Leuchtende Marktplätze mit Glühwein, Glühbier mit Sirup, Konzerten, Tanzeinlagen und Besuchen vom Nikolaus, Karussells und Riesenrädern. Dazu Imbiss-Stände mit Pfefferkuchen und Bigos, Pfannkuchen und Kartoffelpuffern, Ständen mit Handwerkskunst und regionalen Handmade-Produkten – festliches Treiben gibt es nach der Pandemie in Poznań, Warschau oder Danzig jetzt wieder uneingeschränkt. In den Großstädten öffneten die Weihnachtsmärkte zumeist am vergangenen Samstag, 26. November, einige schon am Wochenende vorher.
Und die Energiekrise? Unmittelbar auf den Weihnachtsmärkten wird man sie kaum spüren, eher in den Städten abseits der festlichen Meilen. Viele Städte in Polen sparen in diesem Jahr an der Weihnachtsdeko. Auf Beleuchtung verzichtet wird aber nicht, einige Kommunen bringen weniger Lichter an, schalten sie früher aus oder nutzen energiesparende Lampen.

Turmbläser in Danzig laden zum Konzert

In der Ostseestadt Danzig (Gdańsk) erstrecken sich die Verkaufsstände mit Handwerk, Kunsthandwerk und Kulinarischem vom Kohlenmarkt (Targ Węglowy) über die Straßen ul. Tkacka und ul. Bogusławskiego. Geöffnet hat er bis zum 23. Dezember täglich von 12 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 21 Uhr.
Lebendiger Stern geht auf beim Weihnachtsmarkt in Danzig.
Lebendiger Stern geht auf beim Weihnachtsmarkt in Danzig.
© Foto: GDAŃSKA ORGANIZACJA TURYSTYCZNA
Eine Besonderheit gibt es am kommenden Wochenende. Freitag und Samstag (2. und 3. Dezember) erklingt ab 18.30 Uhr das Carillon-Glockenspiel gemeinsam mit den Bläsern der „Tubicinatores Gedanenses“, die an die Tradition der Turmpfeifer anknüpfen.

Mehrere Märkte in Warschau

In Warschau (Warszawa) dauert der Weihnachtsmarkt bis zu Heilige Drei Könige am 6. Januar. Von der Sigismundsäule auf dem Schlossplatz bis zur ul. Wąski Dunaj öffnet er täglich von 11 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 21.30 Uhr.
Der größte Weihnachtsmarkt in der polnischen Hauptstadt Warschau ist neben dem Königsschloss aufgebaut.
Der größte Weihnachtsmarkt in der polnischen Hauptstadt Warschau ist neben dem Königsschloss aufgebaut.
© Foto: Pawel Supernak/dpa
Auch Schlittschuh laufen soll auf dem Schlossplatz möglich sein. Dazu kommen weitere lokale Märkte, die auf bestimmte Adventswochenenden begrenzt sind. So findet am kommenden zweiten Adventswochenende etwa ein Weihnachtsmarkt im Kulturpalast und ein Handmade-Nikolausmarkt am Plac Konesera statt.

Nach Breslau strömen Gäste aus ganz Europa

Den größten „Jarmark Bożonarodzeniowy“ (Weihnachten wird in Polen wörtlich übersetzt als „Fest der Gottesgeburt“) bietet Breslau (Wrocław). Er gilt als einer der schönsten Weihnachtsmärkte Europas, wird sogar in internationalen Zeitungen gefeiert. Seine Kulisse ist der historische Marktplatz (Rynek), der von dem im 16. Jahrhundert erbauten Rathaus und zahlreichen Bürgerhäusern geprägt wird. Auch in die umliegenden Straßen erstreckt er sich.
Da er besonders viele Besucher aus Polen und dem Ausland anzieht, muss man sich allerdings auf volle Straßen gefasst machen.
Blickfang: die große Pyramide auf dem Rynek in Breslau (Wrocław).
Blickfang: die große Pyramide auf dem Rynek in Breslau (Wrocław).
© Foto: Maciej Kulczynski/dpa
Hotelzimmer an Adventswochenenden sind schon jetzt schwer zu finden. Geöffnet ist täglich von 10 bis 21 Uhr, zum letzten Mal am Silvestertag.

