„Blinded by Delight“ in Berlin: Wie der Friedrichstadt-Palast die Grand Show umsetzte

Blenden vor Entzücken: Das will die neue Grand Show „Blinded by Delight“ am Friedrichstadtpalast ab 8. Oktober 2025 in Berlin – auch mit Kostümen von Stardesigner Jeremy Scott (Mitte).
Markus Nass- Premiere der Grand Show „Blinded by Delight“ am 8. Oktober 2025 im Friedrichstadt-Palast, Berlin.
- Größte Produktion des Hauses: 15 Mio. Euro, 500 Kostüme von Stardesigner Jeremy Scott.
- Über 100 Künstler und spektakuläre Effekte, darunter eine fahrbare Wasserbühne.
- Zwei Jahre Planung: BMX-Show aus Montreal und komplexe Bühnenkonstruktionen.
- Thema: Werden Träume wahr? Show endet mit positivem Happy End.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Tausend Lichter, tausend Farben! Komm und schau dich um“, singt Julian David alias der Traum. Der Sänger im funkelnden Outfit übertreibt nicht. Über ein Dutzend Tänzerinnen in rosa Federkleidern drehen sich hinter ihm. Eine von ihnen sticht in kräftigem Gelb aus der flamingofarbenen Masse heraus. Den Rücken der riesigen Showbühne des Friedrichstadtpalasts zieren florale Muster. Sie leuchten in allem, was das Farbspektrum bereithält.
„Blinded by Delight“, also „Geblendet vor Entzücken“, hat das Berliner Revuetheater seine neue Grand Show getauft. „Eine bewegende Reise in die Welt der Träume und des Glücks“ soll sie dem Publikum bieten. Es ist eine maximal glamouröse Reise.
Für das Kostümdesign zeichnet sich diesmal Jeremy Scott verantwortlich. Etwa 500 Kostüme hat der US-amerikanische Stardesigner entworfen. Seine Entwürfe gleichen einer Farbexplosion, irgendwo zwischen Pariser Laufsteg und den Bühnenoutfits moderner Popstars. Über 4 Millionen funkelnde Kristalle zieren allein die Kostüme der berühmten Kickline-Tänzerinnen.
15 Millionen Euro kostet die Grand Show am Friedrichstadtpalast
Es ist die bislang teuerste Produktion des Hauses. Kostenpunkt: 15 Millionen Euro. Geld, das eine gigantische Show finanziert. Rund 100 Künstlerinnen und Künstler stehen auf der Bühne, darunter 15 Akrobatinnen und Akrobaten.
Im Hintergrund, in Maske, Kostüm oder Licht, arbeiten weitere 80 Menschen. „Ein riesiges Uhrwerk“ nennt es der Intendant des Friedrichstadt-Palasts, Bernd Schmidt. Die ersten Previews laufen bereits. Bis zur Premiere am 8. Oktober sei aber noch einiges zu tun, so Schmidt während einer Pressevorführung ausgewählter Szenen. „Hunderte Sachen stehen noch auf der Liste.“
Es ist vor allem die Liste von Regisseur und Autor Oliver Hoppmann. „Wir versuchen die Show immer noch zu verfeinern“, sagt er eine Woche vor der Premiere. Effekte, Kostümdesigns, Lichtkorrekturen, in vielen Bereichen wird noch feinjustiert. „Es geht darum, den Blick und die Energie des Publikums mitzuleiten“, erklärt Hoppmann. Die Erfahrungswerte der Previews wolle man einarbeiten.
Es sind die letzten Meter eines Prozesses, der fast zwei Jahre in Anspruch genommen hat. Am Anfang stand ein Gedanke: „Was wäre, wenn wir eines Tages in einer traumhaften Welt aufwachen, einer Welt des Glücklichseins?“ Das habe ihn Bernd Schmidt gefragt, so Hoppmann. „Da sind vor meinem inneren Auge sofort Showbilder entstanden.“ Was folgte, waren Textdokumente, ein erstes Konzept, ein Storyboard-Workshop mit einem Illustrator, unzählige Gespräche – kurz: die Theorie.
„Blinded by Delight“ in Berlin als „Leistung eines Kollektivs“
Um diese Theorie Realität werden zu lassen, brauchte es Designer, Choreografen, Komponisten, Bühnenbildner, Darstellende, die Showband, das Tanzensemble, Akrobaten. „Erst durch ihr Talent, ihr Können, ihre fantastischen Wesenszüge, wird diese Show zu etwas ganz Besonderem“, unterstreicht Oliver Hoppmann. Selten gleicht eine fertige Grand Show den ersten Ideen. Traurig ist der Kreativdirektor des Friedrichstadt-Palasts darüber nicht: „Ich empfinde es viel besonderer. Es ist besser, weil es die Leistung eines Kollektivs ist.“
Eine Grand Show am Friedrichstadt-Palast vergleicht Oliver Hoppmann, der einst als Praktikant am Haus angefangen hat, mit einer logistischen Herkulesaufgabe. Wie international diese bei „Blinded by Delight“ mitunter war, veranschaulicht er anhand der BMX-Showeinlage, für die extra ein Rampenparcours gebaut werden musste. Entworfen wurde der Parcours von einem Experten in Montreal, umgesetzt von einer französischen Firma, die in China herstellt.
Doch kurz bevor die Proben losgehen sollten, waren die Rampen noch nicht im Hamburger Hafen angekommen. „Das war wirklich ein Herzschlag-Finale“, erinnert sich der Regisseur. Ein wenig sei man damals ins Zittern gekommen. „Bringt man eine neue Akrobatik zusammen, braucht es schließlich jeden einzelnen Probentag, um etwas Spektakuläres auf die Bühne zu bekommen.“
Regisseur: „Größtmögliche Wasserfläche auf die Bühne bringen“
Doch auch hausgemachte Aufgaben sollten sich als Herausforderung erweisen. Für seine Grand Shows spielt der Friedrichstadt-Palast immer wieder mit den Elementen. Auch für „Blinded by Delight“ wird mit Wasser auf der Bühne gearbeitet. „Wir wollten die größtmögliche Wasserfläche auf die Bühne bringen, die selbst unser Haus so noch nicht gesehen hat. Groß genug, um darin zu tanzen.“ Das Problem: Das Bühnenbild wechselt mit jeder Szene. „Die Fläche musste also fahrbar sein“, erklärt Hoppmann. Dies zu ermöglichen, ohne dass das Wasserbecken überschwappt, sei eine „Riesenherausforderung“ gewesen.
Am Ende ist es dem Team des Friedrichstadt-Palasts gelungen. Und so steht die bunte Grand Show fast sinnbildlich für die Geschichte, die sie erzählt. Denn in „Blinded by Delight“ gehe es um die Frage, ob Träume wahr werden können oder für immer Illusion bleiben. „Wir beantworten das ganz klar mit einem Happy End“, betont Regisseur und Autor Oliver Hoppmann: „Ja, Träume können Realität werden.“
„Blinded by Delight“ am Friedrichstadt-Palast
Die Premiere von „Blinded by Delight“ findet am Mittwoch, dem 8. Oktober 2025, statt. Die Laufzeit der Grand Show ist bis Sommer 2027 geplant. Tickets gibt es ab 19,80 Euro, erhältlich hier oder telefonisch unter 030-23262326.



