Berlinale 2024: Schauspielerin Katharina Stark – was sie so besonders macht

Aufgewachsen im Allgäu, ausgebildet in München: Schauspielerin Katharina Stark (25) ist Deutschlands Shooting Star 2024.
Britta Pedersen/dpa„War es eine Herausforderung für dich, Hauptdarstellerin zu sein?“ „Ja, schon ein bisschen, weil wir haben ja alle nicht so viel Ahnung vom Film“, antwortet die damals zehnjährige Katharina Stark in einem Interview, das eine gleichaltrige Freundin von ihr gedreht hat.
Inzwischen ist das anders: Die 25-jährige Schauspielerin begeisterte zuletzt als Polnisch-Dolmetscherin Eva Bruhns neben Anke Engelke, Iris Berben und Heiner Lauterbach in der Disney-Serie „Deutsches Haus“ über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse nach dem Roman von Annette Hess. Und auch für Fotografen weiß sie sich mittlerweile in Szene zu setzen. Dazu hat die junge Frau an diesem Wochenende viel Gelegenheit, denn sie wird während der Berlinale als deutscher Shooting-Star präsentiert.
In einer Reihe mit Anna Maria Mühe und Daniel Brühl
Die Liste ihrer Vorgänger ist lang: Anna Maria Mühe, Albrecht Schuch und Emilio Sakraya durften an diesem Programm der „European Film Promotion“ teilnehmen. Es fördert seit 1998 den Schauspielnachwuchs auf dem Kontinent und organisiert während der Berlinale Treffen mit internationalen Casting- und Talentagenten sowie Produzenten. Auch dieses breit gefächerte Netzwerk hat Schauspieltalenten wie Daniel Brühl zum internationalen Durchbruch verholfen.
Für Katharina Stark werden sich nach der Berlinale hoffentlich viele neue Türen öffnen. In einem überraschenden Zoom-Call während eines Drehs hatte ihr die Jury die Entscheidung mitgeteilt. „Ich habe vorher eine Mail bekommen und erwartet, dass ich Ärger bekomme, weil ich etwas falsch gemacht habe …“, erinnert sie sich bescheiden. Nach der Nominierung fühlte sie sich dann „total überrascht und glücklich“.
Schon als Zehnjährige vor der Kamera- als Meerjungfrau
Schließlich ist sie den Weg zu ihrem Traumberuf seit ihrer Kindheit beharrlich gegangen: Bereits als Zehnjährige stand sie mit ihren Freundinnen vor der Kamera, die meist der Bruder einer Freundin führte. „Wir waren große Fans der Serie ,H₂O – Plötzlich Meerjungfrau‘, und ich bin froh, dass ich so tolle Freundinnen hatte, mit denen ich diese Szenen nachspielen konnte.“
Aufgewachsen ist Katharina Stark in Fellheim, einer Gemeinde mit knapp 1200 Einwohnern. Dort, im schwäbischen Unterallgäu, gab es weder eine Schule noch einen Supermarkt und schon gar keine Bühne. Mit zwölf Jahren hat Katharina dann die Schauspielschule für Kinder in München für sich entdeckt und dort jedes Wochenende geprobt. Die Eltern unterstützten sie dabei und fuhren sie den langen Weg hin und her. Das hatte sich gelohnt, denn schon bald gehörte ihre Tochter zur Jugendgruppe des Landestheaters Schwaben.
Eine Märchenrolle als Sprungbrett
Ausgebildet an der bayrischen Otto-Falckenberg-Schule, konnte sie das Publikum der Münchener Kammerspiele bereits mehrfach auf der Theaterbühne erleben. Im Fernsehen begeisterte sie Märchenfans im Fantasy-Streifen „König Laurin“. Dort verkörperte sie die Similde, die sich als selbstbewusste junge Frau gegen ihre Zwangsheirat wehrt und ein selbstbestimmtes Leben fordert. Diese Rolle war das Sprungbrett für Gastrollen in TV-Serien wie „Kreuzfahrt ins Glück“ und „SOKO Köln“. Vergangenes Jahr war sie dann beim Filmfest München für ihre schauspielerische Leistung in „Dead Girls Dancing“ nominiert beim Förderpreis Neues Deutsches Kino.
Trailer zu „Deutsches Haus“ auf YouTube:
Drehbuchautorin Annette Hess, die auch die Vorlage für „Das Deutsche Haus“ geschrieben hat, ist ein Fan von Katharina Stark und sagte in einem Interview: „Katharina hat uns (…) einfach komplett überzeugt mit ihrer naiven, aber gleichzeitig schonungslosen Art. Dabei hat sie auch noch solch eine Spielfreude, Mut und Vitalität.“ Für ihre Rolle musste die Nachwuchsschauspielerin Polnisch lernen. Dabei hat sie ihre Faszination für Sprachen entdeckt und anschließend angefangen, Hindi zu lernen. Dazu hat sie eine Freundin im indischen Mumbai besucht. „Aber in Hindi zu spielen, habe ich noch nicht ausprobiert.“
Die Shooting Stars 2024 auf der Berlinale
Die European Film Promotion präsentiert jedes Jahr zur Berlinale die European Shooting Stars. Aus einer Vielzahl an jungen, europäischen Talenten krönt die MBB-geförderte Initiative erfolgreiche Newcomer – in den vergangenen Jahren unter anderem Jella Haase, Leonie Benesch, Albrecht Schuch und Jonas Dassler. 2024 gehört die deutsche Schauspielerin Katharina Stark zur Auswahl der zehn ambitionierten Nachwuchskünstler und -künstlerinnen.
Die Shooting Stars 2024 werden am Montag, 18.30 Uhr, im Berlinale-Palast präsentiert. Im Anschluss läuft der Wettbewerbsfilm „Langue Etrangère“ von Claire Burger mit Nina Hoss – auch sie einst Shooting Star.

