Bruce Springsteen in Berlin: The Boss und seine Konzerte in der Hauptstadt

Sein einziger Auftritt in der DDR: Am 19. Juli 1988 spielte Bruce Springsteen (M.) ein Konzert in Ost-Berlin.
Jens Kalaene/dpa- Bruce Springsteen kehrt 2025 nach Berlin zurück und spielt im Olympiastadion.
- Letzter Auftritt in Berlin war 2016, damals spielte er 33 Songs in 3 Stunden und 16 Minuten.
- Legendäres Konzert 1988 in Ost-Berlin vor 300.000 Menschen, trug zur Wende bei.
- 1995 spielte er im Café Eckstein in Prenzlauer Berg, das Konzert löste einen Ausnahmezustand aus.
- Fans sind eingeladen, ihre Erinnerungen an Springsteen-Konzerte zu teilen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„The Boss“ und Berlin, das ist eine magische Kombination. Nur konsequent, dass Bruce Springsteen auf seiner Europa-Tour 2025 der Hauptstadt einen Besuch abstattet. Sein Auftritt mit der E Street Band am 11. Juni im Olympiastadion reiht sich in eine illustre Serie von Berlin-Konzerten – kleine wie riesige waren darunter, großartige und denkwürdige. Und sogar ein geschichtsträchtiges.
Wann spielte Bruce Springsteen zuletzt in Berlin? Wie oft war er bereits in der Hauptstadt zu Gast? Und was hat eines seiner Konzerte mit David Hasselhoff zu tun? Ein Blick zurück.
Wann spielte Bruce Springsteen zuletzt in Berlin?
Drei Stunden und 16 Minuten! Mit dieser beeindruckenden Spielzeit erwies sich das „Working-class“-Idol bei seinem letzten Konzert in Berlin als echtes Arbeitstier. Bereits damals, am 19. Juni 2016, trat Bruce Springsteen im Olympiastadion auf. Nach einer fulminanten Eröffnung mit „Adam Raised a Cain“ präsentierte er den knapp 70.000 Fans noch 32 weitere Songs. Was für eine Setlist!

Bruce Springsteen im Jahr 2016 bei seinem Konzert im Olympiastadion in Berlin.
Paul Zinken/dpaMusikalisches Herzstück war damals das Album „The River“ von 1980. Die Platte, auf der sich Springsteens erster großer Hit, „Hungry Heart“, befand, war kurz zuvor umfangreich neu aufgelegt worden. Den Berlinerinnen und Berlinern schien es gefallen zu haben. Immer wieder riefen sie „Bruuuuuuuce!“ aus vollen Kehlen durchs Olympiastadion. Neun Jahre ist das her ... Höchste Zeit für ein Wiedersehen!
Bruce Springsteen und die „Streets of Prenzlauer Berg“
Mitte der 1990er-Jahre war Bruce Springsteen längst ein Megastar. Die Veröffentlichung seines ersten Albums lag schon mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Er hatte Hits wie „Dancing in the Dark“, „Born in the U.S.A“ und „Streets of Philadelphia“ und ausverkaufte Stadion-Konzerte weltweit. Trotzdem war sich „The Boss“ für ein Kiez-Konzert in Berlin nicht zu schade.
Am 9. Juli 1995 betrat Springsteen die kleine Bühne im „Café Eckstein“, einem Lokal im Osten Berlins. Mit seinem spontan im Radio angekündigten Konzert sorgte er in den „Streets of Prenzlauer Berg“ für Ausnahmezustand. Hunderte Menschen säumten die Pappelallee, an der das Café lag, um den Star durch die offenen Fenster spielen zu sehen. Für Autos gab es kein Weiterkommen, selbst die Tram steckte fest.
