Verdacht der Urkundenfälschung: Ermittlungen gegen Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak

Das Büro des Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak sagt, der falsche Bundestagsausweis sei eine Requisite für ein Internetvideo gewesen. (Archivbild)
Bernd von Jutrczenka/dpa- Ermittlungen wegen Verdacht der Urkundenfälschung gegen Ferat Koçak laufen.
- Anlass ist eine falsche Zugangskarte für den Bundestag, bestätigt sein Büro.
- Koçak drehte ein Rollentausch-Video und nutzte dafür eine gebastelte Requisite.
- Die Karte sei beim Einlass gesehen worden – daraus entstand laut Büro der Vorwurf.
- Der Besucher war regulär angemeldet und zeigte seinen amtlichen Ausweis beim Eintritt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wegen einer falschen Zugangskarte für den Bundestag ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen den Linken-Abgeordneten Ferat Koçak. Das bestätigte das Büro des Politikers auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte die „B.Z.“ berichtet. Ermittelt wird wegen des Anfangsverdachts der Urkundenfälschung gegen einen 47 Jahre alten Bundestagsabgeordneten, wie die Berliner Staatsanwaltschaft mitteilte, ohne den Namen des Abgeordneten zu nennen. Weitere Auskünfte machte die Behörde nicht.
Koçak habe unter dem Motto Rollentausch ein Social-Media-Video mit einem Kioskbesitzer gedreht, teilte sein Abgeordnetenbüro mit. „Um diesen Rollentausch auch bildlich festzuhalten, überreichte der Kioskbesitzer MdB Koçak ein Namensschild mit dem Logo seines Kiosks. Im Gegenzug erhielt der Kioskbesitzer symbolisch eine vom Büro Koçak gebastelte Requisite Bundestagsausweis in grüner Farbe, der ausdrücklich nicht dem offiziellen Bundestagsausweis ähnelt“, hieß es.
Dieser sei beim Einlass in den Bundestag gesehen worden. „Aus diesem Umstand entstand offenbar der nun erhobene Vorwurf“, teilte das Büro mit. Der Kioskbesitzer sei für den Besuch des Bundestags ordnungsgemäß angemeldet gewesen und habe den Bundestag regulär unter Vorlage seines amtlichen Ausweisdokuments betreten.
Auf Koçaks Youtube-Kanal ist das Video von April abrufbar, das den Rollentausch mit einem Neuköllner Kioskbesitzer zeigt.