Charité Staffel 4: Krankenhaus-Serie führt in die Zukunft – ist damit Schluss?

Berlin im Jahr 2049 – ein unbekanntes Bakterium bedroht die Menschheit: Dr. Maral Safadi (Sesede Terziyan, r.) behandelt ihren schwerkranken Patienten Piet Baldwin (Terence Schweizer, l.). Am 9. April feiert die vierte Staffel der ARD-Serie „Charité“ Premiere.
ARD/MDR/ARD Degeto/Arte/Ufa Fiction/Armanda ClaroMit der Krankenhaus-Serie „Charité“ landete das Erste im Jahr 2017 einen beachtlichen Publikumserfolg. Über acht Millionen Zuschauer schalteten zum Auftakt ein und ließen sich in die Geschichte des weltberühmten Berliner Krankenhauses entführen. Ging es in der Premierenstaffel noch um die Charité im 19. Jahrhundert und medizinische Pioniere wie Rudolph Virchow und Robert Koch, spielte Staffel 2 in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Staffel 3 wiederum verfolgte die Krankenhaushistorie während des Baus der Berliner Mauer.
Mit der nächsten, im April erscheinenden Staffel geht die ARD mit ihrer erfolgreichen Krankenhaus-Serie allerdings neue erzählerische Wege. Nicht die Vergangenheit wird inszeniert, sondern die Zukunft. Worum genau geht es in „Charité“ Staffel? Und was gibt es sonst noch Wissenswertes zur Fortsetzung? Das Wichtigste im Überblick.
Darum geht es in Staffel 4 von „Charité“
Es ist Sommer. Im Jahr 2049. Der Klimawandel ist kräftig vorangeschritten und so ächzt Berlin in sengender Hitze. Auch die Gemüter kochen hoch. Eine neue Gesundheitsreform spaltet die Gesellschaft. Dank ihr kommen nur noch jene in den Genuss einer medizinischen Behandlung, die einen ausreichenden „Score“ vorweisen können. Den erstellen die Krankenkassen auf Basis von Daten, die Aufschluss über die Ernährung oder das Maß an Sporteinheiten geben. Kurz: Nur wer genug für die eigene Gesundheit tut, kriegt die Behandlung bezahlt.
Im Zentrum der neuen Staffel steht die Spitzenforscherin Maral Safadi (Sesede Terziyan). Kaum übernimmt sie das Institut für Mikrobiologie an der Berliner Charité, wird sie mit einem unbekannten Bakterium konfrontiert. Schnell zeigt sich, dass herkömmliche Behandlungsmethoden bei dem Fall an Grenzen stoßen. Kann die Forscherin eine andere Heilungsmethode finden?
Anders als in den Vorgängerstaffeln geht es in „Charité“ Staffel 4 nicht um historische Vorbilder und medizinische Tatsachen. Stattdessen nehmen die Drehbuchautorinnen Tanja Bubbel und Rebecca Martin die Zukunft in den Blick. Sie entwerfen eine Welt, in der der Einsatz von Telemedizin, Künstlicher Intelligenz und vollumfänglicher Digitalisierung bereits Alltag ist. Medizinisch betrachtet stricken sie ihre Geschichte dabei um die Erforschung des Mikrobioms und dessen Aufschlüsselung. Ein Feld, das eines Tages den Einsatz von Antibiotika obsolet machen könnte.
Wie realistisch ist die Handlung?
Auch wenn die Handlung durchweg fiktiv ist, fußt die dargestellte Medizin des Jahres 2049 auf Gesprächen mit Zukunftsforschenden und medizinischen Experten. Zudem habe man bewusst „Zukunftsszenarien ausgesucht, die nicht so weit weg sind von unserer heutigen Realität“, sagte Adrian Paul, einer der zuständigen Redakteure hinter der Serie, auf einem Pressegespräch zur neuen Staffel.

Wie werden Patienten mit Locked-in-Syndrom, also einer fast vollständigen Lähmung, in der Zukunft behandelt? Auch darum geht es in der neuen Staffel von „Charité“
ARD/MDR/ARD Degeto/Arte/Ufa Fiction„All die Dinge, die wir thematisieren, sind zum Teil heute schon angedacht oder in Erprobung.“ Neben der Erforschung des Mikrobioms zeigt die Serie so etwa auch, wie die neurotechnologische Behandlung von Patienten mit Locked-in-Syndrom, also einer fast vollständigen Lähmung, künftig aussehen könnte.
Wer spielt mit in der neuen Staffel?
Gespielt werden die durchweg fiktiven Charaktere in „Charité“ Staffel 4 u.a. von Sesede Terziyan, Angelina Häntsch, Gina Haller, Timur Isik, Adriana Altaras, Moritz Führmann, Joshua Seelenbinder und Jan-Gregor Kremp.
Einige Schauspielerinnen und Schauspieler begleiteten in Vorbereitung auf ihre Rollen auch echte Ärztinnen und Ärzte. Hauptdarstellerin Sesede Terziyan machte etwa ein dreitätiges Praktikum in der Mikrobiologie der echten Charité. „Ich durfte mir die Abläufe anschauen, die Schnittstellen des Labors mit der Klinik“, sagte Terziyan. Sogar ein Tuberkulose-Bakterium dufte sie sich ansehen. So habe sie die Faszination zum Bakterium entdeckt. „Unser Job ist es zu bluffen und zu erzählen, aber durch das Praktikum ist es so haptisch geworden.“
Welcher Drehort diente als Berlin der Zukunft?
Gedreht wurde Staffel 4 von „Charité“ nicht etwa am Originalschauplatz Berlin, sondern in Lissabon. Als Charité der Zukunft hielt dort das Champalimaud Clinical Centre her – eines der modernsten Krankenhäuser Europas. „Ein Ort, der uns Zukunft erzählt und sehr eindrücklich darstellt, wie Heilung, Architektur und anderes ineinander greifen“, erklärte Produzentin Henriette Lippold.

Klimatisch gleicht das Berlin im Jahr 2049 eher den Portugal von heute – jedenfalls in der vierten Staffeln von „Charité“
ARD/MDR/ARD Degeto/Arte/Ufa FictionPortugal wurde auch deshalb als Drehort gewählt, weil die dortigen Klimabedingungen sowie die Vegetation jener von Berlin im Jahr 2049 durchaus gleichen könnte, so die Produzentin.
Geht es nach Staffel 4 weiter?
Ist mit dem Sprung aus der Vergangenheit in die Zukunft die Serien-Geschichte rund um die Charité auserzählt? Eine konkrete Antwort auf diese Frage gibt es noch nicht. Hierbei kommt es sicherlich auch auf den Erfolg der vierten Staffel an. Grundsätzlich ausschließen will das Team hinter „Charité“ eine Fortsetzung aber nicht: „Wir sind sehr kreativ“, deutete Redakteur Adrian Paul vorsichtig an. „Auch zwischen Zukunft und Vergangenheit finden wir Orte, die wir erzählen können.“
Wann läuft die vierte Staffel von „Charité“?
Die sechsteilige Serie ist ab Dienstag, dem 9. April 2024, ab 20.15 Uhr im Ersten zu sehen. In der ARD Mediathek sind die Folgen ab 5. April 2024 abrufbar.
Das Erste begleitet die Staffelpremiere mit einem Thementag. Zu diesem gehört auch die Dokumentation „Die Medizin von Morgen“ mit Eckart von Hirschhausen, die am 9. April im Anschluss an „Charité“ läuft.