Hintergrund war ein Videodreh zum Song „Hungry Heart“, für den Springsteen Berlin als Kulisse wählte. Beim dazugehörigen Auftritt im „Café Eckstein“ erhielt er prominente Unterstützung aus Deutschland: BAP-Sänger Wolfgang Niedecken spielte Gitarre. Das Kölner Urgestein ist auch im Musikvideo zu sehen, genau wie das pulsierende Nachwende-Berlin – und das wohl einzige Kiez-Konzert von „The Boss“.
Ein Bruce-Springsteen-Konzert für die Geschichtsbücher
Die Beschaulichkeit des Auftritts im „Café Eckstein“ unterschied sich stark von Bruce Springsteens größtem und wohl wichtigstem Berlin-Konzert. Sieben Jahre zuvor, am 19. Juli 1988, spielte „The Boss“ vor etwa 300.000 Menschen auf der Radrennbahn Weißensee in (Ost-)Berlin. Es war das größte Konzertereignis in der Geschichte der DDR. Ein Ereignis, das für einige die Geschichte des Landes beeinflusst hat.
So jedenfalls sieht es der frühere Reuters-Korrespondent Erik Kirschbaum, der ein ganzes Buch über das Konzert geschrieben hat („Rocking the Wall“). In einem Interview mit dem „Spiegel“ zeigte er sich überzeugt, dass Springsteens Auftritt zum Fall der Mauer beitrug: „Ich denke, es ist klar, dass das Konzert ein wichtiger Impuls war und eine große Wirkung hatte.“
Sie waren 1988 bei Bruce Springsteen in Ost-Berlin?
Sie sind Bruce Springsteen-Fan? Waren bei einem seiner legendären Berlin-Konzerte dabei? Haben The Boss damals sogar in Weißensee live erlebt? Wenn ja, würden wir gerne mehr darüber erfahren!
Wenn Sie Lust haben, Teil unserer Berichterstattung zu werden, schicken Sie uns gerne eine E-Mail an: kultur@moz.de
Ein Mythos, den sich „The Boss“ mit David Hasselhoff teilt. Hasselhoffs Performance von „I’ve Been Looking for Freedom“ fand allerdings erst Silvester 1989 statt – und damit nach dem 9. November.
Politisch war Springsteens Konzert in (Ost-)Berlin, das nur drei Monate nach seiner ersten Show im Westteil der Stadt (im ICC) stattfand, tatsächlich. Die FDJ wollte mit ihm einer zunehmend frustrierten ostdeutschen Jugend ein musikalisches Ventil schaffen. Und die Jugend kam. Als um 19.07 Uhr mit „Badlands“ der erste Song ertönte, waren Tausende auch ohne Ticket auf dem Gelände – so groß war der Andrang, dass die FDJ-Ordner den Einlass irgendwann freigaben.
Inmitten des rund vier Stunden langen Sets, „Born in the U.S.A“ war gerade zu Ende gespielt, kam es zum wohl denkwürdigsten Moment: „Es ist schön, in Ost-Berlin zu sein“, sagt Bruce Springsteen in brüchigem Deutsch ins Mikrofon. Er sei nicht für oder gegen irgendeine Regierung, er sei gekommen, um Rock ’n ’Roll zu spielen. „In der Hoffnung, dass eines Tages alle Barrieren umgerissen werden.“ Dann singt er den Bob-Dylan-Song „Chimes of Freedom“, Glocken der Freiheit. 16 Monate später war die Barriere in Form der Berliner Mauer tatsächlich umgerissen – und der FDJ-Plan, die Jugend mithilfe von „The Boss“ wieder für das eigene Land zu begeistern, gescheitert.
Wo spielte Bruce Springsteen bereits in Berlin?
9. April 1988: ICC
19. Juli 1988: Trabrennbahn, (Ost-)Berlin
22. Juli 1988: Waldbühne
14. Mai 1993: Waldbühne
9. Juli 1995: Café Eckstein
19. April 1996: ICC
29./30. Mai 1999: Wuhlheide
20. Oktober 2002: Velodrom
28. Juni 2005: ICC
30. Mai 2012: Olympiastadion
19. Juni 2016: Olympiastadion



