Buch über Rheinsberg
: Was Kater Sheldon, Prinz Heinrich und eine Sphinx verbindet

AnniKa von Trier war 2021 Stadtschreiberin in Rheinsberg. Aus ihren Erlebnissen hat sie nun ein Buch gemacht, in dem ein Kater eine prominente Rolle spielt.
Von
Christina Tilmann
Rheinsberg
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AnniKa von Trier mit einer Sphinx auf der Schlosstreppe in Rheinsberg.

Katzenfrauen: AnniKa von Trier mit einer Sphinx auf der Schlosstreppe in Rheinsberg. Warum Prinz Heinrich die Skulpturen versetzen ließ, klärt sie in ihrem Buch auf.

Mijouh Kajouh
  • AnniKa von Trier veröffentlicht „LustWandeln“, basierend auf ihrer Stadtschreiberzeit 2021.
  • Im Fokus stehen die Sphinxen am Schloss Rheinsberg und ihre Versetzung durch Prinz Heinrich.
  • Sie recherchiert Wilhelmines Geschichte und zeichnet das Bild einer klugen, selbstbewussten Frau.
  • Schlosskater Sheldon prägt das Buch – er gilt als Maskottchen und wird seit Ende Mai vermisst.
  • Lesungen sind in Rheinsberg geplant: 28. Juni, 18. Juli, 28. August und 18. September.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ganz Rheinsberg bangt derzeit um den Schlosskater Sheldon. Seit Ende Mai ist der 14 Jahre alte Kater verschwunden. Inzwischen ist eine Belohnung ausgesetzt. Der Freigänger ist so etwas wie das Maskottchen der Prinzenstadt und auch bei Touristen sehr beliebt.

Auch die Berliner Multimediakünstlerin AnniKa von Trier ist in Sheldons Bann geraten. Schon in ihrer Zeit als Stadtschreiberin des Kurt Tucholsky Literaturmuseums 2021 hat sie sich mit der Katze beschäftigt; es entstand eine kleine Publikation, der Rheinsberger Bogen 54 „LustWandeln“. Diesen Text hat AnniKa von Trier nun erweitert und mit eigenen Fotos versehen – diese waren im Mai auch schon in der Remise in Rheinsberg zu sehen (einschließlich Besuch des Katers Sheldon).

Ehrenrettung von Prinzessin Wilhelmine

Im Zentrum steht jedoch nicht die Katze, sondern zwei katzenähnliche Fabelwesen: die Sphinxen, die die Treppe zum Rheinsberger Lustgarten bewachen. Prinz Heinrich hat die von Bildhauer Friedrich Christian Glume 1741 geschaffenen Wächterinnen-Figuren 1762 versetzt.

Die Frage, warum er das tat, treibt AnniKa von Trier ebenso um wie die Geschichte von Wilhelmine, der Ehefrau Prinz Heinrichs, die nicht glücklich wurde an seiner Seite und in diesem Jahr, zu ihrem 300. Geburtstag, im Rahmen des Rheinsberger Opernsommers eine späte Hommage erlebt, bei der unter anderem Schach eine Rolle spielt.

Auch AnniKa von Trier hat sich aufgemacht, mehr über Wilhelmine zu erfahren, hat in Berichten von Kammerherren und Adjutanten, in Briefen und Erinnerungen gestöbert. Aus ihnen entsteht das Bild einer so klugen wie selbstbewussten Frau, die das Schicksal oder die damalige Hof-Etikette an die falsche Stelle gestellt hatte. „Es ist schade, dass diese reizende Prinzessin nicht so glücklich ist, wie sie verdient“, schrieb Graf Lehndorff in seinen Tagebüchern. Für das von Jelle Dierickx, dem neuen Leiter der Kammeroper, ausgerufene Wilhelmine-Jahr ist dieses Buch die ideale Begleitung.

Inkarnation von Prinz Heinrich - doch wo ist der Kater?

Auch AnniKa von Triers Buch ist in tagebuchartigen Notizen gehalten, man begleitet die Autorin bei Wanderungen durch den Schlosspark, liest von nächtlichen Träumen in der Stadtschreiberwohnung, trifft immer wieder auf Schlosskater Sheldon, in dem AnniKa von Trier bald eine Inkarnation von Prinz Heinrich sieht. Wäre doch zu betrüblich, wenn der Kater nun ausgerechnet im Prinz-Heinrich-Jahr 2025 verschwände.

AnniKa von Trier: „LustWandeln oder Warum Prinz Heinrich die Sphinx versetzte“, AvT Verlag Berlin, 20 Euro. Am 28. Juni, 17 Uhr, gibt es in Rheinsberg eine Lese-Performance an der Sphinxtreppe im Lustgarten (Inszenierung: Petra Ratiu). Weitere Termine: 18. Juli, 18 Uhr (Spiegelsaal Schloss Rheinsberg), 28. August, 17 Uhr (Sphinxtreppe), und 18. September, 18 Uhr (Spiegelsaal)