Unwetter in Berlin und Brandenburg
: Sturm „Zoltan“ – Sperrung auf A111, Verspätungen bei der Bahn

UPDATE 08.14 Uhr: Kurz vor Weihnachten fegt ein Sturm über Deutschland. Die Autobahn A111 an der Landesgrenze Berlin/Brandenburg wurde kurzzeitig gesperrt. In Frankfurt (Oder) schließen Weihnachtsmärkte früher.
Von
Dirk Schaal
Berlin
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Ein Feuerwehrmann zerlegt in Beelitz (Brandenburg) einen umgestürzten Baum. Der Deutsche Wetterdienst rechnet für die Nord- und Ostseeküsten für den Freitagvormittag mit Böen mit einer Geschwindigkeit von 90 bis 110 Kilometern pro Stunde, auch noch stärkere Orkanböen sind demnach möglich.

Cevin Dettlaff/dpa

Sturmtief „Zoltan“ fegt mit kräftigen Böen und Schauern vor allem durch den Norden Deutschlands – und sorgt kurz vor Weihnachten für einige Ärgernisse. Die Deutsche Bahn rechnet für Freitag mit weiteren Einschränkungen im Personenverkehr. Der Bahnverkehr war am Donnerstag heftig getroffen worden. Es gab in Regional- und Fernverkehr zahlreiche Ausfälle und Verspätungen aufgrund der Sturmschäden.

„Teilweise können Beschädigungen erst bei Tageslicht abschließend beurteilt werden“, teilte ein Bahn-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend mit. Besonders die Bahnstrecken im Norden sind demnach betroffen.

Autobahn A111 – Sperrung nach umgestürztem Baum

Ein umgestürzter Baum hat in der Nacht auf Freitag für eine Vollsperrung der Autobahn 111 an der Landesgrenze von Berlin und Brandenburg gesorgt. Gegen Mitternacht sei der Baum auf die Fahrbahn gekippt, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr musste ausrücken, um den Baum zu entfernen. Da der Baum quer über die Autobahn lag, war die Straße in beide Richtungen gesperrt. Nach Angaben des Sprechers hatte das in der Nacht jedoch keine großen Auswirkungen auf den Verkehr.

Keine Personenschäden und wenig Einsatzmehraufkommen

Im mittleren und nördlichen Bereich von Brandenburg blieb die Lage aufgrund des Sturmtiefs relativ ruhig. Da hatten die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren schon ganz andere Situationen überstehen müssen, heißt es aus den Regionalleitstellen. Zumeist waren es umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste auf Straßen und Wegen, die die Feuerwehren in der Nacht in Atem hielten.

Im Bereich der Regionalstelle Oderland gab es in der Nacht zum Freitag aufgrund der Wettersituation nur wenig zusätzliche Arbeit. Zu insgesamt 25 Alarmierungen aufgrund des Sturmtiefs „Zoltan“ mussten die Feuerwehren in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree ausrücken.

Im Bereich der Regionalleitstelle Nordwest, der die Landkreise Havelland, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz sowie die Landeshauptstadt Potsdam umfasst, wird die Situation als nicht dramatisch eingeschätzt. 70 wetterbedingte Einsätze seinen für das Gebiet eine überschaubare Größe, hieß es.

Auch der Bereich der Regionalleitstelle Nordost blieb von Personenschäden und einem größeren Einsatzaufkommen verschont. Zwischen 0 und 6 Uhr rückten in Feuerwehren in Barnim zu fünf wetterbedingten Einsätzen aus, in Oberhavel waren es zehn und in der Uckermark 18.

Sturm – Rummel in Frankfurt (Oder) abgebaut

Auch in Frankfurt (Oder) sorgte die Witterung dafür, dass vorzeitig abgebaut werden muss. Bereits am Donnerstag waren die Schausteller mit der Demontage der Fahrgeschäfte beschäftigt.

Am Freitag fallen nach ersten Angaben etwa Fernverkehrszüge zwischen Hamburg/Hannover, Kassel und Frankfurt/Stuttgart/Basel sowie Würzburg und München aus. Unter anderem zwischen Berlin/Leipzig/Erfurt komme es zu Verspätungen und vereinzelten Ausfällen.

Auch im Regionalverkehr gab es schon am Donnerstag witterungsbedingte Verspätungen und Ausfälle, die in der Nacht zum Freitag anhielten. Bei Hamburg wurde der Verkehr auf einigen Strecken eingestellt.

Die orkanartigen Böen ließen nicht nur Bäume auf Gleise stürzen, sondern auch etwa auf Straßen. Weihnachtsmärkte blieben geschlossen oder schlossen früher und Fähren fielen aus – wie etwa die Fahrten zwischen Rostock und Gedser in Dänemark. Darüber hinaus musste in Schleswig-Holstein die Fehmarnsundbrücke nach Polizeiangaben vollständig gesperrt werden.

Weihnachtsmarkt in Magdeburg geschlossen

In Sachsen-Anhalt schloss der aus Sicherheitsgründen Weihnachtsmarkt früher. Der Betreiber hoffe „auf Verständnis“, heißt es auf Facebook.

In Sachsen-Anhalt sind in der Nacht zum Freitag wegen des stürmischen Wetters zahlreiche Bäume umgestürzt und Äste sowie Verkehrsschilder abgebrochen. In Salzwedel und Gommern (Landkreis Jerichower Land) wurden zwei Menschen leicht verletzt, wie die Polizei Stendal am Freitagmorgen mitteilte. In Salzwedel war ein Transporter laut Polizei durch den starken Wind von der Straße abgekommen und in Gommern ein Baum auf ein Auto gestürzt.

Im Harz ist zwischen Elend und Sorge laut Polizei Magdeburg die B242 wegen der Gefahr durch Sturmschäden bis zum 26. Dezember vorsorglich gesperrt.

Sturmtief Zoltan – das sagt die Bahn

Alle Fahrgäste, die am Donnerstag oder Freitag ihre geplante Reise wegen des Sturmtiefs „Zoltan“ verschieben müssen, können ihr Ticket laut Bahn zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugverbindung ist aufgehoben. Das Ticket gelte für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenlos storniert werden.

Aufgrund der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage seien die Fernverkehrszüge bereits sehr stark ausgelastet, teilte die Bahn weiter mit. Fahrgäste sollten sich vorab – etwa über die Internetseite – über die Auslastung der Fernverkehrszüge informieren und wenn möglich zu Randzeiten fahren.