Zoo in Berlin: Modernisiertes Aquarium zeigt giftigste Schlange der Welt

Besucher schauen sich im Aquarium des Berliner Zoos Quallen an. Das Haus wurde drei Jahre lang modernisiert und pünktlich zum 113-jährigen Bestehen des Aquariums wiedereröffnet.
dpa/Michael Brandt- Zoo Berlin eröffnet sein Aquarium nach dreijähriger Modernisierung wieder.
- Neu zu sehen sind Inlandtaipan, Aruba-Klapperschlange und Gabunviper.
- Große Becken und Terrarien erneuert – Panoramabecken mit 110.000 Litern saniert.
- Neun Medientische erklären Meeresschutz, Kinder untersuchen Mikroplastik.
- Öffnung täglich von 9 bis 17 Uhr – Tickets ab 16 Euro, auch als Kombiticket mit dem Zoo.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwischen Piranhas, Feuerfischen und Seepferdchen – nach dreijähriger Modernisierungsphase erstrahlt das historische Aquarium im Zoo Berlin in neuem Glanz. Etliche Neuheiten warten auf die Gäste.
Die giftigste Schlange der Welt ist keine Kobra. Gerade zwei Finger breit aber bis zu zwei Meter lang ist der australische Inlandtaipan, der 50 mal giftiger ist und hierzulande auch „Schreckensotter“ genannt wird. „Sie kann zwar keine Menschen verschlingen, aber ihr Nervengift führt zu den schrecklichsten Infektionen“, erklärt Zoo-Direktor Andreas Knieriem, während er am Dienstag durch das modernisierte Aquarium führt.
Das altehrwürdige Haus öffnete vor genau 113 Jahren, am 18. August 1913, erstmals seine Pforten und hat in den vergangenen drei Jahren eine Verjüngungskur erhalten. Die Tieranlage sei behutsam weiterentwickelt und zahlreiche Aquarien und Terrarien seien neu eingerichtet worden, sagt der Zoo-Chef.
Während er von den alten Löchern im Boden und der neuen modernen Lüftung erzählt, gleiten Schildkröten und Riesenfische lautlos durchs Wasser. „Da ist auch ein Krokodil“, ruft ein Junge überrascht zu seinem Vater. In dem Haus an der Budapester Straße im Ortsteil Tiergarten, dessen Becken insgesamt eine Million Liter Wasser fassen, sind rund 20.000 Tiere zu Hause.
8000 Quadratmeter Aquarium in Berlin
Eine besondere Herausforderung sei laut Knieriem das große halbrunde Panoramabecken im Erdgeschoss gewesen. Erst nachdem mehrere Tonnen Kunstfelsen in dem 110.000 Liter fassenden Becken entfernt worden waren, habe sich das ganze Ausmaß der Schäden gezeigt.
Davon ist nun nichts mehr zu sehen. „Ich war das letzte Mal vor fünf Jahren hier, und es hat sich eigentlich nicht viel verändert“, sagt Max Weitmann, der mit seinem dreijährigen Enkel zu den ersten Besuchern gehört. Das riesige Berliner Aquarium mit seinen über 8000 Quadratmetern habe ihn schon damals beeindruckt. „Man kann hier locker einen halben Tag verbringen“, sagt Weitmann.
Sein Enkel Mattis ist vor allem von den bunten Korallen und schillernden Zierfischen begeistert. Während die beiden im Erdgeschoss von den Quallen bis zu den Haien schlendern, futtern ein Stockwerk höher Riesen-Schildkröten Salat. Gegenüber lauern Tuggeckos reglos auf kleinen Felsen auf Insekten. Daneben winden sich australische Zwergpythons ums Gehölz und zucken nervös mit den Zungen.
An der Karibik-Landschaft lässt Knieriem von einem seiner Mitarbeiter ein Terrarien-Fenster öffnen und tätschelt einem der zahmen Nashorn-Leguane das Doppelkinn. Beide scheinen alte Bekannte zu sein. Zu den Neuzugängen gehören dagegen neben der giftigsten Schlange der Welt auch die seltene Aruba-Klapperschlange, die gefährdete Gabunviper, die Burma-Sternschildkröte und die Nackendorn-Weichschildkröte, beide ebenfalls vom Aussterben bedroht.
Wie es um den Meeresschutz bestellt ist, können Besucher an einem der neun neuen Medien-Tische auskundschaften. Kinder inspizieren mit Mikroskopen Plastikfasern im Wasser. Man erfährt, wie Fische atmen. Walhaie zum Beispiel könnten mit ihren Kiemen pro Sekunde bis zu 600 Liter filtern. Im Süßwasser gibt es „Trinker“ und im Salzwasser „Pinkler“, erfährt der aufmerksame Leser.
Im ersten Stock wird die Faszination der Reptilien anhand von Quizformaten vermittelt. In der zweiten Etage geht es um Amphibien, Spinnen und Insekten.

Franziska Giffey (SPD, l), Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, und Zoo-Direktor Andreas Knieriem, streicheln einen Leguan bei der Wiedereröffnung des Aquariums Berlin.
dpa/Michael BrandtFür die Modernisierung bekam der Zoo Berlin eine Finanzhilfe von 2,7 Millionen Euro aus Bund-Land-Mitteln zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Denn das Aquarium sei nicht nur ein Ort, den viele Berliner seit ihrer Kindheit kennen, sondern auch ein Touristenmagnet, der die Stadt zu einem attraktiven Reiseziel mache, betonte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, die zur Wiedereröffnung gekommen war.
Damit die jährlich rund eine Million Besucher nach neuesten Standards empfangen werden können, wurden unter anderem Einlässe digitalisiert und die Sanitäranlagen überholt. Die neuen Holz-Spinde kann man per Smartphone mieten, um Taschen und Jacken zu deponieren.
Tickets und Öffnungszeiten
Das Aquarium Berlin an der Budapester Straße in der Nähe vom Bahnhof Zoo hat an 365 Tagen im Jahr von 9 bis 17 geöffnet. Tickets ab 16 Euro (regulär) sind sowohl für das Aquarium als auch als Kombiticket mit dem Zoo Berlin erhältlich: Tageskarten - Zoo / Aquarium Berlin
Dazu wurden Infografiken zu Korallen, illegalem Wildtierhandel und invasiven Arten angebracht. Aber auch die über hundert Jahre alten historischen Abbildungen schmücken immer noch die verzierten Mauern.
„Das hier ist das schönste Aquarium der Welt“, schwärmt Zoo- und Tierpark-Direktor Knieriem. Es gebe weltweit nur noch sehr wenige sehr alte Aquarien. „Bei der behutsamen Modernisierung ist es uns gemeinsam gelungen, den einzigartigen Charakter dieses Denkmals zu bewahren.“

