Tesla Grünheide
: Fitnessstudio und mehr Ärzte – neue Pläne für die Gigafactory

2023 gab es Vorwürfe gegen Tesla, der Arbeitsschutz in Grünheide reiche nicht. Bei einem Besuch von Brandenburgs Sozialministerin Nonnemacher hat Werksleiter André Thierig nun neue Pläne angekündigt.
Von
Christian Heinig,
dpa
Grünheide
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In der Besucher-Lobby der Tesla-Gigafactory: Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Brandenburger Ministerin für Soziales, unterhält sich mit Werksleiter André Thierig.

Soeren Stache/dpa

Tesla will für sein Werk in Grünheide den Gesundheitsschutz verbessern und zudem mehr Ärzte einstellen. Das kündigte Werksleiter André Thierig am Rande eines Fabrik-Besuches von Brandenburgs Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) an. „Wir haben definitiv Bedarfe an weiteren Ärzten.“ Es sei nicht so einfach, da Personal zu finden. „Wir erfüllen die gesetzlichen Verantwortungen mit unserem aktuellen Personal, aber würden das auch gern ausbauen, um Vorsorgeuntersuchungen direkt in der Fabrik anbieten zu können.“

Tesla will außerdem den Gesundheitsschutz der Beschäftigten in der Fabrik verstärken. Man wolle sehr viel mehr in die Prävention gehen, so Thierig. „Wir bauen gerade unser eigenes Fitnessstudio, wo wir auch die Möglichkeit haben, ganz gezielt Trainings anbieten zu können, beispielsweise als Gegenmaßnahme zu monotonen körperlichen Tätigkeiten“, so der Grünheider Werksleiter. Physio– und Ergotherapeuten gebe es bereits.

„Tesla hat bei uns keinen Rabatt"

Ursula Nonnemacher zeigte sich nach dem Fabrik-Rundgang, bei dem sie auch mit Vertretern des Betriebsrates zusammenkam, zufrieden. „Tesla hat bei uns keinen Rabatt, weil es prominent ist“, sagte die Sozialministerin, die für Arbeitsschutz zuständig ist. Man kontrolliere überall mit den gleichen Maßstäben.

Mit Blick auf Sicherheitsvorkehrungen wie Werksfeuerwehr und medizinischen Dienst sagte sie: „Ich denke, das ist vorbildlich und einem Werk von dieser Größe angemessen.“ Es habe stets häufige Kontrollen gegeben und die Zusammenarbeit sei gut. Sie habe den Eindruck, dass die Hinweise immer auf offene Ohren gestoßen und umgesetzt worden seien.

In der Tesla–Fabrik in Grünheide ereigneten sich seit dem Jahr 2021 nach Angaben des Sozialministeriums bisher sieben schwere Unfälle — vier davon auf der Baustelle, drei im Betrieb. Wobei einer dieser Arbeitsunfälle nach den Kriterien „kein bemerkenswerter Unfall" war, so ein Sprecher gegenüber MOZ.de. Der „Stern“ hatte im vergangenen Jahr von auffallend vielen meldepflichtigen Arbeitsunfällen zwischen Juni und November 2022 berichtet und die Zahl mit 190 angegeben.

Tesla-Werksleiter: „30 Prozent Unfälle weniger"

Tesla-Werksleiter André Thierig sagte: „Wir haben natürlich sehr, sehr viel getan, vor allen Dingen im Zusammenhang mit Mitarbeiterschulungen.“ Die Ausrüstung sei ebenfalls verbessert worden. Thierig sprach zudem von einem Rückgang der Unfälle von "30 Prozent" im laufenden Jahr gegenüber 2023.

2021 ist die Fabrik in Grünheide nach Angaben des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) 48-mal kontrolliert worden, 2022 insgesamt 40-mal. 2023 waren es dagegen nur 19 Kontrollen, im laufenden Jahr bislang 9. Grund für den Rückgang ist, dass während der Bauphase fast wöchentlich Kontrollen erfolgt seien. Inzwischen komme es nach Angaben von Marian Mischke, dem Leiter Arbeitsschutz beim LAVG, etwa alle 14 Tage zu Kontrollen, darunter angekündigte und unangekündigte. Tesla hatte im März 2022 mit der Produktion in Grünheide begonnen.

Der zuletzt angekündigte weltweit geplante Stellenabbau bei Tesla hat auch Folgen für die Gigafactory in Grünheide: Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche den Abbau von 400 Jobs angekündigt. Dazu wurde ein Freiwilligenprogramm gestartet. Zuvor hatte sich der E–Autobauer bereits von 300 Leiharbeitern getrennt. (mit dpa)

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