Windkraft in Schipkau: Höhenwindturm - Böen stoppen Finale beim Weltrekord-Bau

Das höchste Windrad der Welt entsteht in Schipkau in der Lausitz - ist aber noch nicht ganz fertig.
Torsten Richter-Zippack- In Schipkau entsteht das höchste Windrad der Welt, die Fertigstellung verzögert sich.
- Gicon hob den Innenturm auf 250 Meter – die Anlage erreicht aktuell 315 Meter.
- Die Nabenhöhe von 300 Metern soll in den kommenden Tagen erreicht werden.
- Wetter mit Böen bremst den Hub, der Weltrekord wird später ausgerufen.
- Mit Rotorblättern geplant: 365 Meter Höhe, Strom für bis zu 7500 Haushalte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Höhenwindturm im brandenburgischen Schipkau ist erneut nicht fertig geworden. Das Unternehmen Gicon verschob die Ausrufung des Weltrekords am Sonntag (27. September). Der Innenturm sei inzwischen auf eine Zwischenhöhe von 250 Metern gehoben worden, teilt Gicon mit. Zusammen mit dem übrigen Bauwerk erreiche die Anlage damit bereits eine Höhe von 315 Metern.
Die Nabenhöhe von 300 Metern soll nach Angaben des Unternehmens in den kommenden Tagen erreicht werden. Anschließend soll der Innenturm samt Turbine in seine endgültige Position gehoben werden. Mit den Rotorblättern soll die Windenergieanlage schließlich 365 Meter hoch sein.
Dann will Gicon den Weltrekord für das höchste Windrad ausrufen. Nach Einschätzung des Bundesverbands Windenergie handelt es sich bereits um das größte Windrad der Welt. Zum Vergleich: Der Berliner Fernsehturm ist 368 Meter hoch.
Wetter verzögert Hub des Höhenwindturms
Der bisherige Rekord für eine Serien-Windenergieanlage liegt nach Angaben des Herstellers Vestas und des Bauunternehmens Max Bögl bei 285 Metern Gesamthöhe. Die Anlage steht in Winnberg in der Oberpfalz. Ihre Nabenhöhe beträgt 199 Meter.
Beim Projekt in Schipkau wird die Turbine nicht auf herkömmliche Weise bis zur endgültigen Höhe montiert. Stattdessen wird sie zusammen mit einem Innenturm über einen Teleskopmechanismus nach oben geschoben. Dafür kommt ein speziell entwickeltes Litzenhubsystem zum Einsatz.
Die letzten Arbeiten hatten bereits in der vergangenen Woche begonnen. Ursprünglich sollte der Höhenwindturm schon am Sonntag zuvor fertiggestellt werden. Stärkere Winde hatten den Zeitplan für die letzte Bauphase jedoch verzögert.
Auch diesmal habe die Witterung den Hub verlangsamt, sagte Gicon-Sprecher Martin Burmeister. Unter anderem hätten kleine Böen in den vergangenen Tagen dazu geführt, dass der Vorgang langsamer als geplant verlaufen sei. Die Fertigstellung sei deshalb witterungsbedingt verschoben worden.
Windkraftanlage soll Strom für bis zu 7500 Haushalte liefern
Der Höhenwindturm in der Lausitz soll künftig Strom für bis zu 7500 Haushalte erzeugen. Er besteht unter anderem aus einem Gitterturm und einer Stahlkonstruktion. Das Konzept soll ermöglichen, stärkere und gleichmäßigere Winde in größeren Höhen zu nutzen.
Gicon entwickelt die Anlage im Auftrag der 2019 gegründeten Bundesagentur für Sprunginnovationen. Nach Angaben des Unternehmens könnte die Technologie bei einer späteren Serienfertigung auch in bestehenden Windparks eingesetzt werden. Dadurch ließe sich zusätzliche Windenergie erzeugen, ohne dafür neue Flächen außerhalb bereits erschlossener Windparks ausweisen zu müssen.
