wälder meiden, um nicht durch herabfallende Äste in Gefahr zu geraten. Auch in der Stadt sollten die Menschen aufmerksam sein und den Blick nach oben richten, um mögliche Gefahren zu erkennen.

Zwei Stürme nacheinander - Ylenia und Zeynep

„Ab der Nacht zum Donnerstag wird es richtig brenzlig“, teilt WetterOnline.de mit. „Vor allem die Nordhälfte Deutschlands ist betroffen.“ Dem Sturm in der Nacht zu Donnerstag mit dem Namen Ylenia wird Sturm Zeynep folgen, für den regionale Vorhersagen noch nicht möglich sind, so wetteronline.de.
„Ylenia ist bereits am heutigen Mittwoch deutlich zu spüren. Der Wind frischt im Tagesverlauf schon auf. So richtig brisant wird es dann in der Nacht zum Donnerstag“, erläutert Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Mit Durchzug einer Kaltfront kann besonders in der Nordhälfte des Landes in Schauern und Gewittern der Wind aus der Höhe bis zum Erdboden durchgedrückt werden. Das könnte Orkanböen von Tempo 120 zur Folge haben. Sonst stürmt es verbreitet mit Böen von 70 bis 100 Kilometer und auf den Bergen drohen Orkanböen zwischen 120 und 150 Kilometer pro Stunde.“ Lokal und eng begrenzt könnte es sogar zu Tornados kommen, so Goldhausen. Nach einer Verschnaufpause werde dann am Freitag Orkan Zeynep übers Land ziehen.
Erst vor wenigen Wochen hatte ein Unwetter über Berlin und Brandenburg für unzählige Einsätze der Feuerwehren gesorgt.

Deutsche Bahn informiert über Fahrplanänderungen

Aufgrund der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes informiert die Deutsche Bahn, dass es in den Morgenstunden des 17. Februars zu Fahrplanänderungen kommen wird. Betroffen sind zunächst folgende Linien:
  • RE6 zwischen Wittenberge und Neuruppin
  • RB23 zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Michendorf
  • RB66 zwischen Angermünde und Szczecin.
Auf diesen Linien werden die Züge erst ab 6.30 Uhr verkehren. Des Weiteren fahren die Züge mit verminderter Geschwindigkeit. Verspätungen müssen somit einkalkuliert werden. Sollte es zu weiteren Zugausfällen oder Verspätungen kommen, wird die Deutsche Bahn darüber auf ihrer Webseite informieren.

Lufthansa annulliert Flüge

Bereits am Mittwochabend informierte die Lufthansa, dass Flüge wegen des Sturms annulliert würden. Davon sei auch Berlin betroffen.

Unwetter-Warnung: Zoo und Tierpark Berlin bleiben geschlossen

Erste öffentliche Einrichtungen bleiben am Donnerstag vorsorglich geschlossen: Wegen der Sturmgefahr kündigte der Zoo Berlin an, Zoo und Tierpark am Donnerstag nicht für den Besucherverkehr zu öffnen.
„Wir hoffen sehr, dass wir von größeren Schäden verschont bleiben“, teilte Direktor Andreas Knierim am Dienstag mit. Sollten größere Sturmschäden ausbleiben, wolle man den Betrieb am Freitag regulär wieder aufnehmen. Das Aquarium soll am Donnerstag wie gewohnt öffnen.

Auch Stadtverwaltung Neuruppin warnt vor Sturm

Neuruppins Stadtverwaltung bittet die Einwohner und Gäste der Stadt, vor allem die Wallanlagen und den Stadtpark während des Sturms möglichst nicht zu betreten. Generell solle der Aufenthalt und das Parken unter Bäumen vermieden werden, so Rathaussprecherin Michaela Ott.
Im Herbst 2017 hatte Sturmtief Xavier im Kreis Neuruppin massive Schäden hervorgerufen. Viele Straßen durch Waldgebiete waren wegen umgefallener Bäume nicht mehr passierbar. Die Wallanlagen mussten wegen der Sturmschäden für Tage gesperrt werden.

Feuerwehren in Eisenhüttenstadt halten sich bereit

Auch die Feuerwehr in Eisenhüttenstadt bereitet sich vor. Sollte sich die Lage in der Nacht zum Donnerstag zuspitzen könnte es sein, dass direkt an der Feuerwache eine Einsatzleitstelle eingerichtet wird. Von dort aus würden dann sämtliche Einsätze koordiniert. Auch das Tiergehege in Eisenhüttenstadt bleibt am 17. Februar aufgrund des Sturms geschlossen.

Öffentliche Anlagen bleiben geschlossen

Der Schlosspark Oranienburg bleibt bleibt wegen des Sturmtiefs Ylenia zwei Tage lang geschlossen. Betroffen ist zudem das Lichtkunst-Festival. Auch der Tierpark Germendorf bleibt zu. In Cottbus schließt der Spreeauenpark für die Zeit des Sturms.

Berlin-Mitte warnt vor Betreten der Parks

Der Berliner Bezirk Mitte warnte wegen morscher Bäume „ausdrücklich und dringend“ vor dem Betreten von Parks. Zahlreiche Zoos, etwa in Berlin, Wuppertal in Nordrhein-Westfalen und in Magdeburg (Sachsen-Anhalt), sollten am Donnerstag vorsorglich geschlossen bleiben. Hier und dort wurde der Besuch von Friedhöfen untersagt.
Auch viele Skigebiete stellten sich auf die Orkantiefs ein. Bereits am Mittwoch stand etwa die Fichtelberg Schwebebahn in Sachsen still. Wegen der Baumbruchgefahr sollen einige Loipen gesperrt werden. In vielen Städten wurden die Wochenmärkte für Donnerstag abgesagt.

Unfall bei Wittstock mit umgestürztem Baum

Beim Zusammenstoß mit einem beim Sturm umgestürzten Baum sind an der Landesgrenze von Mecklenburg zu Brandenburg zwei Autofahrer verletzt worden. Wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag sagte, lag der Baum am Morgen auf der Landesstraße zwischen Wittstock (Kreis Ostprignitz-Ruppin) und Wredenhagen (Mecklenburgische Seenplatte). Bei Dunkelheit fuhr demnach ein 21-Jähriger aus der Müritzregion mit dem Auto dagegen, dann von der anderen Seite ein Mann mit seinem Transporter.
Die beiden Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Fahrzeuge könnten sich geblendet haben, hieß es. Das Auto des Mannes von der Seenplatte musste geborgen werden. An beiden Fahrzeugen entstand rund 12 000 Euro Sachschaden, hieß es. Der Unfall ereignet sich in einem dichten Waldstück.

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