Kellner organisiert seit sieben Jahren die Aktivitäten seiner Partei im Bund. Als Geschäftsführer gewählt ist er bis Ende 2021. So lange wolle er das Amt auch weiter ausüben, versicherte er. Der 43-jährige verheiratete Vater zweier Kinder ist im thüringischen Gera geboren, hat in Potsdam Politikwissenschaft studiert und lebt in Berlin. In der Nähe des in der Uckermark gelegenen Oberuckersee besitzt seine Familie ein Haus, in dem Kellner, wie er sagte, einen großen Teil seiner freien Zeit verbringt. "Die Uckermark ist nun über 15 Jahre für meine Familie und mich zu einer zweiten Heimat geworden", betonte er.
Ostdeutsche Interessen
Mit seiner Kandidatur wolle er ostdeutsche Interessen im Bundestag vertreten und zeigen, "dass Grüne im Osten auch außerhalb von Großstädten stark sein können", sagte Kellner. Seine Partei, die sich seit Monaten im Umfragehoch befindet, sei zwar auch im Osten vorangekommen, "aber bei Weitem noch nicht genug". Bei der letzten Bundestagswahl kamen die Grünen im Wahlkreis Uckermark/Barnim gerade mal auf 4,1 Prozent. Jetzt sei es sein Ziel, ein zweistelliges Ergebnis zu erreichen. "Das wäre ein Riesenerfolg." Favorit in dem Wahlkreis ist der CDU-Politiker Jens Koeppen, der vor drei Jahren mit 30,6 Prozent der Erststimmen das Direktmandat holte und 2021 erneut antreten  will.
Kellner sagte, vordringlich sei für die Region eine bessere Verkehrsanbindung mit einem schnelleren Regionalbahntakt und besseren Busverbindungen zwischen den Gemeinden. Aber auch die kreativen Potenziale der Region müssten noch besser unterstützt und gefördert werden. Am 11. September wollen die Kreisverbände Barnim und Uckermark über die Kandidatur entscheiden.