Wohnen und Pflege in Spandau: Bowlingbahn wird Zentrum für Menschen mit Behinderung

An der Neuendorfer Straße entsteht das neue „Heilpädagogische Centrum Neuendorfer Hof“. Es wird größer geplant als das bisherige Zentrum im Spandauer Ortsteil Kladow. Zusätzlich wird es auch eine stationäre Pflegeeinrichtung für älter Menschen geben.
Vitanas GmbH & Co KG/Ten BrinkeIn Spandau entsteht derzeit ein neues „Heilpädagogisches Centrum“ mit Platz zum gemeinschaftlichem Wohnen, einem Beschäftigungs- und Förderbereich und einer stationären Pflege. Die Einrichtung im Ortsteil Hakenfelde hat einige Vorteile, einziehen darf aber nicht jeder.
Einst rollten in der Neuendorfer Straße 39 noch die Bowlingkugeln. Nachdem die Bowling-Arena vor fünf Jahren schließen musste, wurde eine neue Nutzung für das Areal gesucht. Den Zuschlag zum Bauen erhielt das Projektentwicklungs- und Bauunternehmen Ten Brinke.
Heilpädagogisches Centrum fördert Inklusion
Nun entsteht an der Stelle das „Heilpädagogische Centrum Neuendorfer Hof“. Mit diesem Zentrum soll ein neues Lebens-, Arbeits- und Wohnumfeld geschaffen werden. Es soll die gesellschaftliche Inklusion fördern. Das teilt Lars Stillmann, Leiter Projektentwicklung bei Ten Brinke, zu Baubeginn mit.
Menschen mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen finden hier künftig ein Zuhause oder zurück in den Alltag. In dem 13.000 Quadratmeter großen Zentrum auf sechs Ebenen, das derzeit in unmittelbarer Nähe zum Vivantes Krankenhaus entsteht, sollen mehrere Bereiche untergebracht werden. Geleitet wird das Zentrum vom Pflegedienstleister Vitanas GmbH.
Die Hälfte des Zentrums ist für gemeinschaftliches Wohnen geplant. 120 Erwachsene mit vorrangig intellektuellen Beeinträchtigungen und psychischen Erkrankungen werden dort wohnen, leben und auch arbeiten. Auf rund 1000 Quadratmetern wird neben dem Wohnbereich ein Beschäftigungs- und Förderungsbereich eingerichtet.
60 Bewohnerinnen und Bewohner, deren körperliche und/oder kognitive Einschränkung die Arbeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen nicht zulässt, finden eine ihren Fähigkeiten entsprechende Förderung und sinnvolle Beschäftigung. So formuliert es Alexandra Sassy, Unternehmenssprecherin der Vitanas GmbH.
Die andere Hälfte des Zentrums wird als stationäre Pflegeeinrichtung für älter Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung gestaltet. 120 Senioren können auf der Station betreut werden, „wenn mit zunehmendem Alter die Pflegebedürftigkeit in den Vordergrund tritt und eine assistierte Wohnform nicht mehr genutzt werden kann“.
Großküche und Gartenanlage im neuen Centrum
Eine Großküche ist für das Zentrum ebenso geplant wie ein Innenhof mit Garten und Außenterrasse. So bietet das Zentrum mit einer klassischen Blockrandbebauung ruhige Rückzugsorte in einem sonst lebendigen Umfeld. Mit einer Busverbindung direkt vor der Tür ist das Zentrum gut angebunden. Zudem liegt es zentral, in unmittelbarer Nähe verschiedener Einkaufszentren.
Der Bedarf habe nicht mehr zu dem dortigen Wohn- und Lebensraum gepasst, teilt Nicol Wittkamp, Geschäftsführerin bei der Berliner Vitanas Gruppe, mit. Der auslaufende Mietvertrag habe dann zusätzlich zur Umzugsentscheidung beigetragen.
Wenn das Zentrum in zirka 18 Monaten fertig gebaut ist, wird der Pflegedienstleister Vitanas die Immobilie übernehmen. Ende 2025 können die ersten Bewohnerinnen und Bewohner umziehen. Zuvor hat die Vitanas Gruppe ihr Zentrum im Ortsteil Kladow gehabt. Dort ist es zwar idyllisch, aber weniger zentral. Eine stationäre Pflegeeinrichtung gab es dort noch nicht. Interessenten können sich spätestens zum Herbst anmelden, sagt Sassy.


