„Da Brandenburg zu den fünf Bundesländern mit dem größten Waldanteil an der Landesfläche gehört, ist die Regionalplanung auf den Wald als Potenzialfläche für die Windnutzung angewiesen“, sagte Energieminister Jörg Steinbach (SPD). Nur 1,8 Prozent der Brandenburger Waldfläche seien für die Nutzung von Windenergie zugelassen. Schutzgebiete seien dafür tabu, es gehe um Nutzwald.
Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Freien Wähler im Landtag, Christine Wernicke, hält die Gefahr durch Windräder für den Wald für größer als die durch den Klimawandel. „Nur mit dem Verbot der Errichtung von Windenergieanlagen im Wald kann der Wald seine Funktion als Klimadienstleister gerecht werden.“ Die Errichtung von Windkraftanlagen solle deshalb im Waldgesetz untersagt werden. Der Thüringer Landtag beschloss im Dezember vergangenen Jahres, dass der Bau von Windrädern in Waldgebieten verboten ist.

Schutzgemeinschaft lehnt Wald als Standort nicht ab

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Brandenburg lehnt den Wald als Standort für Windräder nicht ab. Wenn ein Teil der Erträge aus der Windenergie in den notwendigen Waldumbau fließe, sei mit Windrädern an unschädlichen Standorten im Wald mehr erreicht als mit einem Verbotsgesetz, sagte der Vorsitzende Gregor Beyer. Außerdem sollten Abstände von Windrädern zu schützenswerten Wäldern geregelt werden.
Der Bundesverband Windenergie Berlin Brandenburg betonte, Windenergie trage zum Waldschutz bei. Für Kiefernmonokulturen böten sich Chancen, für jeden gefällten Baum werde mindestens ein neuer gepflanzt. Die Mischwälder seien widerstandsfähiger gegen Schädlinge, Hitze oder Trockenheit. Zusätzliche Pachteinnahmen aus der Windenergie unterstützten die Forstwirtschaft, um den Waldumbau zu finanzieren.

Probleme weiter Trockenheit und Hitze

Etwa 37 Prozent der Landesfläche von Brandenburg sind Wald, das sind nach Angaben des Umweltministeriums rund 1,1 Millionen Hektar. Der Bericht über den Waldzustand von 2020 ergab, dass es dem Wald in Brandenburg im dritten Jahr in Folge nicht gut geht, weil Trockenheit und Hitze für Baumsterben sorgen. Nach Zahlen der Deutschen Windguard lag Brandenburg 2020 mit der Errichtung von 238 Megawatt zusätzlicher Leistung aus Windenergie bundesweit auf dem zweiten Platz. Brandenburg hatte im Jahr 2019 nach Angaben der Fachagentur Windenergie 3890 Windkraftanlagen, davon 320 im Wald.