Skulpturen aus Eis – in Posen

In Posen (Poznań) gibt es an gleich vier Orten was: Der sogenannte Bethlehem-Markt (Betlejem Poznańskie) auf dem Plac Wolności hat bereits begonnen. Es gibt ein 33 Meter hohes Riesenrad. Aber auch leckere Speisen, heißer Glühwein und Kunstwerke locken zahlreiche Menschen an. Er dauert bis zum 27. Dezember. Energieeffizienz ist hier ebenfalls ein Thema. Man kann auf ein „Energo-Fahrrad“ steigen und so den Strom für die Baumbeleuchtung ertrampeln. Auf dem Łazarski Rynek und auf dem Plac Kolegiacki ist zwischen dem 3. und 18. Dezember ebenfalls Weihnachtsmarkt.
Den vierten Posener Weihnachtsmarkt findet man auf dem Messegelände (Międzynarodowe Targi Poznańskie). Er hat schon begonnen und geht bis 23. Dezember. Hier findet außerdem vom 9. bis 12. Dezember das Poznań Ice Festival statt, wo Bildhauerkunst aus Eis anzuschauen ist. Auch Schlittschuhlaufen ist möglich. Mit Ausleihe zahlt ein Erwachsener 27 Złoty für 45 Minuten (5,80 Euro). Bis 21 Uhr am Abend sind die Posener Weihnachtsmärkte geöffnet, freitags und samstags eine Stunde länger.

Weihnachtsmarkt Stettin öffnet am Wochenende

Wem das alles zu weit weg ist, der findet auch direkt hinter der Oder einige kleinere Weihnachtsmärkte. In der Wojewodschaft Lubuskie findet vom 15. bis 18. Dezember auf dem Alten Markt in Gorzów ein Adventsmarkt statt. Fast zeitgleich auch in Zielona Góra, vom 14. bis 18. Dezember in der Fußgängerzone am Rathaus, mitten in der Altstadt. Flair verspricht der Adventsmarkt auf dem niederschlesischen Schloss und Gut Łomnica (Lomnitz). Keine 80 Kilometer hinter der Grenze bei Görlitz findet an den ersten beiden Adventswochenenden der vorweihnachtliche Traditions- und Handwerkermarkt in Niederschlesien statt.
In der Hafenstadt Stettin (Szczecin) öffnet der Weihnachtsmarkt am kommenden Freitag, 2. Dezember und dauert bis 22. Dezember. Das Ganze findet statt auf drei im Zentrum gelegenen Plätzen, der Aleja Kwiatowa, dem Plac Adamowicza und dem Plac Lotników, am Wochenende zudem auch in der Fußgängerzone Bogusława.
An Heiligabend und dem ersten Weihnachtsfeiertag sind die Weihnachtsmärkte in der Regel geschlossen. Einige öffnen am 26. Dezember wieder.

Was kosten Glühwein und Bigos?

Ein in polnischen Medien in diesem Jahr viel diskutiertes Thema sind die Preise auf den Märkten, die angesichts der Inflation deutlich gestiegen sind. Ein Glühwein kostet in Großstädten wie Warschau oder Wrocław mindestens 15 Złoty (3,20). Für einen größeren Becher legt man das Doppelte hin. Dazu 20 Złoty Becherpfand. Ein Schmalzbrot dazu? 18 Złoty (3,85 Euro) zahlt man mindestens, wer eine Gurke dazu will, noch mehr. Für einen Räucherkäse wie Oscypek zahlt man, je nach Größe, 20 bis 60 Złoty (ca. 4 bis 13 Euro). Eine Portion Bigos bekommt man laut Medienberichten ab 25 Złoty (5,30 Euro). Für eine Christbaumkugel muss man mit 50 Złoty, gut 10 Euro, kalkulieren. Für mit Euro gefüllte Portemonnaies sind die Preise wohl noch nicht dramatisch. Aber sie sind auch nicht mehr merklich niedriger als die bisher üblichen Preise auf deutschen Weihnachtsmärkten.
Über Weihnachtsmärkte in Brandenburg informieren wir Sie auf einer eigenen Themenseite. Alles rund um Weihnachten hat von uns auch eine separate Seite bekommen. Und alles über Polen finden Sie ebenfalls auf einer eigenen Seite.